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DATUM: Saturday, 20.10.2012,  19:00 Uhr !
ORT: Heinrich-Fries-Haus (Benefizprobe)

"Lemberger und Blaufränkisch - eine Stilprobe"

„Eine Rebsorte, zwei unterschiedliche Weintypen?!“ oder: „Was machen österreichische Winzer anders als ihre württembergischen Kollegen?“ Weinbruder Karl-Ernst Schmitt wird das spannende Thema moderieren.

 

Stilprobe „Blaufränkisch-Lemberger“ und Benefizveranstaltung der Weinbruderschaft Heilbronn e.V.

Am herrlich sonnigen Herbstabend des 20.10.2012 trafen sich Mitglieder und Gäste der Weinbruderschaft Heilbronn e.V. zur alljährlichen Benefizveranstaltung. Entsprechend der Jahreszeit war der Saal mit Muskattrollinger- und Kernertrauben sowie Rebenlaub herstlich geschmückt. Wie zuvor bestimmt, wurde die Spende in Höhe von 500,-- € an Frau Kohler, die als Vertreterin des „Kinderhospizes der SLK-Klinik Heilbronn“ erschienen war, übergeben.

Hauptthema des Abends war die vergleichende, paarweise Blindverkostung von Lemberger und Blaufränkisch, die nach jeder Verkostungsrunde vom Bruderschaftsmeister Karl-Ernst Schmitt vorgestellt wurden. Auftaktpaarung waren aus dem Jahrgang der 2009 Lemberger „Josua“ der WG Lauffen, noch jung und voller Potential – viele hätten ihn für den Blaufränkisch gehalten – und ein weicher, fruchtiger 2009 Blaufränkisch „Hochäcker“ von Weninger aus Horitschon, einem Betrieb, der konsequent biologisch dynamisch arbeitet. Als kleine Stärkung zwischendurch hatten Herbert und Elisabeth Kern einen „Schmankerlteller“ vorbereitet, der sehr gut zum Wein passte. Zweite Paarung des Jahrgangs 2009 waren ein Blaufränkisch „Pfarrweingarten“ DAC von Wachter-Wiesler aus Deutsch-Schützen; aus 40 Jahre alten Reben, ein mineralischer Wein von eisenhaltigen Böden, in gebrauchten Barriques ausgebaut  und ein Lemberger „Emotion CG“, der WG Cleebronn-Güglingen, der seinen Namen nicht umsonst hat – ein Lemberger zum Träumen.

Der Lemberger ist die Leitsorte in Württemberg, man vermutet aber den Ursprung am unteren Donaulauf, wo er 150 Jahre früher angebaut wurde als in Deutschland. Er reift spät, in Württemberg sind 1.500 ha damit bestockt, im Burgenland stehen 3.225 ha mit Blaufränkisch-Reben.

Die nächste Paarung entstammt zwei Traditionsbetrieben: ein 2007er Blaufränkisch „Oberer Wald“ von „ET“ Ernst Triebaumer aus Rust mit Noten von Waldbeeren und Weichselkirschen und ein 2005er Lemberger „Ernst Combéevon Rainer Wachtstetter aus Pfaffenhofen mit Noten von Amarenakirschen, ein gereifter, eleganter und saftiger Lemberger.

Zwischenbilanz und Kennerkommentar: „Die Blaufränkisch sind klarer konturiert, die Lemberger duftiger, opulenter und bereiten bereits jung mehr Trinkvergnügen“.Nicht fehlen dürfen bei solchen Vergleichen natürlich Lemberger adliger Herkunft. Der 2009er Lemberger GG „Der Schwarze Löwe“ von Graf Adelmann mit Cassis-, Eukalyptus- und Minzenoten und noch viel Potential stand einem 2008er Blaufränkisch „Leithaberberg DAC Reserve“ von A+H.Nittnaus aus Gols gegenüber, dessen Barriquenoten harmonisch eingebunden waren, der aber durchaus noch lagern kann.

Ein weiterer Vergleich von 2009er Weinen war der Blaufränkisch „Creitzer Reserve“ von Gesellman in Deutschkreuz mit deutlichen Amarenakirschtönen, der jedoch nur zu überbieten war vom „Lemberger HADES“, Sieger „Deutscher Rotweinpreis 2011“ des renommierten Staatsweinguts Weinsberg, der sich opulent, elegant von langem Abgang und ausgesprochen fruchtig präsentierte. Finale des Jahrgangs 2007: Ein Lemberger GG „Fellbacher Lämmler“ des Württemberger Top-Winzers Gerhard Aldinger – einer der besten Lemberger Deutschlands und ein Blaufränkisch 2007 „Goldberg“ vom Weingut Prieler in Schützen, Sieger der „Falstaff-Trophy 2011“– zwei ebenbürtige Weine, die eine hervorragende und spannende Probe beschließen.

Herzlichen Dank an Karl-Ernst Schmitt für die Selektion der Weine und die Moderation der Probe, an Herbert und Elisabeth Kern für die Vorbereitung der Schmankerl-Teller und an Wolfgang Heinrich und Regina Brendle für die stimmungsvolle, herbstliche Dekoration des Probenraumes.

Oktober 2012

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