Weitere Informationen

Text drucken

Fenster schließen

 
DATUM: Saturday, 13.06.2015,  Detaillierte Info erfolgt noch!
ORT: Busfahrt!

"Weinkulturelle Exkursion in das Anbaugebiet Tauberfranken"

Für viele Weinfreunde ist das benachbarte „badische“ Anbaugebiet Tauberfranken eher ein  weißer Fleck auf der Weinlandkarte. Unsere diesjährige Tagesexkursion soll dazu beitragen, nicht nur den bekannten? „Tauberschwarz“, sondern auch eine reizvolle Weinlandschaft kennen zu lernen.

 

Tagesausflug ins Taubertal

 

Als diesjährige Tagesexkursion hatte sich die Weinbruderschaft Heilbronn das nahegelegene Taubertal ausgesucht, dessen Weinbaugebiete sich im „Dreiländereck“ zwischen Württemberg, Baden und Franken befinden und so allein schon genug Anlass zu Wettstreiten geben, die der Qualität jedoch eher zuträglich sind. Pünktlich um 8:00 Uhr verließen wir am 13.06.2015 bei schon fast „abonnementmäßig gebuchtem“, trockenen Wetter, das im Laufe des Tages immer sonniger wurde, Heilbronn und fuhren an Kloster Bronnbach vorbei ins Taubertal.

 Erstes Ziel war das Weingut Schlör in Reicholzheim, wo uns das Ehepaar Schlör zu ihrem Weinberghaus an einen Aussichtspunkt oberhalb des Taubertales entführte und wir mit phantastischem Blick aufs Taubertal und Sonne im Freien die Weine des vom Gault Millau mit 3 roten Trauben geadelten Weinguts und Gewinners des Deutschen Rotweinpreises verkosten konnten. Zarter Müller-Thurgau und fein strukturierter Silvaner weckten die Geschmacksknospen bevor uns das Große Gewächs des 2013er „Fyerst Weissburgunder“ vom Potential der Weine überzeugte. Der Schwarzriesling präsentierte sich kraftvoll und fruchtig mit einer frischen Lebendigkeit, die zum Genießen anregt und der Spätburgunder als Steigerung desselben in Intensität und Wertigkeit. Bald schon hieß es Abschied nehmen, denn der Tag bot ein volles Programm. Die beiden Württemberger Weinköniginnen, Stefanie Schwarz und Theresa Olkus, letztere hatte das Programm maßgeblich gestaltet und uns als Wegzehrung Butterbrezeln vorbereitet, die dankbar angenommen wurden.

 

Nächste Station war das „Vintasticum“ des Weinguts Benz in Beckstein, das im Anbaugebiet Baden liegt, wo wir Weine „mit allen Sinnen“ erleben sollten. 60 % Rotwein- und 40 % Weißweinanteil hat das Weingut, so erfuhren wir auf einem kurzen Rundgang in die Weinberge, bevor wir im Vorraum des Kellers zuerst Riechproben in schwarzen Gläsern verschiedene Aromen erraten sollten – für erfahrene Weingeschwister kein größeres  Problem. Der kredenzte Riesling wurde dann bei grünem Licht (kräuterig), bei blauem Licht (weniger Geschmack) und rotem Licht (Himbeergeschmack) und normalem Licht verkostet, um zu testen, ob wir uns „hinters Licht führen“ ließen. Beim Hinabsteigen in den Keller wurden die  Gesteinschichten des Taubertals – Muschelkalk – sichtbar und das „Terroir“ erklärt und bei einem Rosé erfuhr man vom Schicksal des Schwarzrieslings. „Schade, dass man Wein nicht streicheln kann“, zitierte Frau Benz treffend Kurt Tucholsky, bevor wir im Barriquekeller eine Tastprobe machen durften und dabei noch einen Schwarzriesling aus dem Bocksbeutel probierten. Eine interessante Inszenierung, deren Niveau die Weine jedoch nicht ganz halten konnten.

Zum Mittagessen besuchten wir die Weinstube Schurk in Markelsheim, wo wir uns bei verschiedenen regionalen und internationalen Spezialitäten für den Nachmittag stärkten, der seine Fortsetzung beim Weingut Hofmann in Röttingen fand, das laut Herr Hofmann fast, aber doch nicht in Württemberg, sondern im Anbaugebiet Franken  liegt. Bescheiden und mit gewisser Selbstironie schilderte Herr Hofmann seine Karriere als Winzer, von Tiefpunkten bis zum Höhepunkt: Den Gewinns des Deutschen Rotweinpreises für einen Tauberschwarz. Seine klare Linie war eindeutig schmeckbar beim fein strukturierten Riesling und Silvaner und gipfelten beim Tauberschwarz, den in dieser Ausprägung wohl noch wenige der Teilnehmer vorher probiert hatten. Der 2013er mit Aromen reifer Brombeeren und Tanninen und der 2012er „R“ Feuerstein, Gewinner des Deutschen Rotweinpreises; mit klaren Holztönen, Aromen dunkler Früchte und Zartbitterschokolade und einem Potential von noch gut 10 Jahren – ein eindrucksvolles Geschmackserlebnis.

 Zum Schluss gab es noch eine vergnügliche Planwagenfahrt mit Secco- und Weingenuss rund um Markelsheim mit Thomas und Conny Lehr vom Jakobshof, die mit Akkordeonklängen zu Gesang animierte, uns viel über Land und Leute erzählte und uns zum Schluss noch oberhalb der Weinberge ein zünftiges Vesper mit Rieslingsuppe und fantastischer Aussicht aufs „liebliche Taubertal“ servierte. So mochte doch so manch einer denken: „Wozu in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“

 

Ganz herzlichen Dank an Theresa Olkus für die Organisation und gemeinsam mit Stefanie Schwarz für die charmante Begleitung durch den Tag, an Karl-Ernst Schmitt für die Vorbereitungen und an unseren Busfahrer Volker Stutz für seine sichere Fahrweise und Unterstützung bei den Weinproben.

 

Regina Brendle, Juni 2015

 

nach oben