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DATUM: Friday, 21.06.2013,  Sonntag 23.6.2013
ORT: Exkursion Südtirol

"Weinkulturelle Exkursion in das Anbaugebiet Südtirol"

Unsere 3-Tagesexkursion führt uns in die ‚ Erste Liga‘ des italienischen Weinbaus, nach Südtirol; ein Bereich mit dem größten DOC-Anteil in ganz Italien.
Weinbruder Wolf Dietz hat die Koordination der Exkursion übernommen. Die Details der Exkursion werden noch bekannt gegeben.
Bitte Termin vormerken!

 

Weinkulturelle Exkursion in das Anbaugebiet Südtirol
Zur Vertiefung des Weinwissens über das Schwerpunktthema Italien führte die Weinbruderschaft Heilbronn e.V. von 20.-24.06.2013 eine Exkursion in die nördlichste Provinz Italiens, nach Südtirol durch. Bereits auf der Hinfahrt im Bus gab es Vorträge zum Thema. Von Karl-Ernst Schmitt zum Weinbau Südtirols, von Wolf Dietz zur Geschichte und von Eberhard Bauer zu den Rebsorten dieser Region. So erfuhren wir, dass auf einer Rebfläche von über 5.400 ha 20 Rebsorten wachsen, davon 55% weiß mit 99% DOC-Anteil, aber auch, dass Südtirol seit 1972 eine autonome Provinz mit Gesetzgebungsbefugnis ist und wir bezüglich der Rebsorte ‚Trollinger‘ einen „Verwandtenbesuch“ machen. Nach einem ausgiebigen Weinpicknick kamen wir fast pünktlich in Tramin an.
Dort erwartete uns schon Jürgen Geier in der Kellerei Tramin und nach kurzem Vortrag und Kellerführung durch den Barriquekeller lernten wir, dass es dort neben dem berühmten Traminer auch herausragende Weißburgunder, fruchtige Lagrein, international orientierte Cuvées aus Cabernet und Merlot und spezielle Süßweine gibt. Das Qualitätsbestreben war im Glas deutlich schmeckbar!
Wenig später ging es zum Check-In in die Hotels Hasslhof und Remichhof, um danach im Seerestaurant „Gretl“ nicht nur das Abendessen, sondern auch den Blick auf den See zu genießen. Ein nächtliches Gewitter brachte wenig Abkühlung für den kommenden warmen Tag, der unter dem motto „Weinwanderung Kaltern“  stand .
Das Zentrum von Kaltern war erstes Ziel an diesem Vormittag und der Besuch der Kellerei Kaltern wo wir von Fr. Dott. Sarah Filippi, der Leiterin des Touristik-Zentrums Kaltern und Manfred Sinn von der WG Kaltern als Probenleiter begrüßt wurden. Beeindruckend die kundenorientierte Architektur der Gebäude, unsere Bewunderung setzte sich bei den vorgestellten Weinen fort: Herausragend der biodynamisch ausgebaute „Cabernet Sauvignon“, klassisch der „Kalkofen Kalterersee Classico“ und überraschend der  Süßwein „Castel Giovanelli Serenade Passito“. Nur ein paar Schritte weiter traf man dann auf etwas mehr Geschichte: Der Besuch der Kellerei Erste + Neue fand im vom Künstler Robert Scherer ausgemalten Puntaykeller statt, wo uns Lucas Kummer durch die Verkostung führte. Unter der Bezeichnung Puntay werden auch die besten Weine abgefüllt, was beim mit Rosenduft betörenden „Gewürztraminer“ und bei dem fruchtig weichen und saftigen „Merlot“ besonders gut zum Ausdruck kam. Eine Mittagspause auf einer luftigen Freiterrasse mit tollem Ausblick und deftigem Vesper im Torgglkeller in Kaltern hatten wir uns wohlverdient und nach eine solchen Stärkung ging es weiter ins Weingut Manincor, wo uns Gräfin Goess-Enzenberg bereits erwartete um uns durch ihren in den Berg gegrabenen Keller zu führen und die Prinzipien ihres ökologischen Weinbaus erläuterte. Sehr fein und außergewöhnlich waren unter anderem der „Moscato Giallo“ und ein „Südtiroler Bordeaux“, benannt nach dem jüngsten Sohn,“ Cassiano“ aus den Rebsorten Merlot, Cabernet Franc, Syrah, Tempranillo, Petit Verdot und im Barrique gereift. Etwas mehr geschichtsträchtiges Gemäuer mit einem über 1000 Jahre alten Keller bot Castel Sallegg, wo Georg Mair uns nach einer kurzen Kellerführung seine Spezialitäten verkosten ließ. Erstaunlich der „Kalterersee Auslese Venatsch“ aus 40 Jahre alte Reben, ebenso wie der „Merlot Riserva“ aus über 45 Jahre alten Reben und eine Rarität der „1994er Moscato Rosa“ mit reifen Aromen von Feigen, Rosinen, Backpflaumen und Sherrytönen, der so wohl einmalig sein dürfte. Am Ende dieses Verkostungstages gab es ein „Slow-Food-Abendessen“ im Gasthof Dorfnerhof in Gschnon, aber erst nachdem unser überaus talentierter Busfahrer die abenteuerliche Strecke dorthin mittels eines Lotsen hinter sich gebracht hatte.
Am nächsten Morgen besuchten wir die renommierte und hochdekorierte Kellerei St. Michael in Eppan, wo uns Herr Anton Zublasing der als Vorstandsvorsitzender die Geschicke der Kellerei schon seit über 20 Jahren lenkt, seine Philosophie und seine Keller nahebrachte. Bei über 1200 ha Anbaufläche auf 225 – 620 m Höhe ist auch eine gewisse Konsequenz und Stringenz notwendig, und der Erfolg gibt ihm recht: Wunderbare „Weißburgunder Schulthauser“, ein Sauvignon blanc, der sich von selbst ausverkauft und die Weine aus der hoch dekorierten Edel-Linie „St. Valentin“, die in gleich bleibender hoher Qualität immer überzeugen, sind bester Beweis dafür.
Feine italienische Speisen mit eleganten Weinen genossen wir beim Mittagessen im Restaurant des Weingutes J. Hofstätter in Tramin und fuhren danach weiter nach Bozen, wo wir das Messner-Mountain-Museum im Schloss Sigmundskron besuchten und hinterher bei südlichem Flair durch die Laubergänge der Stadt bummelten.
Bei einem festlichen Galamenü im Freien klang der Tag im Hauben-Restaurant „Castell Flavon“ der oberhalb von Bozen gelegenen Haselburg angenehm und exquisit aus.
Viel zu früh hieß es nach so herrlichen Tagen Abschied nehmen von dieser sonnen- und weinverwöhnten Land und nach einem satirischen Reiserückblick von Hartmut Clemens und dem gemeinsamen Allgäuer Mittagessen im Landgasthaus zum Bären in Dietmannsried, kamen wir um 19:45 mit vielen guten Eindrücken im Reisegepäck wieder in Heilbronn an.
Ganz herzlicher Dank an Karl-Ernst Schmitt für die umfangreiche Organisation der Reise und die Unterstützung durch Wolf Dietz, verbunden mit dem besten Dank für seinen Apero, den Secco auf der Haselburg.
Regina Brendle, Juni 2013

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