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DATUM: Friday, 19.04.2013,  19:30 Uhr
ORT: Heinrich-Fries-Haus

"Drei-Gläser-Weine“ aus Süditalien und Sizilien"

Der berühmte italienische Weinführer „Gambero Rosso“ zeichnet jedes Jahr die besten Weine Italiens mit 3 Gläsern aus. Bruderschaftsmeister Karl-Ernst Schmitt hat für uns eine feine Auswahl dieser Weine aus Süditalien und Sizilien zusammengestellt.

 

„Drei-Gläser-Weine“ aus Süditalien
Der „Italienexperte“ und Bruderschaftsmeister der Weinbruderschaft Heilbronn e.V., Karl-Ernst-Schmitt, präsentierte am 19.04.2013 Weine aus Süditalien, die der Gambero Rosso mit 3 Gläsern klassifiziert hatte, darunter sowohl reinsortige, autochthone Weine als auch Cuvées. Der Gambero Rosso ist der umfangreichste Weinführer Italiens und bewertete in 2013 2.350 Produzenten und über 20.000 Weine. In den jeweiligen Preiskategorien werden die Weine bewertet, die besten kommen in die Endausscheidung und bekommen - sollten sie diese gewinnen – 3 rote Gläser als Bewertung. Wenn ein Erzeuger zehnmal mit 3 roten Gläsern bewertet wurde, erhält er einen Stern. So informiert ging’ s nun in die Praxis.
Aus dem kleinsten Anbaugebiet – Molise – kam der 2009er „Contado Aglianico“, gekeltert von Di Maio Norante, wo schon seit 1800 Jahren Wein angebaut wird und einer der berühmtesten „Winemaker“, Ricardo Cottarelli die Verantwortung dafür trägt, dass z.B. dieser Wein dem Weinkritiker Parker 91 Punkte wert ist. Aus derselben Rebsorte desselben Jahrgangs wird der „Serra del Prete“ Aglianico gemacht, der in Basilicata seinen Ursprung hat. Kirscharomen prägen seinen Charakter, aber auch adstringierende Noten lassen vermuten dass dies die kälteste Ecke Süditaliens ist. In der Nähe des berühmten Castel del Monte hat die Kellerei Corato-Bari ihren Sitz, die eine schon vor 3000 Jahren von den Griechen eingeführte Rebsorte weiterkultiviert und daraus den 2008er Vigna Pedale Riserva“ erzeugt, einen fruchtigen, geschmackvollen und dichten Wein. Eine sehr bekannte Rebsorte ist der Primitivo, wir probierten den 2010er „Torcicoda“ des Weinguts Tormaresca, das zu Antinori gehört, und auch unter der Leitung von Cottarelli diesen dichten, kräftigen und reifen Wein erzeugt hat. Alle Weine lagern erst 3 Jahre, bevor sie in den Verkauf gelangen, was sich natürlich unmittelbar auf die Qualität auswirkt. Ganz anders hingegen präsentiert sich die weniger bekannte Rebsorte Gaglioppo im 2008er „Ciro Riserva Duca San Felice“ von Librandi, der in Kalabrien auf lehmigen Böden eher mineralische, elegante und schlanke Weine mit Kräuternoten hervorbringt.
Die Cantina Due Palme ist eine der berühmtesten in Süditalien und produziert pro Jahr mit 400 Mitgliedern und 900 ha Rebfläche 3 Mio. Flaschen. Ihr Flaggschiff ist der 2009er „Salice Salentino“, eine Cuvée aus Negroamaro und Malvasia nero, der sechsmal in Folge 3 Gläser gewonnen hat, ein runder Wein von Tiefe und Aromen von roten bis schwarzen Früchten. Vom bereits bekannten Winzer Di Maio Norante probierten wir nun eine Cuvée aus Montepulciano – das ist auch eine Rebsorte, nicht nur ein Ort – und Aglianico, die aus selektierten Trauben mit geringem Ertrag und Barriquelagerung einen viel versprechenden Wein mit starken Tanninen ergibt, der durchaus noch Potential hat.
Eines der ältesten Weingüter Kampaniens – Taurasi – das schon von Titus Livius beschrieben wurde,  erzeugte den 2007er „Radici Taurasi“ aus 100% Aglianico, bei dem Trauben aus besten Lagen 500 m ü.M. verwendet wurden und einen Wein mit Aromen von schwarzer Kirsche, Leder, Tabak und Bitterschokolade ergaben, der Parker 92-93 Punkte wert war. Der 2010er „Gravello Rosso Val di Nero“ aus Gaglioppo und Cabernet Sauvignon ist ein IGT-Wein: Indicazione Geografica Tipica-Wein, wo 1963 Anbaugebiete, Rebsorten und Erträge festgelegt wurden und vertritt einen eher internationalen Weinstil. Ebenfalls IGT-klassifiziert ist der 2008er „Nero IGT Salento Conti Zecca“ eine Cuvée aus Negroamaro und Cabernet Sauvignon, von rundem Körper, dicht und stabiler Taninstruktur.
Als „Reparaturschluck“ für den Gaumen präsentierte uns Karl-Ernst Schmitt einen 2010er „Podium Verdicchio Castelli di Jesi“ vom Weingut Garoffoli aus den Marken, der mit seinen Blütentönen und reifer Frucht die Geschmacksknospen wieder aufleben ließ.
Ganz herzlichen Dank an Karl-Ernst Schmitt für diese interessante Weinreise nach Süditalien, wo wir hervorragende Weine außerhalb des „Mainstream“ probieren durften.
Regina Brendle, April 2013

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