Weitere Informationen

Text drucken

Fenster schließen

 
DATUM: Thursday, 22.11.2007,  19:30 Uhr
ORT: St. Peter + Paul

"Die Positionierung der Neuzüchtungen im Weinmarkt"

Wie werden die Neuzüchtungen ?Cabernet Cubin?, ?Acolon & Co.? vom Verbraucher angenommen? Mit Herrn Dir. Karl Heinz Hirsch vom Weininstitut Württemberg GmbH wollen wir dieser Frage nachgehen.

 

Anlässlich einer Weinverkostung unter der Leitung von Dir. Karl Heinz Hirsch vom Württembergischen Weinbauverband am 22.11.2007 lernten die Mitglieder der Weinbruderschaft neue Rebsorten und deren Geschichte kennen. 30 Jahre Entwicklung sind notwendig, bis eine Rebsorte neu entsteht und so sind die 6 roten Neuzüchtungen seit 1999 zugelassen. Ursprünglich gedacht zur Farbunterstützung des Trollingers, werden  heute als eigenständige Weine ausgebaut, belegen aber immer noch eine relativ geringe Anbaufläche.
Die vorgestellten Neuzüchtungen der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Obst- und Weinbau
in Weinsberg zeichnen sich alle durch einen relativ hohen Anteil an zuckerfreiem Extrakt aus, der
eine spürbare ‚Geschmacksfülle’ bewirkt.

Erste Probe: Ein 2006er Acolon QbA trocken (im Holzfass gereift) von der WG Brackenheim als Kreuzung zwischen Blauem Limberger x Dornfelder ergibt einen Wein von hoher Farbintensität, dezenter Gerbstoffnote und feinen Fruchtaromen. Der nachfolgende 2006er „Verrenberger Lindelberg“ Cabernet Dorsa (Ausbau im Holzfass) der WG Hohenlohe, eine Kreuzung Dornfelder x Cabernet Sauvignon war weniger farbintensiv und hatte mehr Fruchtspiel. Sehr säurebetont und so gar kein Gaumenschmeichler, der 2004er „Weinsberger Ranzenberg“ Palas Kabinett trocken als Ergebnis einer Kreuzung  blauer Trollinger mit der Rubintraube des Weinguts Zaiß, Heilbronn. Blauer Limberger gekreuzt mit Cabernet Sauvignon: Der Cabernet Mitos. Ein 2002er trocken des Weinguts Rainer Bauer, Talheim hatte seinen Weinzenit leider bereits überschritten.
Wie gut jedoch die neuen Rebsorten sich in Cuvées präsentieren bewiesen die beiden folgenden Weine: 2006er Cuvée „Ballade in Rot“ „Grunbacher Berghalde“ ein Rotwein QbA trocken (Lemberger + Cabernet Cubin) des Weingutes Dorias in Grunbach, interessant, kräftig und die sehr bekannte 2005er  Cuvée „Traumzeit“ des Staatsweinguts Weinsberg, (Cabernet Dorio + Acolon + Cabernet Cubin) als idealer Essensbegleiter, der aber durchaus auch ‚solo’ genossen sich großartig präsentiert.
Der Acolon hat die größte Bedeutung dieser 6 Rebsorten und besitzt mit ca. 210 ha Rebfläche in Württemberg auch die größte Anbaufläche der Neuzüchtungen. Der 2004er trocken,im Barrique gereift des Weinguts Drautz-Hengerer,Heilbronn ein Wein der schon reif wirkte und im Geschmack an schwarze Johannisbeeren erinnerte. Doch nicht jede neue Rebsorte führt zu Spitzenweinen, der 2005er „KüfermeisterCabernet Mitos QbA trocken (im Barrique gereift) der  Weinkellerei Stengel, Gellmersbach wirkte dagegen weniger ausdrucksvoll. Dagegen präsentierte sich der 2003er Cabernet Dorio (im Barrique gereift) des Weinguts Albrecht-Kiessling, Heilbronn, auf den die deutsche Weinfachwelt zu Recht aufmerksam wurde, mit 15 % natürlichem Alkohol, derzeit auf dem Optimum seiner Reife. Ein ausdruckstarker Wein! Abschluss der Probe war ein 2003er Cabernet Cubin der WG Grantschen, etwas verspielter als sein Vorgänger.

Abschließend kann man feststellen, dass die neuen Rebsorten als Einzelrebsorten durchaus interessant sein können, als Cuvées,  im Holzfass oder Barrique ausgebaut aber absolut eine Bereicherung unseres regionalen Weinangebots darstellen. Als Ergänzung der Weinpalette, vor allem als Essensbegleiter finden diese Weine jedoch durchaus ihre Interessenten. Es ist aber keinesfalls zu erwarten, dass diese Neuzüchtungen den etablierten Rotweinsorten bedeutende Marktanteile nehmen, geschweige denn diese verdrängen könnten.

Herzlichen Dank an Herrn Direktor Hirsch für die überaus kompetente und aufschlussreiche Kommentierung der Probe.

                                                                                                                     KES / RB

nach oben