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DATUM: Saturday, 22.10.2016,  19:00 Uhr !
ORT: Heinrich-Fries-Haus - Herbstprobe -

"25 Jahre Weinbruderschaft Heilbronn - eine nicht nur vinophile Rückschau"

Weinbruder Thomas Drachler möchte uns mit entsprechenden Weinen der letzten 14 Jahre einprägende Ereignisse und Veranstaltungen in unserer Vereinigung und in der Welt in Erinnerung bringen. Wir sind sehr gespannt auf diesen Abend.

 

Im fünfundzwanzigsten Jahr des Bestehens der Weinbruderschaft Heilbronn e.V. bot Weinbruder Thomas Drachler am 22.10.2016 im herbstlich geschmückten Saal des Heinrich-Fries-Hauses einen nicht ganz alltäglichen, historischen und önologischen Rückblick auf die gemeinsam erlebten Höhepunkte der vergangenen Jahre, der mit Bildern und Zeitdokumenten umrahmt wurde. Doch zuerst begrüßte Bruderschaftsmeister Karl-Ernst Schmitt die Gäste und Konventsmitglieder zur 305. Veranstaltung seit Gründung, jede davon war ein vinophiles Unikat und geeignet dazu, das Weinwissen zu mehren und den Blick über den Glasrand hinaus zu schärfen. Gleichzeitig bedankte er sich bei all denjenigen, die in 25 Jahren aktiv zum Vereinsleben beigetragen haben, allen voran die ehrenamtlich tätigen Vorstandsmitglieder. Prickelnd unterstützt wurde seine Rede durch einen von Ex-Kellermeister Peter Fleischmann gespendeten Champagner des Jahrgangs 2002 aus dem Hause Roederer, der annähernd so jugendlich frisch wirkte wie der 2011er Silvaner Sekt vom Schloß Weikersheim.

Der erste Wein, ein 2011er Riesling Wurmberg trocken des Weinguts Dautel war schon der Star des Galamenüs im Jahr 2015, dessen Glanz auch bis heute nicht verblasst ist. Gleichzeitig erinnerte Drachler in Bildern an die Exkursionen im Jahr 2015 nach Tauberfranken und in 2014 an die Nahe sowie an den deutschen Gewinn der Fußball-WM 2014. Ein tolles Erlebnis war auch die Exkursion nach Südtirol im Jahr 2013. Mit dem 2012er Riesling Kieselstein trocken des Weinguts von Racknitz, Nahe, dessen typische Mineralik Nase und Gaumen besticht, ließ er nochmals den im gleichen Jahr im Rahmen des Ausflugs verkosteten Klingelberg Riesling der Staufenburg wiederaufleben. Der 2011er Grauer Burgunder S trocken des Weinguts Klaus Keller in Flörsheim-Dalsheim, zu dessen Kunden auch die britischen Royals gehören, mundete auch ungekrönten Weinkennern genauso wie die im Jahr 2010 im Ausflug an den Roten Hang kredenzten Gewächse. Den 2009er Riesling GG „Das Lied von der Erde“ des Weinguts Graf Adelmann, der auf Keuper wuchs und vom Geschmacksmuster her eher an den Mittelrhein passte, verbanden viele mit dem Gedanken an die damalige Exkursion dorthin, wo man auch lernte, dass „ein Tag ohne Wein ein Gesundheitsrisiko“ ist. Im Jahre 2007 wuchs der Pinot blanc des Schlossguts Diel – seine fruchtigen Quittennoten beglücken jeden Gaumen, wie auch die im gleichen Jahr durchgeführte Exkursion an den Kaiserstuhl für die Teilnehmer viele Glücksmomente bot und glücklicherweise fand in diesem Jahr die Eröffnung des Heinrich-Fries-Hauses statt, welches zum Domizil der Veranstaltungen des Konvents wurde.

