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DATUM: Wednesday, 11.05.2011,  19:00 Uhr
ORT: Weingut Steinbachhof, Gündelbach

"Besuch des Weingutes „Steinbachhof“ in Gündelbach"

In den letzten 10 Jahren haben Nanna und Ulrich Eißler die historische Gutsanlage zu einem weinkulturellen Treffpunkt entwickelt. Die feinen Weinkollektionen stehen zunehmend im positiven Focus der Weinfachwelt (Busfahrt !).

 

                                          Weinprobe im Weingut Steinbachhof


Das „Weingut Steinbachhof“  in Gündelbach besuchten die Mitglieder der Weinbruderschaft Heil-ronn e.V. am 11.05.2011 um im Rahmen des Jahresthemas „Baden-Württemberg“ Weine aus einer etwas unbekannteren Region des Weinlandes kennenzulernen.
Nanna Eißler empfing die Gäste charmant mit einem 2009er „Salonperle“ rosé Secco trocken im Hof des historischen Anwesens, dessen Gründung auf das Jahr 1178 zurückgeht und seit dem Jahre 1848 im Besitz der Familie ist. Mit ihrem Mann Ulrich Eißler wird das Weingut seit 1998 in eigener Regie geführt und von damals 2 ha auf jetzt fast 9 ha Rebfläche ausgebaut. Um den selbst gesetzten strikten Qualitätsgrundsätzen treu zu bleiben mussten Eißler‘s sich ein zweites Standbein schaffen und so entstanden in den denkmalgeschützten Gebäuden ein Gästehaus mit 5 Zimmern und ein Veranstaltungszentrum. Nach einem kurzen Rundgang durch die Räumlichkeiten und einen Blick auf die Weinberge und deren geologische Formationen begann unsere Weinverkostung in der umgebauten Zehntscheune.
Wir starteten mit einem 2009er Ensinger Schanzenreiter *** Riesling“ aus 40 Jahre alten Reben, einem wahren „Gaumenschmeichler der fruchtig und cremig schmeckte – einfach anders als das, was man erwartete. Mehr Rückgrat bewies dagegen ein 2007er Riesling *, der sehr präsent und frisch wirkt, mineralisch und eher an Rheingaurieslinge erinnerte. Gespannt waren wir alle auf den 2005er „Gündelbacher Steinbachhof“ Schwarzriesling Weißherbst trocken, der natürlich in der Nase leichte oxidative Noten zeigte, sich im Geschmack jedoch noch erstaunlich lebendig präsentierte.
Auch der Schwaben „Nationalgetränk“, den Trollinger, gibt es im Sortiment von Eißler’s, der 2008er „Horrheimer Klosterberg“ Trollinger ist komplett trocken, vergor 3 Wochen auf der Maische und verfügt über eine fruchtige Aromatik, die ihm sehr viel Authentizität verleiht. Ein Wein fast zu schade, um als „Vesperwein“ zu dienen; der aber trotzdem unsere Brotzeit mit regionalen Spezialitäten begleitete. Dieser Trollinger hat Stuart Pigott zu einer Kolumne in der FAZ veranlasst und wurde von ihm mit einem französischen Rosé verglichen. Kann es ein besseres Kompliment geben?
Vom Muschelkalk bei Mühlhausen stammt der 2008er „Mühlhauser Halde“ Blauer Spätburgunder trocken, von einer Lage, die – so Nanna Eißler – eher durch „urlaubstaugliche Aussicht“ beeindrucken könnte – doch der Spätburgunder tut dies auch: filigran, mit deutlicher Burgundernase und schlankem Körper würde man ihn eher der Ahr zuordnen. Auch der 2007er „Gündelbacher Steinbachhof“ ** Schwarzriesling trocken hat eine deutliche „Burgundernase“, eine präsente Säure und einen langen Abgang und bekehrte Stuart Pigott zum Württembergischen Schwarzriesling. Der  Gault Millau verlieh diesem Wein sogar 89 Punkte. Die 2009er „Cuvée EJA“ aus Schwarzriesling und Lemberger im großen Holzfass ausgebaut, zeigte sich fruchtig, dicht und komplex. Viel Potential ist dem 2008er „Gündelbacher Steinbachhof **“ trocken aus der „Königsrebsorte“ Lemberger noch zuzutrauen, der mit Cassistönen schon jetzt zum Trinken animiert.
Feiner Abschluss der Probe war eine 2009er Riesling Auslese edelsüß – pure Quitte mit einer angenehmen Säure – ein perfekter Höhepunkt einer sehr interessanten Probe authentischer Weine, die so schmeckten „als wären sie nicht von hier“.

Die hohe Qualität der Probe zeigt sich an der hervorragenden Gesamtbewertung aller Weine
mit 85,9 Punkten („sehr gut“), wobei der 2007 „Gündelbacher Steinbachhof, Schwarzriesling trocken“ mit 88,4 Punkten beinahe als „exzellent“ bewertet wurde.
Chapeau für solch ein Ergebnis!

Ganz herzlichen Dank an Nanna und Ulrich Eißler für dieses hochfeine Weinerlebnis!

Regina Brendle / Karl-Ernst Schmitt
Mai 2011

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