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DATUM: Friday, 11.07.2014,  19:30 Uhr
ORT: Heinrich-Fries-Haus

"Perlweine"

Wir werden an diesem – hoffentlich warmen – Sommerabend von Weinbruder Eberhard Bauer in die schäumende Vielfalt der Perlweine geführt.

 

Perlweine

Die Welt der Perlweine wurde den Mitgliedern der Weinbruderschaft Heilbronn e.V. am 11.07.2014 von Eberhard Bauer präsentiert. Vor- und Wegbereiter ist der Prosecco aus dem Veneto, Prosecco war ursprünglich die Bezeichnung der Rebsorte, aus der der ‚Frizzante‘ produziert wurde. Heute bezeichnet Prosecco das Gebiet Julisch Venetien, vor allem um Valdobbiadene, aus dem die besten Prosecci stammen. Ihren Anfang nahmen die Perlweine in Deutschland, als in den 50er Jahren die „Kellergeister“ deutsche Wohnzimmer eroberten, erst viel später erlebte dann der Perlwein seine Renaissance, um dann in den 80er Jahren als Lambrusco und Prosecco seinen Siegeszug anzutreten. Die meisten der Prosecci haben keine Jahrgangsbezeichnung und werden aus der Prosecco-Traube gewonnen. Ein hoher Anteil der Erzeugung wird nach Deutschland exportiert. Eine Besonderheit am Rande: Auf Perlwein wird keine Sektsteuer erhoben!

Zwei frische Vertreter ihrer Art waren der „Prosecco Frizzante Treviso DOC“ der Viticoltori Ponte, Venetien und der „Prosecco Frizzante Treviso DOC“; aus Trevisiol (Valdobbiadene, Venetien), wobei der zweite etwas oxidativer wirkte. Eleganter war der „Prosecco di Valdobbiadene Frizzante DOCG“ Mionnetto, Valdobbiadene. Aus der Malvasia-Traube entstand der „Daphne Malvasia Secco 2013, Colli di Scandiano e di Canossa DOC“ von Medici Ermate, Emilia Romagna, der durch seine Jahrgangsbezeichnung und die Rebsorte gleich in zweifacher Hinsicht eine Ausnahme und mit Aromen von weißen Blüten und Aprikosen ein schöner Trinkgenuss war. Krasses Gegenteil war dagegen der spanische Preisknüller aus dem Supermarkt: Ein „Seccito Vino de Aguja“ von Freixenet – süß und oxydativ – so blubbert‘s eben zum Preis von € 3,99!

Auch in Deutschland werden heute vielerlei Perlweine unterschiedlichster Ausprägung produziert. Wir begannen unsere Entdeckungsreise in Rheinhessen mit einem „Raumland Secco CC“ aus Rivaner und Riesling, der bei leichten 10% Alkohol frisch und fruchtig wirkte, während hingegen der Secco der WG Heilbronn-Erlenbach-Weinsberg sich etwas süß und zudem oxydativ präsentierte. Dass man nicht aus jeder Rebsorte Secco machen sollte, bewies beispielhaft der „Blanc de Noir“ aus Lemberger von den Winzern vom Weinsberger Tal – hier hätte man dem Lemberger wohl lieber ein „Weindasein“ gewünscht. Wie es besser gehen kann bewiesen die folgenden Rosé Secci: Aus Dornfelder der Secco der Sektkellerei Raumland, die Rebsorte noch deutlich angenehm schmeckbar  und der „Secco Rosé 2011“ aus Cabernet Franc des Weinguts Kistenmacher-Hengerer, dessen Typizität bereits französische Eleganz ahnen ließ.

Nicht nur Trauben, auch Obstsorten wie Äpfel und Birnen sind dazu geeignet, Perlwein herzustellen. Ob das mit Most etwas zu tun hat, war nun zu prüfen. Der „Sommersecco vom Hauxapfel“ der Manufaktur Geiger in Schlat, die mit diesem Getränk die Streuobstwiesen retten möchte, ist ein frischer Perlwein mit feiner Säure; der „Leon Secco“ aus Äpfel und Birnen hat einen sehr deutlichen, feinen Birnenton. Nicht nur in weiß und rosé gibt es Perlweine sondern auch in rot und so war der „Lambrusco Grasparossa Frizzante „Vecchio Moro IGT2 von Rinaldo Rinaldini aus Regio Emilia, Emilia Romagna aus 85 % Lambrusco-Trauben, 10% Angelotta und 5 % Marzemmino, ein vollmundiges, süffiges Trinkerlebnis. Süßer dagegen wirkte der „Marzemmino Frizzante, IGT“ der Cantina Montelliana Colli Asolana aus Venetien. Eine weitere Spezialität vom Hauxapfel ist die Erzeugerabfüllung von Jörg Geiger mit traditioneller Flaschengärung aus handverlesenen Früchten der Streuobstwiesen und im neuen Barrique vergoren, von vollmundigem Geschmack und cremigem Charakter. Nicht fehlen darf bei einer solchen Probe der bekannte und beliebte „Moscato d‘ Asti, Centive 2013 DOCG“ der Tenuta Olim Banda aus dem Piemont, ein Dessert- und Sommerperlwein mit feinen Muskatnoten und ideal für heiße Sommertage, wie an diesem Abend.

Herzlichen Dank an Eberhard Bauer für die differenzierte Präsentation der Perlweine, an Fritz Protz für die Spende der Perlweine und des Sektes der Manufaktur Geiger, an Eberhard Kern für den begleitenden Leckereien-Teller, an Thomas Drachler fürs Einschenken und an Wolfgang Heinrich für das ideale Temperieren der Perlweine an einem 30°- heißenTag.

Regina Brendle /KES Juli 2014

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