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DATUM: Saturday, 14.06.2014,  Info erfolgt noch!
ORT: Weinanbaugebiet Nahe

"Weinkulturelle Exkursion in das Anbaugebiet Nahe"

Unsere diesjährige Tages-Exkursion führt uns in das Weinanbaugebiet Nahe.
Mit hervorragenden Erzeugern und hochfeinen Rieslingen hat sich dieses relativ kleine Anbaugebiet in den letzten zehn Jahren in der Spitzengruppe des deutschen Weinbaus etabliert. (Busfahrt!)

 

Weinkulturelle Exkursion in das Anbaugebiet Nahe

Eine „Annäherung an die Nahe“ plante die Weinbruderschaft Heilbronn e.V. am 14.06.2014 mit ihrer Exkursion an die Nahe, einem der kleinsten aber doch sehr feinen Anbaugebiete Deutschlands, das erst nach dem 2. Weltkrieg so richtig bekannt wurde und auf 2.400 ha Anbaufläche mit einer Vielzahl an Bodenformationen und Mikroklimate  aufwarten kann. Neun VDP-Weingüter sind dort beheimatet, Hauptrebsorte ist der Riesling.

Pünktlich um 09:30 Uhr fuhren wir auf dem VDP-Weingut Kruger-Rumpf vor, wo uns Herr Rumpf erwartete und uns gleich vor Ort die Lagen und deren Geologie erklärte, deren Produkte wir in der folgenden Probe verkosten durften. So erfuhren wir bei einem „2013er Münsterer Riesling trocken“ auch, dass die Nahewinzer die internationale Weinklassifizierung nach Guts-, Orts- und Lagenweinen übernommen haben. Deutlich schmeckbar wurden die Bodentöne bei den Lagenweinen: Beim „2013er Münsterer Pittersberg“ Riesling trocken“ die Schiefertöne; deutliche Quarzittöne, aber auch Fruchtaromen von Maracuja und Aprikose beim „2013er Münsterer Kapellenberg Riesling trocken“. Schade, dass beide Weine noch relativ jung waren – doch dafür entschädigte das Große Gewächs, ein „2012er Pittersberg Riesling“, der sich natürlich dichter und cremiger präsentierte, als seine beiden Vorgänger. Sehr fein, im Holzfass ausgebaut,  präsentierte sich der „2013er Weißer Burgunder S“ trocken, dem H. Rumpf als „Schmankerl“ eine „2013er Riesling Spätlese“ mit deutlichen Aprikosenaromen und frischer Leichtigkeit folgen ließ. Der „2012er Spätburgunder trocken“  im Stil der „Ahrspätburgunder“, mit dem das Weingut schon den 2. Platz beim Deutschen Rotweinpreis erreicht hatte, überzeugte durch hohen Extrakt und Eleganz.
Schnell war der Vormittag verflogen und zur Mittagszeit stärkten wir uns im Restaurant Weck „Hermannshöhle“ bei einem Weinmenu, dessen begleitende Rieslinge vom Kellermeister Andi Schneider des Weingutes K.-H. Schneider aus Bad Sobernheim persönlich besprochen wurden. Sowohl die Auswahl des leicht restsüßen Riesling Kabinett zur Cremesuppe von Madrascurry mit grünem Apfel, wie auch die beiden Rieslinge zur Dorade und zum Spargel waren gekonnt ausgewählt. Höhepunkt war die geeiste Rieslingcreme, begleitet von einer sehr angenehmen Riesling Auslese, die einen perfekten Dessertgenuss bot.

Unser nächstes Ziel war in  Burg Layen  das renommierte VDP-Weingut Schlossgut Diel, wo uns Carolin Diel bereits im Garten bei einem Glas „2008er Sekt Riesling brut“, der im Champagnerverfahren hergestellt wurde, erwartete. Das Weingut befindet sich seit 1802 in Familienbesitz und wird zu 60% ökologisch bewirtschaftet. Nach dem obligatorischen „Gartengruppenfoto“ fand die Verkostung in der Vinothek statt und als erstes lernten wir mit den „2013ern Rosé de Diel“ und  dem weißen Cuvée „Diel de Diel“ (abgeleitet von „Gavi de Gavi“) die frischen fruchtigen „Einstiegsweine“ des Gutes kennen. Eine andere Klasse, die den Vater von Fr. Diel als Mitbegründer des Deutschen Barriqueforums ausweist, ist der „2012er Pinot Gris réserve“, der 9 Monate im Holzfass lagerte. Als Riesling-Ortswein wurde ein „2013er Burg Layen Riesling“, mit deutlichen Schiefer- und Zitrusnoten vorgestellt, bevor wir uns den Rieslingen der beühmten Lage „Goldloch“ widmeten, mittels derer Fr. Diel uns zeigte, was diese Spitzenlage zu bieten hat. Der „2012er Reisling Großes Gewächs“ ist opulent und hat Aromen von gelben Früchten, der „2013er Riesling Kabinett“,  mit nur 9 % Alc., überzeugt durch ein interessantes Süße-Säure-Spiel auf dem Gaumen, und die „2013er Riesling Spätlese“  beeindruckte mit Aromen von Cassis und Passionsfrucht. Krönender Abschluss war ein Schatzkammerwein: „2003er Goldloch Riesling Spätlese“ – zwar deutlich oxidativ aber mit reifen und runden Geschmacksnuancen von puren Dörrfrüchten im Gaumen.

Bald hieß es Abschied nehmen von den Ufern der Nahe mit ihren Steilhängen. Eine nicht ganz ernst gemeinte Nachlese auf den Tag hielt Hartmut Clemens noch auf der Rückfahrt im Bus.
Ganz herzlichen Dank an Bruderschaftmeister Karl-Ernst Schmitt für die Vorbereitung und Organisation der Exkursion, die ein rundum perfektes Weinerlebnis war.

Regina Brendle, Juni 2014

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