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DATUM: Wednesday, 20.06.2007,  19:30 Uhr
ORT: St. Peter + Paul

"Terminänderung !"

Grüner Veltliner aus dem Kamptal
Die frühere Problemsorte erfreut sich heute, nicht nur in der Gastronomie, starker Nachfrage. BM Karl-Ernst Schmitt erläutert am Beispiel des Kamptals diese Renaissance.

 

Grüner Veltliner aus dem Kamptal

Im Rahmen des Jahresthemas „Österreich“ wurden am 20.06.2007 beim Bruderschaftsabend der Weinbruderschaft Heilbronn e.V. grüne Veltliner aus dem Kamptal verkostet. Seit dem Weinskandal von 1984 hat Österreich eines der strengsten Weingesetze. Kontrollierte Herkunft, strikte ha-Begrenzung, strikte Qualitätsstufen und staatliche Kontrolle garantieren die Qualität österreichischer Weine seither. Im Kamptal sind 3.900 ha im Anbau, 2.000 ha davon sind mit grünem Veltliner bepflanzt, der sehr fruchtige Weine hervorbringt und international als Alternative zum Chardonnay gesehen wird.

Als Apéritif wurde eine Spende der Familie Bunte „Der Ott“, ein 2005er Grüner Veltliner aus Wagram eingeschenkt, der reif und weich wirkte. Erster Wein der Probe war der jährlich mit einem neuen Künstleretikett ausgestattete 2005er GrüVe von Jurtschitsch Sonnhof aus dem Hauptort des Kamptals, Langenlois, leicht, sommerlich und frisch. Aus einer der berühmtesten Langenloiser Lagen, dem „Spiegel“ kam der 2005er „Langenloiser Spiegel“ von Erich Kroneder, mit deutlich mineralischer Nase und filigranen Fruchtnoten. Ein Weinmonument in Österreich ist Schloß Gobelsburg, dessen 2005er „Gobelsburger Steinsetz“ in der Nase an tropische Früchte erinnert und im Geschmack von pfeffriger Würze ist. Auf lange Tradition kann auch das Weingut Josef Hirsch zurückschauen, seit 450 Jahren wird dort Wein angebaut. Der 2005er „Kammerner Heiligenstein“ wächst auf Urgestein und hat entsprechend mineralische Töne.

Vom Mitinitiator des Loisiums, Karl Steininger, stammt der 2005er „Gran Grü“ eine Cuvée aus ersten Lagen mit Duft nach weißen Blüten und langem Abgang. Gerald Schneider gehört zu den 100 besten Winzern Österreichs, entsprechend ist auch sein Veltliner 2005er „Gobelsburger Redling“ der von den besten Lagen des Weinguts stammt. Der Grüne Veltliner 2005er „Alte Reben“ vom Weingut Sax„ aus Langenlois überzeugte durch gut eingebundene Säure und verhaltenem Holzton. Einer der bekanntesten Winzer im Kamptal ist Willi Bründlmayer in Langenlois, dessen 2005er „Alte Reben“ von filigraner Komplexität war. Vom bereits bekannten Schloß Gobelsburg wurde auch der 2005er „Kammerner Lamm“grüne Veltliner verkostet, der finessenreich, vielschichtig und intensiv wirkte. Etwas enttäuschend dagegen die 1993er Grüne „Veltliner Auslese“ von Alois Kleberger, Langenlois, die wohl zu lange gelagert wurde. Alters- und Bittertöne hätten einen früheren Genuß empfohlen. Krönender Abschluss dagegen die 2000er Grüner „Veltliner Beerenauslese“ von Johann Steinschaden aus Schiltern (Kamptal) mit viel Extrakt und Reife und im Geschmack erinnernd an Aprikose Backpflaumen und Rosinen.

Aus der mit einem Durchschnittswert von 85,2 von 100 Punkten („Sehr gut“) bewerteten

Probe traten die beiden Grünen Veltliner von Schloss Gobelsburg, jeweils mit 90,0 Punkten („hervorragend“) besonders hervor.

Ein herzliches Dankeschön an unseren Bruderschaftsmeister Karl-Ernst Schmitt für die sehr informative Moderation der Probe, die eine Menge Vorarbeit erkennen ließ.

Regina Brendle, Juni 2007

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