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DATUM: Saturday, 19.11.2005,  18:00 Uhr !!
ORT: St. Peter + Paul

"Benefizveranstaltung 2005"

Burgunder der Côte d’Or". Wir erweisen diesem einzigartigen Anbaugebiet und seinen großartigen Erzeugnissen unsere Referenz.

 

Benefizveranstaltung am 19.11. 2005

                                                    Rotweine der Côte d’ Or
Die alljährliche Benefizveranstaltung der Weinbruderschaft Heilbronn e.V. ist jedes Jahr ein besonderes Ereignis. Besonders deshalb, weil 500,-- € für eine guten Zweck gespendet werden und dies immer von einer hochkarätigen Weinprobe begleitet wird. Die diesjährige Spende erhielt der Verein „Pfiffigunde e.V.“, Heilbronn. Bruderschaftsmeister Karl-Ernst Schmitt konnte Frau Kleine, Vorstandsmitglied des Vereins, die Spende übergeben, die dankend entgegengenommen
wurde.
Der Verein, den Frau Kleine dem Plenum vorstellte, ist eine Fachberatungsstelle und leistet Hilfe und Beratung bei sexuellem Missbrauch, insbesondere für Kinder und Jugendliche. Darüber hinaus werden verschiedene Präventions- bzw. Interventionsprojekte durchgeführt.
Bei der von Konventsmitglied  Eberhard Bauer
moderierten Weinprobe kamen Weine aus der Côte d’ Or zur Verkostung. Côte d’ Or und Burgund – der Magen Frankreichs – Synonym für Fülle, üppige Mahlzeiten und exzellenten Weingenuss. Schon die Kelten sollen dort Weinbau betrieben haben, im Mittelalter wurde die Weinkultur in den Zisterzienserklöstern fortgeführt und bis in die heutige Zeit liefert die Pinot Noir Rebe berühmte Weine. Die Gewächse der Gebiete Beaujolais, Maconnais, Chalonnais, Côte d’ Or und Côte des Nuits sind der Stolz so mancher Weinkarte.
Die ersten vier Weine der Probe waren alle aus dem Superjahrgang 2002. Der erste Wein, ein Givry Champs Lalot, AC, Domaine Michel Sarrazin erschien noch frisch, fruchtig mit viel Tanin, der Gevrey-Chambertin „Vigne Belle“ AC, der Domaine Thierry Mortet mit Duft nach roten Beeren wirkte schon etwas reifer. Chambertin war übrigens auch der Lieblingswein von Napoleon. Ein Wein von großem Potential ist der Morey Saint Denis „Les Loups“ 1er Cru Domaine des Lambrays, der aus verschiedenen Premier Cru Lagen vinifiziert wurde. Elegant, würzig und geschmeidig mit langem Abgang. Noch nicht ganz so entwickelt wirkte der Chambolle-Musigny „Les Borniques“, 1er cru AC des Weinhandelshauses Maison Frederic Magnien.
Noch ein Wort zu den Klassifikationen im Burgund: AC sind die allgemeinen Gewächse, für welche die Moste aus dem ganzen Burgund kommen dürfen. Die Dorflagen setzen sich zusammen aus dem Namen des Dorfes und dem besten/schönsten Berg wie z.B. Gevrey-Chambertin, die Premier Crus dürfen nur aus Premier Cru Lagen stammen, genauso wie die Grand Crus nur aus Grand Cru Lagen kommen dürfen, von denen es im ganzen Burgund nur ca. 34 Lagen gibt.
Aus Vosne-Romanée kommt der 1998er 1er Cru AC „Les Beaux Monts“ der Domaine Bertagna, der bereits jetzt trinkreif ist. Wie groß doch der Klassenunterschied ist zeigt sich im 1996er Bourgogne AC von Louis Latour, einem großen Weinhandelshaus, der weder im Duft noch im Geschmack Anklang findet. Der siebte Wein der Probe – ein Pirat! Nach langem Rätseln die Lösung. Ein Pinot Noir von Tibor Gal aus Ungarn, keine Konkurrenz zu den Weinen aus dem Burgund, als Essensbegleiter jedoch durchaus akzeptabel.
Zurück ins Burgund. Aus Volnay ist der 2002er „Clos de Chênes“, 1er cru AC der Domaine Christophe Vaudoisey mit frischer Frucht aber etwas knappem Körper. Aus dem Herzen des Burgunds, nämlich aus Beaune stammt der 1999er Beaune „Les Cent Vignes“ ,1er Cru AC der Domaine Germain. Ein runder, harmonischer und reifer Wein, mit viel Potential. Dieser Wein erhielt mit 91,6 Punkten die mit Abstand höchste Bewertung der Probenweine.  Pommard – eine der berühmtesten Lagen im Burgund liefert Weine wie den 1999er „Les Bertins“ 1er cru AC des Maison Nicolas Potel. Mit biodynamischem Ausbau bringt der Wein üppige Frucht, ist aber noch von straffem Tanin. Weine des Jahrgangs 1993 aus dem Burgund werden zwischenzeitlich gut bewertet. Der 1993er Beaune „Les Vignes Franches“  1er cru AC von Louis Latour ist jedoch von zurückhaltender Nase, knappem Körper und hat einen doch recht kurzen Abgang. Ebenso noch verhalten wirkt der 1993er Corton Grand Cru AC, Domaine Claude Chevalier, der zwar reife Tanine enthält, aber sich doch schlank präsentiert.
Der Weinautor Broadbent schrieb einmal über das Burgund: „Das Burgund ist ein Minenfeld, oft missverstanden, oft enttäuschend, es hat viele Spielarten und es ist oft schwierig, dessen Weine zu verstehen“.
Enttäuschend präsentierten sich unsere angestellten Probenweine aber keinesfalls. 
Ein Bewertungsdurchschnitt von 85,3 Punkten ist Ergebnis eines sehr hohen Probenniveaus !
 Nach einer spannenden Probe gilt besonderer Dank  Konventsmitglied Eberhard Bauer für die sehr informative Moderation, Kellermeister Peter Fleischmann für die gekonnte Zusammenstellung der Weine und Schatzmeister Herbert Kern für die Organisation der  Bewirtung und die schönen Tischarrangements.
                                                                                                       RB/KES

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