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DATUM: Friday, 27.09.2013,  19:30 Uhr
ORT: Heinrich-Fries-Haus

"Die autochthonen Rebsorten Süditaliens"

Weinbruder Eberhard Bauer präsentiert uns aus der breit gefächerten Palette autochthoner Rebsorten die bedeutendsten Vertreter und die charaktervollen Weine dieser Reben.

 

Die autochthonen Rebsorten Süditaliens
Als „Arbeitsprobe“ im Rahmen des Hauptthemas „Süditalien“ wurden von Eberhard Bauer am 27.09.2013 den Mitgliedern der Weinbruderschaft Heilbronn e.V. die autochthonen Rebsorten Süditaliens vorgestellt. In dreitausendjähriger Tradition wird in Süditalien Wein angebaut, dessen Reben vor allem von den Griechen eingeführt wurden. Zu den Glanzzeiten Roms kam der am Kaiserhof getrunkene Wein aus Süditalien, und so sind Apulien, Kalabrien, Basilicata, Kampanien und Molise auch heute wieder aufstrebende Weinanbaugebiete. Allein die Anbaufläche Apuliens entspricht der deutschen Gesamtanbaufläche. Interessant war es auch zu erfahren, dass zwei Drittel bis drei Viertel der Rebsorten auf Sizilien Weißweine sind.
Mit der aus Griechenland stammenden spät reifenden und gegen Frost-und Mehltau resistenten Rebsorte Verdeca begann dann auch die Probe mit einem „2011er Messapia IGT Salento“ von Leone de Castris, Apulien, der recht zitrusbetont war. Kräutrig und mit kurzem Abgang präsentierte sich dagegen der „Greco Molise DOC 2011“ von Di Majo Norante, Molise. Vor allem in Kampanien gibt es die Rebsorte Fiano, Der „2012er Fiano di Avellino Feudi San Gregorio“ aus Kampanien präsentierte sich als schlanker Wein. Aus dem selben Weingut stammte der „Fallanghina dell Sannio 2011“, der mit duftiger Nase doch recht säurebetont war.
Eine der bekanntesten Rotweinsorten aus Süditalien ist der Negroamaro, was heißt: „Der Rote, der übers Meer kam“, der die Hauptrebsorte der beiden folgenden Weine desselben Weinguts – Leone di Castris aus Apulien - war. Der „2008er Salice Salentino DOC Riserva“ (90% Negroamaro, 10% Malvasia nera) mit frischen Kirschtönen und der „2011er Negroamaro Salento – Elo Veni IGT“ von dunkelroter Farbe und an reife Brombeeren erinnernd. Der „2011er Primitivo di Manduria San Gaetano“ von Due Palme, Apulien, ist ein Wein von der ursprünglich aus Dalmatien stammende Rebsorte Primitivo, die als „blauer Scheuchner“ über Österreich in Deutschland und als „Zinfandel“ in Ungarn bekannt wurde. Der Wein ist dicht, erinnert an schwarze Kirschen und reife Brombeeren. Der Wein aus der Rebsorte Gaglioppo war im alten Griechenland der Wein für Olympiasieger. Der „2011er Ciró Rosso Gaglioppo“ präsentierte sich mit hellroter Farbe, rauchigem Duft, leichtem Körper und angenehmer Säure. Der „2009er Nero di Troia Torre del Falco IGT“, ursprünglich auch aus Griechenland, ergibt einen tanninbetonten Wein, der an Amarenakirschen und Marzipan erinnert. Die Aglianico-Rebe wurde im 5. Jh. v. Chr. von den Phöniziern nach Neapel gebracht, der „2009er Contado Aglianico Riserva“ von Di Majo Norante, Molise, ist ein tannin- und säurebetonter Wein, vielschichtig und komplex. Susumaniello ist die Rebsorte des „2010er Serre Susumaniello Salento“ von Due Palme Apulien, die aus Dalmatien stammt und früh reifend farbintensive Rotweine mit Pflaumen- und Schokoladenaromen hervorbringt. Seit dem 15. Jh. ist die Magliocco-Rebe bekannt, die im „2009er Magliocco Calabria IGT“, vom Weingut Lento in Kalabrien einen intensiven, gut strukturierten Wein mit angenehmen Tanninen und Beerentönen ausmacht.
Ganz herzlichen Dank an Eberhard Bauer für diesen tollen Querschnitt von für uns überwiegend unbekannten, süditalienischen Rebsorten.
Regina Brendle, September 2013

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