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DATUM: Friday, 24.07.2015,  19:00 Uhr
ORT: Burg Wildeck

"Burg Wildeck, Große Lage (VDP) des Staatsweingutes Weinsberg"

Nach dem „Gundelsheimer Himmelreich“ lädt uns Dipl. Oenologe Hanns-Christoph Schiefer an diesem Abend ein, die Burg Wildeck und ihre ‚Große Lage‘ kennen zu lernen.

 

Exkursion zur Burg Wildeck

 

Am sommerlich-heißen Abend des 24.07.2015 machten sich die Mitglieder und Gäste der Weinbruderschaft Heilbronn e.V. auf, um die Burg Wildeck önologisch zu erobern. Herzlich empfangen wurden sie vom Dipl. Önologen Hanns-Christoph Schiefer im Hof der Burg mit Sektflöten, die mit erfrischendem „Pinot blanc de noir brut Sekt“ aus der Lage Burg Wildeck gefüllt waren.

 Nach einer kurzen Begrüßung durch den Gastgeber und unseren Bruderschaftsmeister Karl-Ernst Schmitt begaben wir uns in den Festsaal der Burg. Zur Verkostung kamen ausschließlich Weine aus der Lage Burg Wildeck. Die Probe startete mit zwei Gutsweinen:  Aus dem Jahrgang 2014 kamen ein „Grauer Burgunder trocken“ mit feinen Karamellnoten, der nicht zu breit wirkte, und ein eleganter „Weißer Burgunder trocken“, der feingliedriger war, zur Verkostung. Burg Wildeck, so erfuhren wir ist ein Weißweinbetrieb, wo 80 % Weißwein, 20 % Rotwein wachsen, was sich dann auch in der Zusammensetzung der Probe zeigte. Die Lagen sind nach Süden bzw. Südwesten orientiert, 300 – 350 m hoch dadurch wird das Lesegut später reif. Es gehört zur LVWO dessen Begrifflichkeit (Schiefer: „haben sie es nur versucht oder haben sie es gekonnt“) oft zu Irritationen führt und daher – einfacher ausgedrückt -  zum Staatsweingut Weinsberg. Durch Flurbereinigung sind die Flächen zwar mit dem Traktor fahrbar, die geernteten Qualitäten erzielt man jedoch nur mit selektiver Handlese. Aus der gehobenen „S-Klasse“ stammten die beiden folgenden Weine: „2013 er Traminer S“, dessen Duft einen Rosenstrauß ins Glas zauberte und ein stahliger „Riesling S“ von ganz eigener Aromatik.

 Zum Vesperbuffet, das mit regionalen Spezialitäten den Gaumen verwöhnte, genossen wir einen Gutsriesling, der schon als gehobener „Vesperwein“ getrunken werden sollte. Dabei erfuhren wir von Hanns-Christoph Schiefer viel über die bewegte Geschichte der Burg Wildeck, die schon im 11. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurde. Einer unserer Gäste, Herr Löffler, berichtete uns ergänzend über die neuzeitliche Renovierungsgeschichte durch das Land Baden-Württemberg.

 Das Publikum für Barrique-Weine im Weißweinbereich ist begrenzt, so Schiefer, doch allen Grund, Fan zu werden lieferten die beiden folgenden Hades-Weine: „2012er Grauburgunder trocken“, mit viel Schmelz, rund und vollmundig und ein „2013er Chardonnay trocken“, der etwas unruhig auf der Zunge, aber  noch viel Potenzial hat. Die höchste Qualitätsstufe eines VDP-Betriebes sind die „Großen Gewächse“, bei denen die Probe fortan verweilte: „2012er Grauer Burgunder trocken“, saftig, dicht und mit floralen Noten und ein „2013er Riesling trocken“, von Eleganz, Reife und Harmonie. Die 20 % der Rotweine, wurden in Form zweier erstklassiger Spätburgunder trocken GG des Jahrgangs 2012 und 2008 verkostet: der „2012er mit Kirschenaromen, ohne vordergründiges Holz und durchaus trinkreif, der 2008er, der bereits unterschiedliche Ausprägungen zeigte, aber mit tiefer Reife überzeugte.

 Eine Verkostung des Weines wo er wächst in historischen Gemäuern ging viel zu früh zu Ende. Herzlichen Dank an Herrn Schiefer für die Durchführung und kompetente Kommentierung der Probe sowie an Thomas Drachler und Wolfgang Heinrich für den Ausschank der Weine sowie an unseren Busfahrer, der uns den Zugang zur Burg sehr verkürzt hat. Besonderer Dank gebührt unserem Bruderschaftsmeister Karl-Ernst Schmitt für die umfangreichen Vor- und Nachbereitungen vom Besorgen des Busses und des Vespers.

 

Regina Brendle, Juli 2015

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