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DATUM: Tuesday, 10.07.2012,  19:00 Uhr
ORT: LVWO Weinsberg

"Eine außergewöhnliche Blindprobe in der LVWO Weinsberg"

Unter Leitung von Dipl.- Önologe Dr. Dieter Blankenhorn erleben wir eine „Probe der besonderen Art“ im hochtechnisierten Probenraum der LVWO Weinsberg.

 

Eine außergewöhnliche Blindprobe in der LVWO Weinsberg
Im modernen Sensorik-Studio der LVWO Weinsberg hatten die Mitglieder der Weinbruderschaft Heilbronn e.V. am 10.07.2012 unter der Leitung von Dr. Dieter Blankenhorn die Gelegenheit, Weine wie die „Profis“ zu verkosten und zu beurteilen. Die Devise „Degustation und Kommunikation“ hat die architektonischen Standards des neuen Studios bestimmt: Weiße Einzelkabinen, in denen jeder Tester für sich alleine das zu verkostende Getränks beurteilt und bewertet. Danach bespricht man an einem großen Tisch in der Mitte des Testraumes die jeweiligen Bewertungen.
Zur Einstimmung auf die „Blindverkostung“ durfte jeder von einem pro Teilnehmer vorbereiteten Teststäbchen mit geschlossener Nase lecken. Wir konnten feststellen, dass der Geschmack nach Zimt und Zucker erst bei offener Nase deutlich erkennbar war. Das bedeutet, dass wir „Geschmack“ in erster Linie riechen!
Noch vor dem Test des ersten Weins, durften wir als „Ankerreiz“ die „Riechstandards“ verschiedener Düfte „erschnüffeln“: In der Mitte des Tisches waren Proben von Zitrone, Grapefruit, Wacholderbeer, Orange, Birne, Quitte, Cassis, Kirsche, von hellen und dunklen Früchte vorbereitet, die in einem neutralen Weißwein gelöst waren.
Herr Dr. Blankenhorn hatte fünf Verkostungsserien vorbereitet, davon drei deskriptive und  zwei Serien im Dreieckstest. Beim ersten deskriptiven Test waren je ein Wein der Sorte „Justinus K“ vom Staatsweingut, von der Felsengartenkellerei und vom Collegium Wirttemberg auf Attribute, wie z.B.: tropische Frucht, Zitrus, Grapefruit, Säure und Qualität zu testen und danach DLG-Punkte zu vergeben. So mancher Teilnehmer mag dabei wohl erkannt haben, dass die Anforderungen an einen Weinprüfer doch nicht ganz so einfach sind!
Im zweiten Durchgang waren Rieslinge der Weingüter  Aldinger, Graf Neipperg und vom Staatsweingut Weinsberg  auf weitere Attribute wie Birne, Quitte, tropische Früchte, Zitrus, Honig, Süße und Säure zu testen und wiederum DLG-Punkte zu vergeben. Erschwert wurde der Test, als Herr Dr. Blankenhorn an den Testplätzen ein grünes anstatt des üblichen weißen Lichts einschaltete, um die farblichen Merkmale der Weine zu eliminieren.
Die Spannung stieg bei den „Dreieckstests“. Zwei gleiche und ein unterschiedlicher Wein wurden verkostet, wobei der abweichende Wein von den Teilnehmern bestimmt werden musste. Bei beiden Tests handelte es sich um Trollinger, einmal die „Klassiker“ und zum anderen die maischevergorenen, teilweise im Holzfass ausgebauten sogenannten „Individualisten“. Kein Mensch ist einsamer als der Tester in seiner Degustationsbox, der das herausfinden soll! Doch nach intensivem Probieren gelang auch dies in den meisten Fällen und so lohnte schon die Qualität der zuletzt deskriptiv verkosteten Trollinger der Weinmanufaktur Untertürkheim unsere Bemühungen, die durch das Einschalten von roter Beleuchtung des Testplatzes aber deutlich erschwert waren.

Eine sehr informative Veranstaltung hat uns  neue Erfahrungen und die anspruchsvolle Arbeit der Weinbeurteilung näher gebracht. Zur Schärfung der eigenen Sensorik wurde aber auch der Wunsch geweckt, Weine öfters blind zu kosten, auch auf die Gefahr hin, dass man einmal nicht „ins Schwarze trifft.“
Ganz herzlichen Dank an Herrn Dr. Blankenhorn für die aufwendige Vorbereitung und Durchführung dieser für uns sehr lehrreichen Probe.
Regina Brendle, Juli 2012

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