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DATUM: Saturday, 18.06.2005,  bis Sonntag 19.06.2005
ORT: Rheingau

"Weinexkursion in den Rheingau"

 

Bei schönstem Sommerwetter trafen sich am 18. Juni gegen 10:00 Uhr 29 Teilnehmer, Konventsmitglieder und ihre Partner zum Auftakt der diesjährigen weinkulturellen Exkursion  im Garten des Wein- und Sektgutes F.und B. Schönleber in Oestrich-Winkel.

thumb_107_0752.jpgHerzlich begrüßt wurden wir vom Oberreimer der Geisenheimer Weinreimer, Herrn Jürgen Fritz, seinem Stellvertreter Herrn Heise und ihren Gattinnen, sowie vom Hausherrn Bernd Schönleber und seiner Gattin. Unter schattigen Bäumen wurden uns zum „Warmlaufen“ bereits die ersten Spezialitäten des Hauses gereicht, die Geist und Zunge bereits nachhaltig anregten: 2003er „Cuvée Katharina“,ein Rieslingsekt brut, mit feiner, fruchtiger Rieslingnote  und ein 2003er „Creation Karat“, eine Cuv?e brut aus Riesling-und Spätburgundersekt, mit viel Rasse und Fülle.

"Empfang im Garten des Weingutes F. u. B. Schönleber

thumb_107_0754.jpgBei der sich anschließenden Kellerführung informierte uns Bernd Schönleber sehr eingehend über die Sektbereitung im Allgemeinen und insbesondere im eigenen Weingut, in dem alle Sekte nach der traditionellen Methode von Hand gerüttelt hergestellt werden. Im Jahr 2001 und 2003 konnte das Weingut als bester Sekthersteller bei der Bundessektprämierung glänzen.
In dem mit 200jähriger Fichte getäfelten Gastraum präsentierte Bernd Schönleber dann folgende Auswahl seiner feinen Rieslinge:


"Bernd Scönleber stellt uns seine Weine vor"

2004er „Mittelheimer Edelmann“ Qba, trocken, ein schöner frischer Sommerwein, der teilweise einen biologischen Säureabbau erfahren hat. Gefolgt vom Flaggschiff des Gutes:
2003er „Mittelheimer Edelmann“, 1. Gewächs, trocken, ein superber Riesling mit mineralischer Note und reifen Fruchtaromen, sowie einer fein gepufferter Säure.
Aus dem halbtrockenen Bereich folgte der
2004er „Oestricher Klosterberg“, Kab. sehr fruchtig mit langem Nachhall.
Als krönender Abschluss wurde uns eine
2003er „Oestricher Lehnchen“, Trockenbeerenauslese kredenzt. In Nase und Gaumen präsentiert sich dieser Wein mit opulenten und komplexen Fruchtnoten (Birnen, Feigen) und einer harmonischen Säure, Sehr lecker!

Einen herzlichen Dank an Bernd Schönleber und Familie für diese sehr gute Probe aus einem
bemerkenswertem Sortiment.

Nach dem Bezug unseres Hotels „Nägler“ holten wir uns im schattigen Innenhof der Weinwirtschaft des Weingutes Basting-Gimbel „Die Wirtschaft“ in Winkel bei einem schmackhaften Mittagslunch neue Kraft für den Nachmittag.

thumb_107_0755.jpgEine kurze Fahrt entlang des Rheins führte uns nach Rüdesheim in das Premium-Weingut
von Georg Breuer. Bei nahezu 32°Außentemperatur empfing uns wohltuende Frische im historischen Keller des Weingutes.
Das 35ha große Weingut besitzt beste Lagen in Rüdesheim und Rauenthal. Die ‚Handschrift’
des im Vorjahr verstorbenen Bernhard Breuer, der Qualitätsstreben und die Rückbesinnung auf das Terroir stets engagiert vertreten hat, ist deutlich am Sortiment des Weingutes erkennbar.


"Weinprobe im historischen Keller des
Weingutes G. Breuer in Rüdesheim"

Aus der Basisserie des Weingutes kamen zur Probe:
2004er „GB Sauvage“, fruchtig mit einer angenehmen frischen Säure. Die beiden Ortsweine
2003er „Estate Rüdesheim“ und der 2004er „Estate Rauenthal“ überzeugten durch feine
Minaralität und klaren Fruchttönen, der 2003er war jahrgangsbedingt wesentlich komplexer.
Ein 2003er „Terra Montosa“ erinnerte im Glas an reife Früchte, konzentriert und mit einem  harmonischen Bitternote versehen. Von den Spitzengewächsen wurden verprobt:
2000er „Rauenthaler Nonnenberg“ ( die Lage ist im Alleinbesitz des Weingutes).
Ein fülliger Riesling mit langem Nachhall und einen
2002er „Berg Rottland“, Rüdesheim, harmonisch-fruchtig (grüne Äpfel und Pfirsiche)
und dezent mineralisch.
Zum Finale eine 2003er „Bischofberger Auslese“,- im Glasballon und im kleinen Edelstahlfass ausgebaut-, intensiv in Nase und Gaumen, dezente Salz-und Karameltöne, mit Fülle und Nachhall. Dabei hätte man verweilen können!

Eine faszinierende Riesling-Kollektion, alle mineralisch, reintönig, fruchtig und mit Fülle
versehen wurde uns gekonnt präsentiert. Herzlichsten Dank für diese exzellenten Weine.

