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DATUM: Saturday, 28.01.2017,  18:30 Uhr
ORT: Restaurant Trappensee

"Galamenü und Neuaufnahme in die Weinbruderschaft"

Unser Jahresthema begegnet uns bei den hochfeinen Weinen unseres Galamenüs im Restaurant Trappensee in Heilbronn. Wir freuen uns auch über eine Neuaufnahme.

 

Im festlichen Ambiente des großen Saals des Trappensee-Restaurants in Heilbronn fand am 28.01.2017 die Jahresauftaktveranstaltung der Weinbruderschaft Heilbronn e.V., das Galamenue, statt. Wein, so zitierte Bruderschaftsmeister Karl-Ernst Schmitt aus Hermann Hesse‘ s Weinepos in seiner Begrüßungsrede, ist Zauberer, Verführer und ein Bruder des Eros, der Unmögliches vermag, aber auch verstanden und mit Mühe gewonnen werden will. Schon allein die Auswahl der Weine durch Bruderschafts- und Kellermeister verdiene das Brot der Künstler - Applaus. Er sollte Recht behalten.

Nach einer vielversprechenden Ouvertüre beim Empfang mit einem fein strukturierten Pinot Meunier Sekt rosé brut der WG Cleebronn&Güglingen wurden an diesem Abend 3 neue Mitglieder in die Bruderschaft aufgenommen, die sich den Vereinsregeln verpflichteten und vorstellten: Korinna Theilacker, deren Geburtsjahrgang auch ein sehr guter Weinjahrgang war und als gutes Omen für eine Weinzukunft gewertet werden kann. Elke Wiesner-Rohn, die gebürtig aus Frankfurt/Oder über die Gemeinderatspartnerschaft in Heilbronn ihren zukünftigen Mann und den hiesigen Wein kennen und lieben lernte und Kurt Hornung, der bereits als Austauschschüler den Beaujolais entdeckte und sich als Einwohner von Weinsberg nur schwer dem Wein entziehen konnte. Mit einem trockenen Rosé-Wein des Weinguts Drautz-Able stieß man auf das Wohl aller Mitglieder an und genoss diesen auch zum Gruß aus der Küche, einem geräucherten Forellenfilet mit Limetten-Crème-fraîche und Forellenkaviar.

Zwei Weißweine aus der Burgunderfamilie begleiteten die Vorspeise: gegrillter Schafskäse mit lauwarmen Antipasti und Oliven-Zabaione. 2015er Weißburgunder trocken VDP 1. Lage Kleinbottwarer Lichtenberg von Graf Adelmann, der, so Wolfgang Heinrich in seinen die Weine begleitenden Ausführungen, schonend filtriert ein feines Bouquet von reifer Birne und Kräutern hat, und der 2015er Grauburgunder trocken Premium S vom Weingut Plag, der fruchtbetont mit weicher Säure und cremiger Struktur bestens passt und im Weingut ausverkauft ist. Ein gut gelaunter lyrischer Einwurf vom stellvertretenden Bruderschaftsmeister Hartmut Clemens lobte das im Saale herrschende „pralle Leben“, während der Zwischengang, gebratene Jakobsmuscheln mit Topinambur-Musseline und Krustentierschaum serviert wurde. Dazu buhlten zwei Rieslinge um die Gunst der Genießer: ein von Eichelmann mit 4 Sternen bewerteter 2015er Riesling trocken „Großheppacher Steingrüble“ des Weinguts Klopfer, der eher Elsaßcharakter hat und ein 2015er Riesling Schilfsandstein trocken vom Weingut Notz mit fülligem Körper und Aromen weißer Früchte.

Zum Hauptgericht, perfekt gebratenen Medaillons vom Hirschrücken an Kirsch-Nelken-Jus mit Rahmwirsing und Steinpilzravioli besprach Bruderschaftsmeister Karl-Ernst Schmitt seinen „Heimatwein“, eine 2011er Vinitiative Rotweincuvée trocken aus dem gleichnamigen Jungwinzerprojekt der WG Lauffen mit dichten Körper und großer Fülle. Kellermeister Wolfgang Heinrich stellte den 2012er Nicodemus vor, der unfiltriert, mit tiefdunkler Farbe und Brombeer- und Schokoladenaromen eine perfekte Ergänzung des Hauptgangs darstellte.

Eine rhetorische Nachspeise bot uns Hartmut Clemens mit den Kanzlerworten des Abends, welche die Gemeinschaft und die gemeinsamen Aktivitäten der im Weine verbundenen Geschwister be- und verschworen. Im Anschluss lobte Roland Beck die Vereinigung und den Genuss, „hier Mensch sein zu dürfen“. Danach wurde das Dessert, ein Tonkabohnen-Parfait an Valrhonascho-koladenmousse und gebackener Hippe, serviert, begleitet von einer echten Rarität: „nN3“, Wein aus getrockneten Trauben Rot der WG Cleebronn-Güglingen, die im Einklang mit den Schokoladenaromen den Gaumen aufs Beste verwöhnte. Ein genuss- und stilvoller Abend ging spät zu Ende und man erwartet, so doch eine Steigerung kaum möglich scheint, gerne eine Fortsetzung. Dank an Wolfgang Heinrich und Karl-Ernst Schmitt für das Besorgen und Besprechen der Weine sowie an das Team des Restaurants Trappensee für die hervorragende Küche und den perfekten Service.

Regina Brendle, Januar 2017

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