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DATUM: Thursday, 22.03.2012,  19:30 Uhr
ORT: Heinrich-Fries-Haus

"Der Rebsortenspiegel Spaniens"

Weinbruder Eberhard Bauer stellt uns an diesem Abend zur Einführung in unser Jahresthema die bedeutendsten spanischen Rebsorten vor.

 

Der Rebsortenspiegel Spaniens
Zur Einführung in das Jahresthema „Spanien“ stellte Eberhard Bauer am Abend des 22.03.2012 den Mitgliedern und Gästen der Weinbruderschaft Heilbronn e.V. die Rebsorten Spaniens vor. Das Weinbauland Spanien verfügt über 1,3 Mio. ha Anbaufläche, das ist das zehnfache von Deutschland, und erzeugt dort 40 Mio. hl Wein. Der durchschnittliche Ertrag liegt bei 37 hl/ha und ist damit weit unter dem deutschen Durchschnitt.
Erstaunlich für alle diejenigen, für die Spanien Synonym für Rioja ist, dass 60% der spanischen Anbaufläche mit Weißwein bestockt sind. So probierten wir gleich zu Beginn einen 2010er Toscar Airén der Bodegas S. Isidro aus Castilla – la Mancha. „Airén“ ist mit 420.000 ha Anbaufläche die weiße Hauptrebsorte und bringt fruchtige Weine mit floralem Duft hervor. Eine komplexe Nase und kräuteriger Geschmack prägen die Weine der Rebsorte „Macabeo“ des 2010er Coto blanco der Bodegas El Coto im DOCa Rioja. Fruchtig, mit Anklängen von Birne und Banane im Geschmack wirkte der 2009er Quinta Apolonia der Bodega Belodrade in Castilla-León aus der Rebsorte „Verdejo“, die Trockenheit und steinige Böden bevorzugt. Ob die Rebsorte „Albarino“ mit „weiße vom Rhein“ übersetzt werden kann, ist strittig, jedenfalls soll sie verwandt sein mit Malvasia und der 2010er Pazo Senorans DO Rias Baixas aus Galizien ist von Dichte und langem Abgang. „Godello“ ist eine Rebsorte, die auch schon der dem Wein nicht abgeneigte Plinius erwähnt haben soll, sie eignet sich für Cuvées und als Sektgrundwein, der 2010er Louro de Bolo vom bekannten Rafael Palacios DO Valdeoras wirkt nun auch relativ neutral.
Die Rotweinsorte“ Mencia“ soll es in Spanien schon sehr lange geben und sie ist beheimatet im Nordwesten Spaniens und es wird vermutet, dass sie über den Jakobsweg nach Spanien kam. Der 2009er Legus Mencia Tinto der Bodega La Serrana DO Bierzo war noch sehr jung und tanninhaltig, währendhingegen der im Barrique ausgebaute 2007er reifer, runder und weicher wirkte. Aus Frankreich kommt die Rebsorte „Garnacha (Grenache)“, die wir als Menguante Garnache der Venedos y Bodegas Pablo, DO Carinena probierten: Der 2008er mit deutlichen Fruchtnoten und frisch, der im Barrique ausgebaute 2007er dicht, im Geschmack erinnernd an Amarenakirschen und nicht umsonst von Robert Parker mit 91 Punkten bewertet. Eine der berühmtesten spanischen Rotweinrebsorten ist der „Tempranillo“, der ein hohes Alterungspotential hat. Ein würdiger Vertreter dieser Rebsorte ist der 2010er Castillo de Maluenda der Bodegas y Vinedos del Jalon DO Clatayud, der sich frisch und leicht trinkt und bei einem Preis von 5,95 €, ein sehr gutes Preis-Genussverhältnis. Deutlich dunkler, da vom Barrique geprägt, war da der 2006er El Vincolo der Bodega Alejandro Fernandez, DO La Mancha, den man durchaus auch noch länger lagern kann. Eine sehr alte Rebsorte ist der „Graciano“, die aber nur noch auf 550 ha angebaut wird. Der 2006er Guelbenzo Graciano der Bodegas Guelbenzu aus Aragon wirkt recht säurebetont und hat wenig Abgang. Dem Mourvèdre ähnlich ist die Rebsorte „Monastrell“ aus Westspanien. Der 2010er Castano Monastrell der Bodegas Castano, DO Yecla ist sehr fruchtig, hat aber durchaus noch Reifungspotential. Sehr selten ist die Rebsorte „Bobal“ und der 2010er La Malkerida der Bodegas Bruno Murciano DO Utiel – Requena ist ein weicher, reifer und körperreicher Rotwein.
Herzlichen Dank an Eberhard Bauer für die Vorbereitung und kompetente Kommentierung dieser Weinprobe, bei der wir alle viel dazugelernt haben.

Regina Brendle, März 2012


 

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