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DATUM: Saturday, 14.10.2017,  19:00 Uhr
ORT: Heinrich-Fries-Haus

"Der Rheingau, die Geburtsstätte des Rieslings"

In unserer traditionellen Herbstweinprobe stellt uns Bruderschaftsmeister Karl-Ernst Schmitt die hochfeinen Weine dieses einzigartigen Anbaugebietes vor.

 

Riesling satt gab es im Verkostungsjahr 2017, das diesem Thema gewidmet war, in der Weinbruderschaft Heilbronn e.V. und die am 14.10.2017 von Bruderschaftsmeister Karl-Ernst Schmitt initiierte Verkostung der Rheingau-Rieslinge beleuchtete das Thema abschließend. Im wunderbar herbstlich geschmückten Saal des Heinrich-Fries-Hauses begrüßte er bei einem 2014er Cuvée Katharina Riesling Sekt brut des Wein- und Sektguts F.B. Schönleber, Oestrich–Winkel Gäste und Mitglieder und ganz besonders Peter Juratowitz, der als „Schlaraffe Bonmot“ den Abend mit heiteren Beiträgen umrahmte.

Schon bei den Germanen gab es eine Wildrebe, die durch Kreuzung mit Traminer durch die  Römern dann eine„Urrebe“ ergab. Diese wurde im Mittelalter gekreuzt mit Heunisch, so entstand der uns bekannte Riesling, der heute weltweit 0,6 % der Anbaufläche belegt und dessen teuerste Gewächse aus dem Rheingau kommen. Johnson schreibt diesen Rieslingen in ihrer Höchstform edelsten Charakter zu. Wir begannen auf „Einstiegsniveau“ mit einem 2015er „Östricher Muschelkalk“ Riesling trocken des Weinguts Spreitzer, Oestrich, der leichtes Trinkvergnügen bot, um dann geschmacklich den 2014er „Magic Mountain“ zu erklimmen, einen Rüdesheimer Riesling trocken des Weinguts Leitz, dessen durch Holzfassausbau erzeugte Cremigkeit die hohe Exportquote erklärt. „Quarzit“ – der Boden ist Name und Programm für den Wein des 2016er Oestricher Rieslings trocken von einem der besten Winzer Deutschlands, nämlich Peter Jakob Kühn, dessen mineralische Eleganz sehr vielversprechend ist.

Schon beglückte uns „Schlaraffe Bonmot“ mit seinem ersten Beitrag, indem er das „Wein probieren“ in diesem stilvollen Ambiente pries: die „Gaumensegel werden karessiert ad majorem vini gloriam“ und „wo man schenkt ein, da ist gut sein“. Dies erkannten auch die seit 900 Jahren tätigen Mönche des Klosters Eberbach, von denen wir mit dem 2015er „Wiesbadener Neroberg Crescentia“ Riesling trocken, einen Wein bester Lage mit raffiniertem Zucker-Säure-Spiel verkosteten. Mit mehr Schmelz durch Holzfassausbau präsentierte sich dann der 2015er „Rauenthaler Gehrn Crescentia“ Riesling trocken des gleichen Weinguts. Eine Steigerung an Schmelz war der 2015er „Hochheimer Stielweg Alte Reben“ Riesling trocken, VDP Erste Lage des Weinguts Künstler, dessen strenge Qualitätsphilosophie und alte Reben diesen opulenten Wein hervorbrachten.
Und noch einmal erfreute uns „Schlaraffe Bonmot“ und versicherte uns, dass zu Dichtung und Genuss der Durst führt, aber auch dass guter Wein und schöne Frauen süße Gifte sind. „Bier ist Menschenwerk, Wein ist von Gott“. Das erkannten wir unmittelbar beim Probieren des mineralische eleganten 2015er „Schloss Johannisberg Riesling Rotlack“ Kabinett trocken von „der Rieslinginstitution“ Schloß Johannisberg, wo seit 1200 Jahren Weinbaugeschichte geschrieben wird. Interessant der Vergleich mit dem 2015er „Kostheim Weiß Erd“ Riesling GG trocken VDP Große Lage des Weinguts Künstler, der mit mineralischen Noten und stabilem Säuregerüst noch genügend Opulenz aufweist. „Burg Roseneck“ ist eine Quarzitsteillage, deren 2015er Riesling trocken GG des Weinguts Leitz nach Holzfassausbau einen feingliedrigen Riesling mit Kräuteraromen und langer Lagerfähigkeit hervorbringt. Nicht zu verwechseln mit dem „Oestricher Rosengarten“, dessen 2015er Riesling trocken GG des Weinguts Spreitzer mit Aromen reifer Pfirsiche und noch mehr Körper besticht.

Restsüße Weine kommen im Rheingau vor allem aus der Lage „Oestricher Lenchen“. So genossen wir eine mit exotischen Fruchtnoten betörende 2015er Riesling Spätlese des Weinguts Spreitzer und einen 2016er Riesling Kabinett VDP Große Lage des Weinguts Peter Jakob Kühn mit überwältigenden Pfirsich- und Birnenaromen als süßem Abschluss.

Ganz herzlichen Dank an Karl-Ernst Schmitt für die aufwändige Vorbereitung und kompetente Kommentierung der Verkostung, an Ilse-Marie Litfin für das begleitende leckere Käsegebäck, an Wolfgang Heinrich für die stimmungsvolle herbstliche Dekoration des Saals, an Thomas Drachler für Bild und Ton sowie an „Schlaraffe Bonmot“ für die heitere Umrahmung der Veranstaltung.

Regina Brendle, Oktober 2017

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