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DATUM: Friday, 07.07.2017,  Ab 18:00 Uhr
ORT: Weingut Eberbach-Schäfer

"Ein Sommerabend auf dem Weingut Eberbach-Schäfer in Lauffen"

Diesen Abend wollen wir genussvoll bei gutem Wein und einem Buffet auf dem ambitioniert neu gestalteten Weingut Eberbach-Schäfer in Lauffen verbringen.

 

Unter Inkaufnahme des ganz alltäglichen „Bahnsinns“ auf der Frankenbahn (30 Minuten Verspätung, kostenlose Sauna in den Waggons) fuhr eine Gruppe der Weinbruderschaft Heilbronn e.V. und Gäste am 07.07.2017 von Heilbronn Hbf. nach Lauffen und – begleitet von wolkebruchartigen Regenfällen - mit dem Taxi weiter ins Weingut Eberbach-Schäfer in Lauffen. Als Entschädigung für diese kurze Odysee wurden wir von Willi und Frieder Schäfer mit weißem und rosé-Sekt begrüßt, ideale Abkühlung an diesem schwülen Sommerabend.

Nach der Begrüßung durch Hartmut Clemens, unseren stellvertretenden Bruderschaftsmeister, und Frieder Schäfer, der das Weingut heute führt und gerne von der 54jährigen Erfahrung seines Vaters profitiert, widmeten wir uns der Praxis. Der 2016er Duett Riesling und Sauvignon blanc trocken ist der zum Sommer passende Wein und sein balanciertes, kräutriges Säure-Süße-Spiel lässt ahnen, dass der Sauvignon blanc dem in Württemberg nicht mineralischen Riesling guttut. Doch der Kontrast folgte sofort: der 2016er Grauburgunder trocken ist die Boomtrendrebsorte für die Jugend, die von Coca-Cola entwöhnt werden soll und starke Aromen von Honig und Melone liebt, Anbaufläche steigend. Zum Vesperteller, der eher als Feinschmeckerteller für Gourmets bezeichnet werden konnte, genossen wir einen 2016er Riesling aus der Literflasche, der die diversen Schmankerl aufwertete. So gestärkt widmeten wir uns den im großen Holzfass ausgebauten Weißweinen: Der 2016er Chardonnay trocken vom sehr steinigen Muschelkalkfelsen imponiert mit seiner buttrigen Cremigkeit, der 2016er Sauvignon blanc trocken besticht durch ausgeprägte Frische und Lebendigkeit.

Nicht fehlen darf bei einer württembergischen Weinprobe der Trollinger, Frieder Schäfer kredenzte uns einen 2015er Trollinger trocken von 20 Jahre alten Reben aus einem Südtiroler Vernatsch-Klon, dessen weiche Tannine und Amarenakirscharomen zu den Rotweinen überleiteten. Leichten, eleganten Trinkgenuss bot uns der aus der Lauffener Paraderebsorte Schwarzriesling gekelterte 2015er Schwarzriesling „im Holzfass gereift“ trocken. Als Top-Lemberger kann der 2015er Lemberger Privat-Reserve trocken schon allein deshalb bezeichnet werden, weil sein Ausbau in deutscher, französischer und amerikanischer Eiche stattfindet und seine Cassis-Aromen spiegeln die Typizität der Rebsorte wider. Mit diesem Wein im Glas wagten wir einen Blick von der Terrasse des Weinguts auf die Weinberge und den Neckar. Ein 2011er Cabernoir Privat-Reserve trocken – eine Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Cabernet Mitos, der zweieinhalb Jahre im Holzfass reifte, rundete mit vielschichtigen Aromen von Brombeere, Heidelbeere und Lakritz den Rotweingenuss harmonisch ab. Doch Willi Schäfer hatte auch seine Schatzkammer für uns geöffnet. Ein weicher, runder Rotwein eines renommierten Erzeugers aus dem Jahre 1985 wurde von Kellermeister Wolfgang Heinrich als St. Emilion Grand Cru des Château Canon La Gaffelière erkannt und entsprechend gewürdigt und genossen. Letztes Highlight der Verkostung war der aus dem Weingut Eberbach-Schäfer stammende 1993er Spätburgunder Auslese aus der Magnumflasche, der ebenfalls noch sehr präsent und frisch war.

Fahrplanbedingt fand dieser Abend ein zeitiges Ende, doch önologische Steigerungen wären keine mehr möglich gewesen. Ganz herzlichen Dank an Willi und Frieder Schäfer für den freundlichen Empfang, die ehrlichen Kommentare und die Schatzkammerweine sowie an den Vorstand der Weinbruderschaft Heilbronn e.V. für die Organisation der Verkostung und die Weinauswahl.

Regina Brendle, Juli 2017

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