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DATUM: Thursday, 15.12.2011,  19:30 Uhr
ORT: Heinrich-Fries-Haus

"Große Württemberg-Probe, Jahrgang 2007"

Der Abschluss unseres Jubiläumsjahres. Dabei erfahren wir von E. Bauer auch einiges Interessante über die Geschichte der Rebsorten in Württemberg.

 

Große Württemberg-Probe Jahrgang 2007
Schluss- und Höhepunkt des Jubiläumsjahres der Weinbruderschaft war am 15.12.2011 die „Große Württemberg-Probe“ mit Weinen des Jahrgangs 2007, die von Eberhard Bauer, auch in Bildern zu den Rebsorten, kommentiert wurde.
Frischer Einstieg war ein „2010er Justinus K“ der LVWO Weinsberg, der mit seiner Lebendigkeit die Geschmacksknospen aufweckte. Dies erkannte schon 1929 A. Herold, als er den Kerner züchtete. Was wäre typischer für eine Württemberg-Probe, als zwei Rieslinge von renommierten Betrieben gegeneinander zu verkosten? Der „2007er Löwensteiner Riesling****“ des Weinguts Zipf war schon deutlich reifer gegenüber dem in der Frucht noch verhalten wirkendem 2007 „Neipperger Schlossberg“  Riesling des Grafen Neipperg. Der Riesling ist übrigens eine Kreuzung aus Heunisch x Wildrebe, stammt aus dem Rheingebiet und benötigt ein mildes Klima.
Das „Leib- und Magengetränk der Schwaben“, der Trollinger, hatte auch in dieser erlauchten Runde seinen Platz, der 2010er „Heilbronner Stiftsberg Trolligner*“ des Weinguts Schäfer-Heinrich war ein würdiger Vertreter seiner Rebsorte mit kernigem Geschmack, leichtem Bittermandelton und der Trinkvergnügen bereitenden Leichtigkeit seiner Art. Vom Trollinger wird vermutet, dass er aus Slowenien stammt. Der Schwarzriesling ist außerhalb Württembergs nur zu 4 % des Gesamtanbaus vertreten und in Lauffen am Neckar, im Zentrum des SR-Anbaus Deutschlands, gedeiht er besonders prächtig. So ist der 2007er „Josua“ der Lauffener WG ein sehr typischer Vertreter seiner Art. Eine Schwarzriesling-Mutation, die fruchtige, leichtere Weine ergibt, ist der Samtrot. Der 2007er „Samtrot QbA trocken“ von Rainer Schnaitmann wirkt geradezu schlank und hat eine knackige Säure. Fast schon in Vergessenheit geraten ist die Burgundermutation „Clevner“, die auch in Heilbronn nur noch sehr wenige Betriebe an- und ausbauen. Der 2008er Clevner „Alte Reben“ vom Weingut Kistenmacher-Hengerer kann deshalb schon fast als „Rarität“ gewertet werden; ein filigraner Wein mit langem Abgang. Die Lemberger-Rebe wurde 1853 erstmals urkundlich erwähnt, die Grafen Neipperg sollen sie aus Österreich eingeführt haben. Der 2007er „Hohenhaslacher Kirchberg“ Lemberger QbA trocken des Weinguts Notz ist schmeichelnd, und gefällig, ja fast süffig und hat 2008 den „Vaihinger Löwen“ erhalten. Ganz anders dagegen ist der 2005er „Neipperger Schlossberg“ des Weingutes Graf Neipperg, der kräftiger daherkommt und trotz seines Alters eine erstaunliche Präsenz zeigt. Eine Steigerung des Lembergergenusses bot nun nur noch der 2005er „Ernst Combé QbA“ Lemberger des Weinguts Wachtstetter, der mit wuchtiger Dichte seine taninbepackten Muskeln spielen lässt.
Der letzte Teil der Probe war ausländischen Rebsorten die in Württemberg heimisch geworden sind und den Cuvées gewidmet. Die Syrah-Rebe spielt in Württemberg noch keine große Rolle doch der 2005er „Syrah trocken“ von Jürgen Ellwanger scheint wohl reif geworden zu sein und bietet auch denen, die solche Gewächse gerner von den Ufern der Rhône genießen, fruchtigen und voluminösen Trinkgenuss. Die 2005er „Kreation Bernhard“ von Bernd Ellwanger ist eine Cuvée aus Merlot,  Cabernet Cubin, Cabernet franc und Syrah, wirkt noch jung und hat eine präsente Säure. Anders dagegen ist die 2007er „Cuvée Maximilian“ des Weingutes Kistenmacher-Hengerer aus Heilbronn aus Spätburgunder, Merlot, Cabernet franc; fruchtig in der Nase, weich, reif, elegant und sehr präsent im Gaumen.. Die 2006er „Cuvée M***“ von Gerd Aldinger vereint Merlots aus 3 verschiedenen Lagen und ergibt einen milden Wein von komplexer Nase und milder Frucht. Als „Dreingabe“ gab es noch einen 2007er „Cabernet Cubin“ der WG Grantschen, dessen Barriqueausbau sehr deutlich erkennbar war und der noch sehr jung wirkte.
Ganz herzlichen Dank an Eberhard Bauer für die ausführliche Kommentierung der Weine und die Bilder der einzelnen Rebsorten.
Regina Brendle, Dezember 2011

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