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DATUM: Friday, 20.04.2012,  19:00 Uhr
ORT: Weingärtner Cleebronn-Güglingen

"Zu Gast in der „Weingärtner Cleebronn-Güglingen e.G.“ in Cleebronn"

Dieser vorbildliche Genossenschaftsbetrieb hat sich in den letzten Jahren durch beachtliche Kollektionen zu einem echten Geheimtipp entwickelt. Laut Weinführer Gault Millau ist dieser Betrieb „Aufsteiger des Jahres 2012“.    - Busfahrt! -

 

Zu Gast in der WG Cleebronn-Güglingen eG
Wer den Michaelsberg und seine Reben nicht nur aus dem Kalender der württembergischen Weingärtnergenossenschaften kennenlernen möchte, dem sei ein Besuch der WG Cleebronn-Güglingen eG wärmstens empfohlen. Und so taten es die Mitglieder und Gäste der Weinbruderschaft Heilbronn e.V. am 20.04.2012 und besuchten die WG, die der Gault-Millau dieses Jahr als „Entdeckung des Jahres“ preist und die sowohl den „Vaihinger Löwen“ wie auch den „Trollingerpreis der Württemberger Weingüter“ heimgeholt hat.
Die Begrüßung durch den Vorstandsvorsitzenden Thomas Beyl fand im Foyer der 1951 gegründeten WG bei „Pecco“ – einem perlenden Traubensaft und einem frischen Sekt aus Pinot Meunier blanc de noir brut statt, bevor im großen Saal die sehr umfangreiche Verkostung begann. Charmant assistiert von Karolin Harsch, der ehemaligen württembergischen Weinkönigin, schilderte Beyl die hohen Qualitätsstandards, die für die Winzer der WG gelten und schon bei den Basisqualitäten, einem 2011er Kerner QbA, Riesling QbA und einem Rivaner Kabinett schmeckbar waren. Jeder Wein charakteristisch, frisch und mit einem ansprechenden Bukett. Ein „Lagenvergleich“ waren die beiden 2011er Grauburgunder „St. Michael“ und „Herzog Christoph“. St. Michael, von ausgewählten Lagen des Michaelsbergs und ertragsreduziert mit einem leichten „Eisbonbonton“ und „Herzog Christoph“, der zum Teil im Barrique vergoren war – vollmundig und mit viel Schmelz. Weitere Weißweinspezialitäten waren die elegante 2011er Neo Cuvée weiß aus Grauburgunder, Weißburgunder, Muskateller und Kerner und er 2011er „Herzog Christoph“ Sauvignon blanc“, der jedoch noch sehr jung wirkte. Reifer hingegen ist der 2010er „Herzog Christoph“ Justinus K., dessen Konkurrenz die eingangs probierte Basisqualität nicht zu scheuen braucht.
Hochinteressant ist auch das Angebot der Rieslinge der WG: Der 2011er „St. Michael“ Riesling wird im Stahl ausgebaut und lange auf der Feinhefe gelagert und wurde zweimal Sieger für das beste Preis-Leistungsverhältnis und bester Riesling der Württembergischen Weinwirtschaft – zu Recht! Der 2010er „Herzog Christoph“ ist einfach hervorragend! Der 2009er „Emotion CG“ stammt aus alten Reben und wurde zu 15-20% im Barrique gereift und daher von erstaunlicher Komplexität. Der 2010er „Martini“ Riesling ist als süße Auslese nicht zu süß und trinkt sich am besten – ganz einfach so.
Auch die Liebhaber von „Samtrot“ kommen hier nicht zu kurz: Beide Weine des Jahrgangs 2010, der „Cleebronner Michaelsberg“ Kabinett und der „S“ QbA waren fruchtig und weich. Dass man auch im „Trollingerbereich“ Trends erkennt und ihnen gerecht wird, bewiesen die beiden Trollinger des Jahrgangs 2010: „St. Michael“ QbA trocken, der den Trollingerwettbewerb in der Kategorie „klassisch“ gewann und „Herzog Christoph“, der in der Kategorie „Indivudialisten“ den zweiten Platz im gleichen Wettbewerb belegte. Schwabenherz, was willst Du mehr?
Beeindruckend ist auch die Vielfalt der angebotenen Lemberger: Der 2010er „St. Michael“ wurde zu 80 % maischevergoren und zur Hälfte im großen Holzfass ausgebaut, was einen dunklen, kräftigen und von Waldbeeren geprägten Wein ergibt. Der „Herzog Christoph“ gleichen Jahrgangs von Lagen des Michaelsbergs und im großen Holzfass ausgebaut wirkt dicht, kernig, rund und der 2009er Jahrgang dieses Weins bietet noch eine Steigerung vor allem durch seine Reife. Nicht umsonst erhielt der 2009er Lemberger QbA trocken seinen Namen „Emotion CG“, denn beim Genuss desselben kommt man schon ins Schwärmen: Intensive Fruchtaromen vereinigen sich mit den Röstaromen des Barrique. Eine Steigerung bieten die beiden 2009er Cuvées: „Neo“ aus Lemberger und Acolon und „Emotion CG“, die beide sehr gerbstoffreiche, dichte aber auch fruchtige und komplexe Weine bieten.
Ganz herzlichen Dank an Thomas Beyl für die umfangreiche Verkostung und deren kompetente Kommentierung sowie an Karolin Harsch für die Assistenz. Wer den 394 m hohen Michaelsberg nicht erklimmen möchte, bleibt ganz einfach im Tal bei der WG und gibt sich dem Genuß der dortigen Weine hin.
Regina Brendle, April 2012

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