Direkt zu den Rotweinen und ins Jahr 2005 glitten wir hinüber mit einer Cuvée les Terrasses von Alvaro Palacios im Priorat, es war das Jahr, das Deutschland – wenn auch nur für kurze Zeit – einen Papst bescherte und den Weingeschwistern eine Exkursion ins Rheingau. Der 2004er Pinot Noir Grande Reserve Ried Holzspur des Weinguts Johanneshof Reinisch, ein eleganter Spätburgunder, begleitete den von Schatzmeister Herbert Kern und seiner Frau liebevoll angerichteten Gourmetteller und dabei ließ man Bilder der Exkursionen in 2004 ins Markgräfler Land und 2003 nach Franken Revue passieren. Im Jahre 2002 designt Charles Rizzi das Dekor einer Heilbronner Stadtbahn, die Mitgliederzahl des Vereins ist konstant und 2001 findet der erste Trollinger-Marathon statt. Der 2002er Rotspon Reserve des Weinguts Jurtschitsch ist noch sehr frisch und fruchtig, die Bezeichnung „Rotspon“ kommt aus Norddeutschland, wo es wichtig war, dass das Fass auf See war. So steuerten wir auf die Jahrtausendwende zu, in Gedanken bei der Exkurison in die Wachau, welche schöne Erlebnisse um den Wein bot. 1999 wurde der Euro eingeführt; ob dies in Zusammenhang mit der damaligen Sonnenfinsternis ist, sei dahingestellt, sicher ist, dass der 1999er Badia e Passignano der Marchesi Antinori ein wunderbar schlanker, gereifter Wein ist. Mit einer betörenden Nase überzeugt der 1998er Vina Imas der Bodega Baron de Ley im Rioja, während Drachler sich dem nüchternen Thema der Entwicklung des Bruderschaftsrates zuwendet. Beschwingter widmen wir uns dem Jahr 1996, als eine Delegation des Vereins am Treffen der deutschsprachigen Weinbruderschaften in Wien teilnahm – unvergesslich! Die Kirscharomen des 1996 Montes Alpha M von Aurelio Montes in Santa Cruz Chile, einem der größten chilenischen Rotweinproduzenten verzücken Nase und Gaumen. 1995 fand in Heilbronn das erste Gipfeltreffen der Württemberger Weine statt und eine Kultweinprobe in der Weinbruderschaft, die auch heute noch für Denkanstöße tauglich wäre. Vollmundig, rund und dicht kommt der 1994er Château Bouscassé Vieilles Vignes von Alain Brumont im Madiran daher, gefolgt von einer ebenfalls von Peter Fleischmann gespendeten Heilbronner Staufenberg Lemberger Spätlese der WG Heilbronn-Erlenbach-Weinsberg aus dem Jahr 1993, die sich auch sehr gut gehalten hat. 1993 wurden die fünfstelligen Postleitzahlen eingeführt und der Weinjahrgang ging als Superlativ in die Geschichte ein. Wohl eher nicht in die Geschichte eingehen wird der 1993er Bricco della Bigotta von Giacomo Bologna im Piemont, dessen Alter doch deutlich wahrnehmbar ist. Und so näherten wir uns dem Gründungsjahr der Bruderschaft 1991 mit einer Riesling Auslese trocken Trabener Würzgarten des Weinguts Molitor, Mosel, die noch sehr präsent war. Und so hat die Weinbruderschaft Heilbronn e.V. im Laufe der Jahre auch ihre Entwicklungen genommen und wurde – wie das bei gutem Wein auch ist – reifer und entwickelte sich ständig weiter.

Ganz herzlichen Dank an Thomas Drachler, der als nicht ganz so „fossiles Mitglied“ die Entwicklungen in mühevoller Recherche präzise aufgearbeitet und ganz im Zeitgeist auch einmal mit einem Augenzwinkern zum Besten gegeben hat. Ein herzliches Dankeschön an Herbert Kern mit Gattin für das Anrichten der Gourmetteller, an Wolfgang Heinrich für das optimale Temperieren der Weine und die stilvoll-herbstliche Dekoration und an Stefan Kurz und Andreas Leonhardt für den Ausschank der Weine.

Regina Brendle, November 2016

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