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DATUM: Friday, 11.03.2011,  19:30 Uhr
ORT: Heinrich-Fries-Haus

"(Wein)Talente aus dem Anbaugebiet Baden"

Weinschwester Dipl.- Oenologin Ute Bader stellt uns an diesem Abend Talente  aus dem Anbaugebiet Baden und deren Kreszenzen vor. Wir sind gespannt!

 

Weintalente aus dem Anbaugebiet Baden präsentiert von Ute Bader am 11.03.2011


Dem Weinland „Baden“ widmete sich eine weitere Probe der Weinbruderschaft Heilbronn e.V., die ihr 20. Jubiläumsjahr mit dem Thema Baden-Württemberg feiert. Unsere Weinschwester und Dipl. Önologin Ute Bader hatte sich in Baden aufgemacht, um Talente zu finden, deren Weine interessant genug waren um dem Konvent präsentiert zu werden. Daraus ergab sich eine spannende Probe, bei der es an Überraschungen nicht mangelte.
Baden, so erfuhren wir zunächst, ist mit 15.900 ha das drittgrößte und mit einer Länge von 400 km das längste Weinanbaugebiet Deutschlands. Es ist zu 37 % mit Spätburgunder zu 25 % mit Grau- und Weißburgunder bestockt und wird deshalb zurecht die Burgunderoase Deutschlands genannt.
Mit dem „Klassiker“ des Anbaugebiets, nämlich den Spätburgundern, begann unsere Probe: Ein 2009er Kappelrodecker Pinot noir QbA trocken des Weinguts Tobias Köninger, Kappelrodeck wirkte mit typischem Burgunderduft frisch und fruchtig; der 2008er Schriesheimer Kuhberg Spätburgunder Selection trocken der WG Schriesheim war da schon etwas kräftiger mit fulminanter Nase; die 2009er Rote Halde Spätburgunder Spätlese trocken der WG Sasbach am Kaiserstuhl ließ Mocca- und Schokoladentöne erahnen; und der 2007er Urbanus Pinot noir QbA trocken vom Weingut Susanne und Berthold Clauß mit seiner opulenten Nase und seinem intensiven Geschmack hätte genauso von der Côte d’ or kommen können.
Auch für die Region weniger typische Rebsorten werden in Baden angebaut: Der 2009er St. Laurent Reserve Qba trocken des Weinguts Villa Heynburg bringt nicht nur Frische, Frucht und Waldbeernoten, sondern durch seine Tanninstruktur viel Länge ins Glas. Dass der jüngste Sohn des bekannten Winzers Andreas Laible aus Durbach sich jedoch ausgerechnet am 2009er Lemberger QbA trocken versuchen will, wird ihm wohl kein Schwabe, sei er auch noch so polyglott, verzeihen – es war wohl der atypischste Lemberger, der bisher im Konvent probiert wurde. Der 2008er Vinum nobile Cabernet Sauvignon QbA trocken der Oberkircher Winzer wirkte recht schlank, mit Anklängen von grünem Paprika.
Der 2009er Heitersheimer Maltesergarten Gutedel QbA trocken des Weinguts Daniel Feuerstein war ein sehr fruchtiger, ansprechender Einstieg in die Weißweine, der ganz einfach Trinkvergnügen bereitete. Eine opulente Nase mit erstaunlicher Frucht bot der 2010er Hagnauer Sonnenufer Müller-Thurgau QbA des Winzervereins Hagnau und den 2009er Chasselas QbA trocken hätte wohl jeder gern als Essensbegleiter gehabt. Schon der Name – 2009er Weißburgunder Gneis QbA trocken des Weinguts Otto und Martin Frey, Denzlingen, lässt auf dessen Mineralität schließen, die jedoch durch einen intensiven Geschmack und langen Abgang ergänzt wird. Opulenter ist dagegen der 2009er Zeller Abtsberg Weißburgunder SL Spätlese trocken der Zeller-Abtsberg Winzer, goldgelb in der Farbe und mit Ananas- und Apfeltönen. Weit über die Grenzen Badens ist die „Oberbergener Bassgeige“ bekannt, die 2009er Grauburgunder weißer Schatz Spätlese trocken des Weinguts Gregor und Thomas Schätzle ist floral, hat eine ansprechende Säure und regt zum Trinken an. Deutlich holzgeprägt ist dagegen die 2009er Ettenheimer Kaiserberg Grauburgunder SE *** Spätlese trocken des Wein- und Sektguts Weber in Ettenheim, er verlangt geradezu nach einem entsprechenden Essen, was auch in der Gutsschenke des Weinguts so beabsichtigt wird. Schlanker, aber nicht weniger ansprechend wirkte der 2009er Grauburgunder Dreistern QbA trocken des Weinguts Friedrich Kiefer, Eichstetten, den auch schon die Erste-Klasse-Passagiere der Lufthansa zu verkosten bekamen. Mit der pilzresistenten Rebsorte Muscaris des Jahrgangs 2009 vom Weingut Ludwig Honold in Östringen nähern wir uns dem süßen Finale der Probe: intensiver Rosenduft, feine Restsüße verwöhnen bevor die 2009er Steingrube Müller-Thurga Trockenbeerenauslese der WG Jechtingen mit Birnen, Aprikosen und Honigtönen den Genuss auf den Höhepunkt bringt. Zu Recht erhielt dieser Wein von den Probenteilnehmern mit 90,7 Punkten („sehr gut“) die Höchstbewertung.
Die hohe Qualität der Probenweine wird durch die Gesamtbewertung mit 85,5 Punkten („sehr gut“) unterstrichen.
Ganz herzlichen Dank an Ute Bader für diese exklusive und kompetent kommentierte Baden-Querschnittsprobe, die wohl auch den letzten von uns davon überzeugt hat, dass nicht nur über Schwaben die Sonne lacht.
Regina Brendle, März 2011

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