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DATUM: Friday, 15.03.2013,  19:30 Uhr
ORT: Heinrich-Fries-Haus

"Die Gruppe Quintessenz Württemberg stellt sich uns vor"

Wir entstauben das Image des Württemberger Weines“ ist ein Slogan dieser jungen Gruppe von einer Winzerin und vier Winzern. Wir dürfen gespannt sein!

 

Die Gruppe „Quintessenz“
Am 15.03.2013 präsentierten die Winzer der Gruppe Quintessenz ihre Weine der Weinbruderschaft Heilbronn e.V. Die „Quintessenz“ einer Sache ist laut Wörterbuch das Ergebnis einer Handlung, der Kern von etwas und der Hauptaspekt. Deren önologische Umsetzung erfuhren wir von den Winzern Ulrich Eißler, Steinbachhof in Gündelbach, Michael Schiefer, Lauffen, Christoph Ruck, RUX Weine, Stuttgart, Marcel Wiedenmann, Weingut St. Annagarten in Beilstein und (krankheitsbedingt abwesend) Alexander Heinrich, Sülzbach. „Wir entstauben das Image des Württemberger Weines“, so Marcel Wiedenmann und mit einer Präsenz vom Stuttgarter Fernsehturm (mit Weinkritiker Stuart Pigott) bis zum Hockenheimring soll der Württemberger Wein bekannt gemacht werden. Als eine Art „Untergrundorganisation“ sei man anfangs auch angeeckt, doch gemeinsam aufzutreten sei besser, als „sein eigenes Süppchen zu kochen“.
Ein Riesling Sekt brut vom Weingut Alexander Heinrich bildete den Auftakt der Probe, mit leichter Restsüße, aber angenehm spritzig. Ungewöhnlich konzentriert mit exotischen Fruchttönen präsentierte sich der „2012er Weißburgunder ** trocken“ des Weinguts Schiefer, dessen Reben in der Neckarschleife in Lauffen stehen. Dass, wer guten Sauvignon blanc genießen will, auch im Weinsberger Tal glücklich werden kann, beweist der „2012er Sauvignon blanc trocken“ des Weinguts Alexander Heinrich, mit typischen Grapefruit- und Stachelbeeraromen. Der Riesling als Klassiker unter den Württemberger Weißweinen wird von Marcel Wiedenmann besonders gehegt und Ergebnis ist ein Wein wie die „2010er Generation Riesling Auslese trocken“, der ½ Jahr im Stückfass vergoren wurde, mit Botrytisnoten, angenehmer Säure und seine „Idealvorstellung“ eines Weißweines, der auch nach 10 Jahren noch Spaß macht. Eine ganz andere Charakteristik weist der „2011er Grauburgunder“ aus dem Holzfass des Weinguts Eißler auf, Eukalyptustöne im Duft, sowie Kräuter und Vanille im Geschmack lassen erahnen, dass hier noch experimentiert wird.
Ein Trollinger darf in einer Württemberg-Weinrunde nicht fehlen, Marcel Wiedmann besprach den „2011er Trollinger „Sandwasen“ trocken vom Weingut Heinrich in Vertretung von Alexander Heinrich. Dieser Trollinger gehört zur Klasse der besten seiner Art, er ist maischevergoren und lagerte im Holzfass – Trollinger soll man trinken – nicht probieren, recht hat er! Der „2011er Spätburgunder“ von Ruxweine ist, so Christoph Ruck, das „Steckenpferd“ des Betriebs, er wächst auf Terrassenlagen, wird im Barrique ausgebaut und kann durchaus auch als ein Spätburgunder von der Ahr identifiziert werden: Schlank und voller Extrakt mit langem Abgang. Ein etwas reiferesTrinkvergnügen bot der „2007er Samtrot**** trocken“ aus dem Holzfass des Weinguts Schiefer, wohingegen die im Holzfass ausgebaute und nach den Initialen der Vornamen der Kinder von Nanna und Ulrich Eißler  benannte „2011 Cuvée EJA“ aus Lemberger und Schwarzriesling  noch jung wirkte. Lemberger-Genuss in Reinstform boten der „2011er Lemberger QbA trocken“ aus alten Reben von Ruxweine; fruchtig, kirschig und noch frisch, sowie der „2009er Sankt Anna Lemberger Auslese trocken“, vollmundig, schlank und mit eleganter Textur. Zum Finale: Ein „2009er Kerner Eiswein“ vom Weingut Michael Schiefer; im Barrique gereift, mit eleganter Süße/Säure und filigran im Gaumen mit Aromen von Honig und Pfirsich – perfekt!
Ganz herzlichen Dank an die Winzer für die interessante Präsentation – nicht nur der Weine, sondern auch ihrer überzeugenden Philosophie, Tradition und Individualität zu vereinen, hoffentlich gibt es noch lange mehr davon.
Regina Brendle, März 2013

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