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DATUM: Saturday, 26.10.2019,  19:00 Uhr
ORT: Heinrich-Fries-Haus

"Herbstweinprobe: Deutsche und internationale Cuvée-Ikonen"

Unter den teuersten und begehrtesten Weinen dieser Welt befinden sich in einem nicht geringem Anteil auch Cuvée-Weine. Karl-Ernst Schmitt stellt uns in dieser anspruchsvollen Probe begehrte Cuvée-Weine vor. (Probe mit Sonderumlage!)

 

Im Rahmen der „Herbstweinprobe“ präsentierte Bruderschaftsmeister Karl-Ernst Schmitt den Weingeschwistern der Weinbruderschft Heilbronn e.V. im farbenfroh herbstlich geschmückten Saal des Heinrich-Fries-Hauses am 26.10.2019 „Deutsche und internationale Cuvée-Ikonen“. Ikonen, so Schmitt sind geweihte Tafelbilder, von denen jedes einmalig ist – so stellt sich nun die Frage: Sind auch die Weine einmalig und schmecken diese wirklich „zum Niederknien“?

Als „Apéro“ probierten wir einen vom Bruderschaftsmeister gesponserten 2011er Franciacorta „Millesimato Brut“ Sekt, der aus Chardonnay, Pinot bianco und Pinot noir gekeltert war. Die hohen Qualitätsnormen des „Consorzio Franciacorta“ ließen sich gleich beim ersten Schluck schmecken: subtile Perlage, feiner Hefeton, Aromen von Brioche und Birnen und dezente Säure.

Die württembergischen Weine, so Schmitt, sind prädestiniert für Cuvées und so waren die 3 Folgeweine eine Hommage an Württemberg, beginnend mit dem renommiertesten Erzeuger, dem Staatsweingut Weinsberg. Dessen „Grande Réserve Cuvée Rot“ 2016 aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc hatte 2018 den VINUM Deutschen Rotweinpreis gewonnen und schmeckt nach reifen Brombeeren und dunkler Schokolade, zeigt im Abgang aber noch eine gewisse unreife Note. Nicht fehlen bei einer Verkostung unseres Bruderschaftsmeisters darf ein Wein aus Lauffen, und so war die von der dortigen WG gesponserte „Vinitiative Cuvée Rot 2010“, der den VINUM Deutschen Rotweinpreis 2012 gewonnen hatte, eine gute Ergänzung. Diese von einem Jungwinzerprojekt produzierte Cuvée aus Lemberger, Cabernet Mitos, Rehberger, Cabernet Cubin, Dornfelder, Spätburgunder, Schwarzriesling und Merlot wird auch scherzhaft „Pinzettenwein“ genannt, doch der Aufwand wird durch reife Beeren- und Bitterschokoladenaromen gerechtfertigt. Kultstatus hat der „Granat“ des Weinguts Albrecht Schwegler schon lange erreicht und der 2014er ist eine dieser Cuvées aus Zweigelt, Merlot und Lemberger, die komplett in neuen Barriques ausgebaut noch sehr jung und kräuterig wirken – man muss eben auch warten können. Deutlich reifer dagegen kam der 2015er Pago de Carraovejas aus Penafiel daher, eine Cuvée aus Tinto Fino, Cabernet Sauvignon und Merlot, die mit viel Frucht und weichen Tanninen den von Ilse-Marie Litfin und Manuela Clemens arrangierten Vesperteller ideal begleitete. Ein Exot aus dem Nahen Osten wurde uns mit dem 2010er Château Mussar Red aus dem Bekaa-Tal des Libanon präsentiert. Die in der ältesten bekannten Weinregion der Welt – nämlich Baalbek – aus Carignan, Cinsault und Cabernet Sauvignon zu 100% biologisch erzeugte Cuvée kann ihre französischen Einflüsse nicht verbergen und bereitet mit weichen Tanninen und gut eingebundener Säure Trikvergnügen. Der Produzent „Antinori“ ist in Italien Synonym und Programm für ausgzeichnete toskanische Weine aus San Giovese und Cabernet Sauvignon, der 2015er Tignanello ist ein weiteres Beispiel für einen samtig weichen, runden „Super Toscan“. Dass man im Bordelais schon immer mit Cuvées zu Weltruhm gelangt ist, ist kein Geheimnis. Der 2001er Château Léoville-Las-Cases ist der beste Beweis für jahrhundertealte Erfahrung: Dieser langlebige Wein trinkt sich frisch, harmonisch und ist einfach perfekt!

Als „Mundspüler“ präsentierte sich uns die 2017er Weißweincuvée „Von Weiß und Grau“ des VDP-Weinguts Kistenmacher-Hengerer wie ein jäher Absturz aus Rotweinträumen, der nur noch durch die Trockenbeerenauslese „non vintage“ des Weinlaubenhofs Kracher, Burgenland mit ihren konzentrierten Quitten- und Marillenaromen aufgefangen werden konnte.

Nicht im Knien, aber auch nicht ohne Demut sollte man solche herausragenden Weine genießen, die uns heute Abend präsentiert wurden. Herzlichen Dank an Karl-Ernst Schmitt für die Zusammenstellung dieser Pretiosen sowie deren eloquente Kommentierung und die Spende des Vespertellers, an Ilse-Marie Litfin, die zusammen mit Manuela Clemens diesen auch dekorativ vorbereitet hat. Danke an Thomas Drachler und Stefan Kurz für den Service rund um den Wein und an Wolfgang Heinrich für die stilvolle herbstliche Dekoration.

Regina Brendle, Oktober 2019

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