Weitere Informationen

Text drucken

Fenster schließen

 
DATUM: Wednesday, 25.04.2007,  19:30 Uhr
ORT: St. Peter + Paul

"Der Wein in der Bibel"

Herr Pfarrer Kuppler von der ev. Regiswindiskirche in Lauffen wird uns humorvolldurch das Thema führen. Hierzu verkosten wir Silvaner aus Franken und Rheinhessen. (Nachholtermin der am 20.9.2006 ausgefallenen Probe!)

 

Der Wein in der Bibel“ und Silvanerverkostung mit Pfarrer Gerhard Kuppler am 25.04.2007

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben“ sagte schon Jesus und dieses Zitat ist nur eines von etwa 700 Stellen, in der der Wein in der Bibel eine Erwähnung findet, so Pfarrer Kuppler von der evang. Kirchengemeinde Lauffen, der selbst aus einer Weinbaugegend stammend, die Ehrfurcht vor dem Wein schon von Jugend auf gelernt hat. Bei einem 2005er „Kallstadter Saumagen“ Grüner Silvaner Kabinett trocken taten solche Worte natürlich wohl.

Wie Bruderschaftsmeister Karl-Ernst Schmitt eingangs der Probe ausführte, ist der Silvaner, dessen Ursprung wahrscheinlich in Transsilvanien liegt, nachweislich in Deutschland erstmalig um 1659 im fränkischen Weingut Castell angebaut worden. Er breitete sich von dort vor allem in Anbaugebieten mit Flusstälern aus. Mitte des 19. Jahrhunderts sind ca. 50% der deutschen Anbaufläche mit Silvaner bestockt. Die Rebe ist sehr ertragreich, frostempfindlich und im An- und Ausbau anspruchsvoller als der Riesling. Die Weine sind  fruchtig mit einer feinen Säure, ein idealer Essensbegleiter.
In Franken sind ca. 21 % der Rebfläche mit Silvaner bestockt. So war der 2004er „Casteller Hohnart“ Silvaner Kabinett trocken der Fürstlich Castell’schen Domäne aus einer der ältesten Lagen Deutschlands ein würdiger Vertreter seiner Art und Pfarrer Kuppler zitierte aus dem Psalm 104 Vers 15, „der Wein erfreue des Menschen Herz“. Aus dem Traditionsweingut Bürgerspital zum Heilig Geist, Würzburg kam der 2004er Würzburger Pfaffenberg“, Silvaner Kabinett trocken, ein mineralischer Wein mit wunderschönem Duft und reifer Frucht.
Nachweise über den Weinbau liegen 8.000 Jahre zurück, in Damaskus fand man eine Kelter von ca. 6.000 v. Chr., so Pfarrer Kuppler. Der älteste ‚biblische Weinbauer’ war Noah, dessen erster Rausch auch in der Bibel Erwähnung findet. Es folgte ein weiterer fränkischer Silvaner, der 2005er „Nordheimer Vögelein“, Silvaner Kabinett trocken von Waldemar Braun, Nordheim; süffig, gehaltvoll mit Tönen von Ananas und Apfel. Dabei erfuhr man, dass der barmherzige Samariter auch mit Wein helfend war; dass zum biblischen Festmahl Wein gehörte und wer kennt sie nicht, die Geschichte der ‚Hochzeit von Kanaa’?
Bester Vertreter der fränkischen Silvaner war der 2004er „Würzburger Stein“, Silvaner Spätlese trocken vom Bürgerspital zum Heilig Geist, aus der Lage, von der schon Goethe seinen Lieblingswein trank. Doch, so warnte Pfarrer Kuppler mit dem Bibelwort: „Wer Wein und Salböl liebt, wird nicht reich und Säufer und Schlemmer verarmen“! Soviel zum Thema „Wein und Schönheit"

Den Reigen der rheinhessischen Silvaner eröffnete ein 2005er „Grüner Silvaner“ von Erich und Eric Manz, noch sehr frisch und grün. „Das rechte Maß zu halten“, so Kuppler gemahnt schon die Bibel: „Sei kein Held beim Weinsaufen“ und „zuviel trinken bringt Herzeleid“. Beim 2005er Silvaner Gutswein“ trocken von Gehard Gutzler aus Gundheim, dessen Geschmacksnuancen an Birne, Melone, Stachelbeere und grünen Apfel erinnerten zitierte Pfarrer Kuppler aus dem ‚Hohen Lied der Liebe’, ‚das die Liebe mehr preist als den Wein’. Ein 2005er „Grüner Silvaner“ vom Weingut Keller in Flörsheim war einer der besten Weine des Abends, dabei erzählte Pfarrer Kuppler die Geschichte von ‚Lot und seinen Töchtern’, bei der auch der Wein eine nicht unwesentliche Rolle spielte. Die 2005er Grüner Silvaner Spätlese trocken „Selektion M“ von Erich und Eric Manz wirkte dicht und reif, entbehrte jedoch etwas an Typizität.
Dass Wein auch Medizin sein kann, wusste man auch schon zu biblischen Zeiten: „Gebt Wein den betrübten Seelen“. Letzter Wein des Abends war die Silvaner Auslese „Alte Reben“ von Gerhard Gutzler aus Gundheim, der leider schon etwas an Frische verloren hatte. Als Schlusswort bemerkte Pfarrer Kuppler, “dass man beim Wein jauchzen soll, wie man bei der Ernte jauchzt“ und zog als Fazit, „dass man als Christ den Wein eigentlich nur lieben kann“.

Einen herzlichen Dank an Pfarrer Kuppler für seine „aufschlussreichen“ und sehr humorvollen Ausführungen zu diesem fast unerschöpflichen Thema.

                                                                                                                            Rb/KES

nach oben