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DATUM: Wednesday, 13.07.2005,  19:30 Uhr
ORT: St. Peter + Paul

"Die höchste Form der Weinveredelung"

Ein perlender Genuss mit den Kreszenzen des Wein- und Sekthauses Stengel in Gellmersbach, die uns Kellermeister Horst Stengel präsentiert.

 

"Prickelnde Momente" – Sektprobe in der Weinbruderschaft Heilbronn

Alles über Schaumwein, dessen Geschichte und Bereitung erfuhren die Mitglieder der Weinbruderschaft Heilbronn am warmen Sommerabend des 14. Juli 2005. Horst Stengel, seines Zeichens bester deutscher Sekterzeuger 2001 und 2003 führte durch die Probe und stellte seine besten Produkte vor. Im Weingut Stengel in Weinsberg-Gellmersbach, begann man mit der Sektbereitung im Jahre 1988 mit 426 Flaschen Samtrot-Sekt, heute werden 17 verschiedene Sorten Sekt erzeugt mit einer Gesamtmenge von 15.000 – 18.000 Flaschen pro Jahrgang. Stengel legt sehr viel Wert auf Regionalität und Qualität. Seine Überzeugung, "dass regionale Spitzenprodukte nicht kopierbar sind", hat Vorbildfunktion.

Wegbereiter der Champagnerherstellung war um 1660 Dom Perignon (1639-1715) aus der Abtei Hautvillers bei Reims, der auch die Vorzüge der "Assamblage" entdeckte. Die gezielte Erzeugung ‚schäumenden Weines’ hat jedoch seinen Ursprung in London. Bereits um 1650 haben englische Kaufleute dank druckfester Flaschen und unter Einsatz von Korkverschlüssen ’schäumenden Wein’ hergestellt. Die durchgehende Anwendung der Flaschenvergärung nahm in der Champagne um 1700, begünstigt durch den Import druckfester Glasflaschen aus England, stetig zu.

Als deutscher Pionier der Sektbereitung ist Georg Christian Kessler zu nennen, der bei Veuve Clicquot in die Lehre ging und um 1820 die erste Sektmanufaktur in Esslingen begründete.

Alle im Hause Stengel bereiteten Schaumweine erfahren eine Flaschenvergärung.

Nach so viel Theorie ging es nun gleich an die Praxis. Ein 2003er Gellmersbacher Dezberg Lemberger Weißherbst-Sekt trocken war die erste Probe im Glas. Ein milder, süffiger Sekt für alle Gelegenheiten und so ganz nebenbei verriet Stengel, dass Lemberger die Rebsorte ist, mit der er am liebsten experimentiert. Aus dem Jahre 2003, einem für die Sektbereitung problematischen Jahr, da Sekt nur aus Grundweinen bis ca. 90° Oechsle machbar ist, verkostete man als nächstes den Gellmersbacher Dezberg Riesling-Sekt brut mit stahligem Bukett und Pfirsichtönen. Dieser Sekt war 1 Jahr auf der Hefe und wurde aus einem Ertrag von 60-70 kg/ar in Ganztraubenpressung hergestellt.

Eine Besonderheit sind die Sekte der Serie "Esprit". Für den Chardonnay Esprit gibt es 8 verschiedene Klone dieser Rebe im Weinberg, der Ertrag beträgt 53 kg/ar. Nach Ganztraubenpressung und 2 Jahren Hefelager präsentiert sich dieser Sekt opulent mit Vanilletönen und langem Abgang. Der 2001er Lemberger Crémant Blanc de Noires aus der Serie Esprit vermittelt Geschmackserlebnisse vom Lemberger wie Beeren und roten Früchten, jedoch viel filigraner und feiner und hat eine zarte Perlage. Ein Meisterwerk der Cuvée ist die

Cuvée Animus extra brut, die aus 7 verschiedenen Grundweinen, alle davon im Spätlesebereich assembliert wurde und man stellt einmütig fest: es handelt sich um einen großen Sekt! Eine Hommage an die beiden Töchter von Horst Stengel ist die Privat-Cuvée Caro-Li, welche vielfältige Aromen und Düfte aufweist und eine prickelnde Besonderheit im Glas ist. Zum Abschluss perlt der 2003er Muskattrollinger Weißherbst-Sekt trocken im Glas, der sehr fein und fruchtig mit Erdbeertönen auf der Zunge prickelt und nun hat es sich leider auch schon ausgeträumt. Ein Abend herrlich schäumender Erlebnisse geht zu Ende und was bleibt ist der Wunsch nach mehr.

Herzlicher Dank gebührt Herrn Horst Stengel für den informativen und genussreichen Abend bei dem man viel über das Thema ‚Schaumwein’ erfahren konnte, unter anderem auch ein zu beherzigendes Zitat der Madame Pompadur: " Der schäumende Wein ist der einzige Wein, welcher der Schönheit der Frauen nicht abträglich ist."

RB/KES

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