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DATUM: Wednesday, 15.11.2006,  19:30
ORT: St. Peter + Paul

"Wein und Schokolade"

Harmonieren diese beiden Genüsse überhaupt miteinander? Konditormeister Schell aus Gundelsheim möchte uns in dieser lukullischen Veranstaltung gerne davon überzeugen.

 

Das Thema "Schokolade und Wein" ist derzeit im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde. Chocolatier Eberhard Schell aus Gundelsheim gehört zu den Pionieren auf diesem Gebiet. Nachdem ihm mit seinen "Essigschleckerle" der Sprung ins ‚Guiness-Buch der Rekorde’ gelungen ist, kreiert er nun in Zusammenarbeit mit den verschiedenen Weingütern und deren Weine Schokoladen oder entwickelt schon mal, wie zum Beispiel mit der Spitzen-Sommelière Claudia Stern, Schokoladen zu ausgesuchten Weinen. Die Aromenvielfalt von Wein und Schokolade sind sich sehr ähnlich: Wein hat, wie derzeit bekannt, etwa 900 verschiedene Aromen, Schokolade etwa 1.100 Aromen.

Bei der Verkostung in der Weinbruderschaft Heilbronn e.V. wurden zu den verschiedensten Weinen Schokoladen probiert und die Ergebnisse waren hochinteressant.

Prickelnder Auftakt: Ein Sekttrüffel im "2004er Weissburgunder Sekt" des Weingutes Albrecht-Kiessling, eine spritzige Idee, die allgemein Anklang fand. Umami heißt die Lagenschokolade aus Papua-Neuguinea, die mit Zitrusnoten und Fleur de sel perfekt zu Riesling passt. So wirkte die Schokolade zur 2005er Riesling Spätlese trocken "Fleiner Altenberg" konträr und differenzierter, zur 2005er Riesling Spätlese "Fleiner Eselsberg" harmonischer. Die 2004er "Gewürztraminer Auslese" trocken vom Weingut Albrecht-Kiessling ist an sich schon ein besonderes Gewächs, begleitet von der Saint Domingue Orange Lagenschokolade ein fruchtig angenehmes Geschmackserlebnis. Der 2005er "Justinus K. trocken" des Staatsweinguts Weinsberg, die elegantere Kerner-Variante, harmonierte sehr gut mit der Coeur de Cacao Lagenschokolade, der Alkohol wurde subjektiv spürbar reduziert. Weniger geglückt war dagegen die Kombination von 2005er "Lemberger Auslese Weissherbst" der Genossenschaftskellere Heilbronn mit Coeur de Cacao Schokolade: Hier dominierte die Schokolade doch recht deutlich den Wein.

Der zweite Teil war dem Experiment – Rotwein und Schokolade - gewidmet. Ein 2003er "Katzenbeißer Schwarzriesling Kabinett" der Weingärtner-Genossenschaft Lauffen mit feinduftiger Burgundernote wurde kombiniert mit einer Saint Domingue Schokolade, die diesen bestens unterstützte. Der 2004er "Spätburgunder trocken" von Ernst Dautel wirkte noch sehr jung, durch den Genuss mit Vitis Noir, einer Lagenschokolade aus Saint Domingue mit deutlichen Zimttönen wurde die Säure des Spätburgunders jedoch fein kompensiert. Auf dem Höhepunkt seines Geschmacks ist die 2003er "Lemberger Auslese" der Genossenschaftskellerei Heilbronn; optimal ergänzt wurde diese durch die Cuba-Schokolade: Schokoladen- und Röstaromen gehen beiderseits eine harmonische Verbindung ein. Der 2004er "Acolon Barrique" trocken der Heuchelberg-Kellerei Schwaigern wirkte noch sehr jung ; die dazu gereichte Schokolade "Barrique" mit Szechuan-Pfeffer, Chili, Cardamom und Ingwer konnte in diesem Fall keine ideale Ergänzung darstellen, sondern wirkte eher etwas konträr. Ein bekannt guter Tropfen ist die 2004er "Cuvée Maximilian Barrique" trocken von Kistenmacher-Hengerer; mit der Venezuela Espelette Schokolade, welche Chili enthält; eine perfekte Kombination! Noch ein Experiment zum Schluss: 2002er "Gewürztraminer Eiswein" mit Blanche Safran Schokolade – durch die Süße der Schokolade wird die Süße des Weines reduziert, der Wein wirkte dadurch noch fruchtiger.

Ein Abend voll spannender Geschmackserlebnisse neigte sich viel zu schnell dem Ende zu. Neben den einzelnen Geschmackserlebnissen erfuhr man sehr viel Wissenswertes und Interessantes über die Welt der Schokolade. Gäste und Konventsmitglieder stellten am Ende unisono fest: "Schokolade macht glücklich – aber zusammen mit Wein noch glücklicher" !

RB / KES

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