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DATUM: Saturday, 23.06.2012,  Tagesexkursion
ORT: Ortenau

"Weinkulturelle Tagesexkursion in die Ortenau (separate Info folgt!)"

Begegnungen nicht nur mit feinen Spätburgundern“. Die ‚Weinbruderschaft Ortenau‘ hat für unsere  Exkursion, in das am Fuße des Schwarzwalds gelegene Anbaugebiet, ein abwechslungsreiches und mit vielen Weinerlebnissen versehenes Programm erstellt.
- Busfahrt! -

 

Weinkulturelle Tagesexkursion in die Ortenau

Die diesjährige weinkulturelle Exkursion führte die Weinbruderschaft Heilbronn ins benachbarte sonnenverwöhnte Baden, genauer gesagt in die Ortenau. Auf Initiative unserer Weinschwester Brigitte Riemer und in Zusammenarbeit mit der Weinbruderschaft Ortenau begaben wir uns auf eine Entdeckungstour der „Weinschlösser“.

Günter Fröhlich, Mitglied der Weinbruderschaft Ortenau und  unser ständiger Begleiter an diesem Tag, informierte uns umfassend über das „Paradies Ortenau“ mit seinen 2.740 ha Rebfläche, von denen 46 % mit Spätburgunder, 25 % mit Riesling und der Rest mit Grauburgunder, Müller-Thurgau und anderen Rebsorten bestockt sind. Die Ortenau erstreckt sich von Nord nach Süd über 60 km des Rheins entlang von Baden-Baden bis nach Gengen-bach.

Schloss Ortenberg, die erste Station des Tages, hat in seiner bewegten Geschichte zwischen Staufern und Habsburgern viel erlebt, bevor seine exzellenten Lage für den Weinbau entdeckt wurde. Wir genossen die Begrüßung durch Markus Vollmer, den Kanzler der Weinbruderschaft Ortenau und Bürgermeister von Ortenberg, bei einem Glas „2010er St. Andreas Kerner-Sekt brut“ von Schloss Ortenberg mit Blick über Offenburg auf Straßburg bis hin zu den Vogesen. Auf dem Ortenauer Weinpfad und durch die Weinprobe begleiteten uns Winfried Köninger, ehemaliger Verwalter von Schloss Ortenberg und Ordenskellermeister der Weinbruderschaft Ortenau und Vorstandsmitglied Otmar Schilling mit fachlichen Kommentaren zur Rebflurbereinigung, ohne die so mancher Hang nicht mehr bepflanzt werden könnte. Jochen Schuck, ehemaliges Vorstandsmitglied der Bruderschaft Ortenau brillierte mit historischem Hintergrundwissen. Nach diesem interessanten, sonnigen Spaziergang kamen wir am Verkaufsgebäude des Weinguts an und konnten auf der Terrasse bei herrlichem Ausblick ein kalt-warmes Buffet und eine Weinprobe genießen, in der die ganze Bandbreite der Rebsorten verkostet wurde: Der „2009er Spätburgunder“ mundete nicht nur reinsortig als Spätlese ausgebaut, sondern auch im  „Cuvée mit Cabernet Sauvignon“ mit harmonisch eingebundener Barriquenote bestens. Der „2011er Kabinettwein vom Weißen Burgunder“ überzeugte mit belebender Frische, während hingegen der „Graue Burgunder“ mit seiner Dichte einen langen Abgang bescherte. Nicht fehlen durfte ein „2011er Klingelberger Riesling Alte Reben“ aus dem südlichsten Rieslinganbaugebiet Deutschlands; dessen angenehme Säure auch im Abgang Bestand hatte. Ein Alleinstellungsmerkmal hat der „2011er Sauvignon blanc et gris Q.b.A.“ trocken, der Duft und Frucht in sich vereint und ein wahrhafter Sommerwein ist. Nicht fehlen durften zum Abschluss die Bukettsorten „2011er Muskateller Kabinett“ und „2009er Scheurebe Auslese“, die sich beide nicht zu wuchtig präsentierten, sondern das bisherige Trinkvergnügen angenehm steigerten. Allzu früh hieß es Abschied nehmen, doch das nächste Schloss wollte erobert werden.

Hoch über Durbach thront Schloss Staufenberg, welches sich im Besitz des Markgrafen von Baden befindet. Dort wurden wir auch schon von H. Zimmerer auf der Terrasse bei einem atemberaubenden Ausblick ins Land mit einem Glas „2011er Sauvignon blanc“ empfangen. Dieser Wein, so Zimmerer, ist seit 1830 in Durbach klassifiziert, ursprünglich als „Weißer Bordeaux“ und früh gelesen wirkt er sehr erfrischend. Zu Fuß begaben wir uns dann in den berühmten Klingelberg, wo 1782 der damalige Markgraf Carl Friedrich von Baden ausschließlich Riesling anpflanzen ließ, um an diesem so historischen Weinberg eine „Klingelberger 1782er Spätlese“ des Jahrgangs 2011 zu probieren. Mit 400 m Höhe ist dies eine der höchsten Rieslinglagen Deutschlands; der Wein beeindruckte durch seine feine Mineralität und Finesse. In der Chocolaterie des Schlosses verkosteten wir zuletzt einen            „2010er Spätburgunder Schlossberg“, der 18 Monate im Barrique lagerte zusammen mit 2 verschiedenen handgeschöpften Schokoladen – trotz sommerlicher Temperaturen - ein exquisites Vergnügen.

Letzte Station auf unserer Genusstour war Schloss Neuweier, wo aus traditionellen verwandtschaftlichen Beziehungen zu Franken die Rieslinge noch im Bocksbeutel abgefüllt werden. Der neue Weingutsbesitzer, Herr Schätzle, führte uns kurz zu den Weinbergslagen „Mauerberg“ und „Goldenes Loch“, wo sich am Abend die letzten Sonnenstrahlen sammeln um die Trauben vor der Nacht nochmals zu erwärmen. „Wein wird im Weinberg gemacht“ so seine Devise und so gestaltete sich der Besuch im Keller sehr kurz um dann die Weine zu verkosten, die von exklusivem Fingerfood vom Sternekoch Armin Röttele begleitet wurden. Nach einem „Rieslingsekt brut, Jahrgang 2007!, der durchaus Champagnercharakteristika aufwies verwöhnte der „2010er Neuweierer Mauerberg Weißburgunder Kabinett“ trocken mit Aromen von Weinberpfirsichen den Gaumen. Die ganze Bandbreite des Rieslings prägte eindrucksvoll diese Verkostung, schon der „2010er Gutsriesling QbA“ bot eine erstaunliche Frucht, der „2010er Neuweirer Mauerberg Riesling Kabinett“ ein perfektes Säurespiel, die „2010er Spätlese Neuweirer Schlossberg“ aus alten Reben den langen Abgang großer Rieslinge und die „2010er Neuweirer Mauerberg Riesling Auslese“ beeindruckte durch eine Finesse, wie man sie bei diesen Weinen leider nicht immer findet.

Viel zu früh hieß es Abschied nehmen von einer Landschaft, wo wir so herzlich aufgenommen wurden und wo wir tolle Ein- und Ausblicke genießen durften. Dieser Tag wird uns sicher lange in guter Erinnerung bleiben.
Herzlichen Dank an alle Beteiligten, insbesondere an die  Mitglieder der Weinbruderschaft Ortenau, die uns so exellent und liebevoll ihre Weinheimat präsentiert haben.
Wir freuen uns schon heute auf den Gegenbesuch der Weinbruderschft Ortenau bei uns im Heilbronner Land.

Regina Brendle, Juni 2012

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