Das Kontrastprogramm zum quirligen und stark frequentierten Weingut G. Breuer fanden wir dann anschließend bei einem Chorgebet in der Abteikirche zu St. Hildegard in den Weinbergen oberhalb von Rüdesheim. Der Nonnenchor des Klosters erfreute eine große Zuhörerschaft mit besinnlichen gregorianischen Gesängen der Hildegard von Bingen.

Ein erlebnisreicher Tag fand seinen Abschluss bei einem Abendessen auf der Terrasse des
Hotel Nägler. Ein warmer Sommerabend bei einer Flasche Rheinwein mit einem wunderschönen Blick über den Rhein – Es konnte schöner nicht sein!

thumb_107_0759.jpgAm Sonntagmorgen trafen wir uns dann um 10.00 Uhr vor dem Spätlesereiterdenkmal im Hofe des „Weinmonuments“  Weinbau-Domäne Schloss Johannisberg. Herzlich willkommen wurden wir von Dipl. Ing. E. Boos von der Domänenverwaltung, unserem Betreuer an diesem Vormittag. Bruderschaftsmeister Karl-Ernst Schmitt stellte Herrn Dipl.-Ing.Boos die Weinbruderschaft Heilbronn vor. Mit humorigen Worten und einer exzellenten Sachkenntnis plauderte Herr Boos bei der Führung durch die Außenanlagen über die Geschichte des Spätlesereiters, der Historie des Schlosses und die der Weinbaudomäne.

"Gruppenaufnahme vorm Spätlesereiter-Denkmal 
                                                                                                                                                       auf "Schloss Johannisberg"

Wir entdeckten den 50. Breitengrad mitten in den Grands Crus- Lagen der Domäne und nicht zuletzt auch das „Goetheplätzchen“. Welch herrlicher Blick von dort auf die ‚gesegneten Gebreiten’ (Zitat Goethe) des Rheingaus.
Immer wieder verblüffte Herr Boos uns mit seinem umfassenden historischen Wissen im Kontext mit der Geschichte des Schlosses, des Rheingaus und des Weinanbaus der Region.
Ein besonderes Erlebnis war die Besichtigung des 900 Jahre alten historischen Weinkellers
mit den Prunkfässern und der Schatzkammer der Domäne, die „Bibliotheca Subterra“.

Die Probe wurde eröffnet mit zwei Weinen des Weingutes G.H.v.Mumm-Johannisberg
2003er „Assmannshäuser Höllenberg“, Spätburgunder QbA., trocken,
zart-samtig mit feinen Kirscharomen, gefolgt von einem
2004er „Assmannshäuser Hinterkirch“, Spätburgunder-Weißherbst, QbA., halbtrocken
mit frischen Beeren-und Kirscharomen und schönem Nachhall. Der folgende
2003er „Schloss Johannisberger Riesling, Gelblack“ trocken, wurde am 26. September geerntet. Die bis auf das Jahr 1716 zurückgehenden Kellerbücher belegen, dass dieser Wein normalerweise Anfang November gelesen wird. Das Ergebnis dieser frühen Lese ist jedenfalls großartig. Jung, frisch, fruchtig und sehr harmonisch, ein ganz und gar nicht typischer 2003er!
Danach kreuzte (das 1. Mal am Vortag bei G. Breuer) nun vom Weingut G.H.v.Mumm, ein
2002er „Rüdesheimer Berg Rottland“ Riesling, „Erstes Gewächs“,
wieder unseren Weg. Auch dieser Wein präsentierte sich mineralisch mit prägnanten Fruchtnoten und gut eingebundener Säure.
2003er „Schloss Johannisberger Riesling, Grünlack-Spätlese, Schloss Johannisberg,
wurde wie im Jahr der Geschichte des Spätlesereiters anno 1775 teilweise aus edelfaulen
Trauben erzeugt. Dieser Riesling zeigt sich rund und füllig im Gaumen mit dezenten reifen Fruchtaromen und Honignoten. Ein sehr eleganter Wein!
Zum krönenden Abschluss hatten wir einen
1999er Johannisberger Riesling, Rosalack-Auslese, Schloss Johannisberg, im Glase.
Mit Aromen reifer gelber Früchte und einer sehr harmonischen Säure ‚tapeziert’ dieser
Wein sehr nachhaltig den Gaumen. Hierbei hätte man verweilen und einfach weiter trinken können!

thumb_107_0761.jpgFast andächtig lauschten die Teilnehmer im tiefen Holzfass bestückten Gewölbekeller und bei mattem Kerzenlicht den humorigen und äußerst kundigen Kommentierungen.
Staunen und fast Erfurcht ergriffen so manchen bei dem Gedanken über die jahrhunderte alte und prägende Weinbautradition dieses Schlosses. Hier haben die Qualitätsstufen wie
Spätlese, Auslese, Trockenbeerenauslese und der Eiswein ihren historischen Ursprung. Nicht weniger faszinierend ist natürlich die Geschichte dieses Schlosses und der Einfluss seiner Besitzer auf die deutsche und die europäische Geschichte.

"Herr Dipl.-Ing. E. Boos bei der Führung durch den historischen
Gewölbekeller des Schlosses Johannisberg".

Ein ganz großes Kompliment an Herrn Dipl.-Ing. E. Boos, der diesen Vormittag für uns zu einem ganz großen Erlebnis werden ließ.

Es war eine weinkulturelle Exkursion in eine Kulturlandschaft, die bei allen Teilnehmern sicher lange in guter Erinnerung bleiben wird.

(KES)

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