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DATUM: Friday, 06.12.2013,  19:30 Uhr
ORT: Heinrich-Fries-Haus

"Blindprobe Geschmacksprofile"

Unter Federführung von Weinbruder Dieter Kiessling wollen wir in einer Blindprobe herausfinden, an welchen sortentypischen Merkmalen Weine erkennbar sind.

 

Rebsorten dieser Welt – Blindprobe Geschmacksprofile

Am 06.12.2013 – rechtzeitig zum Nikolaustag -  präsentierte uns Weinbruder Dieter Kiessling eine Probe, bei der er uns „reinen Wein“ einschenkte. Nachdem es noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen sei, wie die Aromen in den Wein kommen und das Lesen des Etiketts Denk- und somit Geschmacksmuster erzeugen würden, wurde „blind“ verkostet. In reinsortigen Weinen steckt – zumindest hierzulande – 85 % Wahrheit und somit war die Chance „richtig zu liegen“ doch relativ hoch und sie wurde noch durch eine Photopräsentation, die auf die Lösung hinführte, unterstützt. In Frankreich sind 16 ‚cÚpages nobles‘ als „die großen Sorten“ bekannt, die reinsortig unverkennbar sein sollen. Bei der ersten Paarung – zwei Weißweine - blieben wir zunächst im Lande, Bilder vertrauter Hänge und ein Geschmack von Frische und tiefer Frucht ließen den „2012er Riesling Spätlese alte Reben“ von Hans Hengerer aus Heilbronn, schon erahnen. Auf den zweiten Weißwein führte dann  nicht nur die pfeffrige Note sondern auch Bilder des Loisiums auf die Spur des „2011er Grünen Veltliners Berg Vogelsang“ von Bründelmayer. Etwas schwieriger war der folgende Weißwein einzuordnen, der mit Finesse sich als „2012er Silvaner Spätlese Vögelein“ von Glaser-Himmelstoss, aus Nordheim in Franken präsentierte. Eine weltweit angebaute Weißweinsorte ist der Chardonnay, der „2011er Blauarsch“ des Weinguts Milch, Rheinhessen, wirkte typischer, wie es wohl kaum ein französischer Vertreter sein könnte. Zauberhafte Bilder südafrikanischer Weinberge führten auf die nächste unverkennbare Rebsorte, den „2011er Sauvignon blanc Western Cape“ von Rustenberg hin, der mit lebhaften Fruchtspiel brillierte.
Den Auftakt der Rotweine bildete eine sehr interessante Paarung: Beide Rotweine von tiefroter Farbe, Geschmack nach schwarzen Johannisbeeren im einen, schwarzen Früchten im anderen Fall und langer Abgang: So trifft ein „2011er Lemberger Herzog Christoph“ der WG Güglingen auf einen „2009er Blaufränkisch DAC Burgenland“ von J. Heinrich, Deutschkreuz. Dass eine „2009er Spätburgunder Gärkammer“ von J.J. Adeneuer, Ahr, immer ein eindeutiges Geschmackserlebnis ist, hätte keiner Bilder des  Rotweinwanderweges bedurft, diese wecken in solchen Fällen nur Sehnsüchte nach solch einem Genuss. In südlichere Regionen entführten uns die folgenden, nicht ganz so leicht zu unterscheidenden Weine: Der eine leicht und von feiner Frucht, der andere mit Mandeltönen und langanhaltendem Abgang – ein „2010er Chianti classico Casanova“ von Nittardi wurde einem „2007er Nebbiolo Perbacco“ von Vietti, Piemont gegenübergestellt. So manche traditionelle europäische Rebsorte wird heute auch international angebaut und wenn man von den Hügeln der Chapelle nach Australien wechselt, kann es sich nur um Syrah handeln. Der „2011er Syrah Petite  Ruche“ vom Traditionsweingut Chapoutier vereint so alles in sich, was man von einem Wein dieser Klasse erwartet: Eleganz, Tiefe, Abgang.  Dagegen wirkte der „2009er Shiraz The Futures Barossa“ von Peter Lehman üppig, breit und mehr holzbetont.
 Zu einer der weltweit am meisten angebauten Rebsorten gehört der Merlot, der „2009er Gant Riserva“ des Weinguts Adrian, Südtirol gehört zu den eleganteren dieser Art; ein breiter, wuchtiger Kontrast dagegen war der „2008er Tempranillo Pesquera“ von Fernandez, Spanien. Nicht nur in Frankreich, auch im argentinischen Hochland in über 1.400 m Höhe bringt der Malbec Weine hervor, die durch kompakten Körper und dichte Tanine überzeugen, in diesem Falle beim „2010er Malbec Mendoza“ von Catena Zapata. Ohne Cabernet Sauvignon würde in Frankreich eine wichtige Rebsorte fehlen, aber auch in Chile gibt es solche Weine wie den „2008er Cabernet Sauvignon 20 Barrels“ von Cono Sur, die durch Frucht und präsente Säure hohen Trinkgenuss bereiten.
Ganz herzlichen Dank an Dieter Kiessling für die gelungene Probe mit der phantastischen Photopräsentation und den Schoko-Nikolaus für die Teilnehmer, sowie an Kellermeister Wolfgang Heinrich für die schöne weihnachtliche Dekoration und auch an Weinbruder Thomas Drachler für die Mithilfe beim Einschenken der Probenweine.
Regina Brendle, Dezember 2013

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