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DATUM: Saturday, 14.06.2008,  
ORT: (Tagesexkursion mit Bus)

"Weinkulturelle Exkursion an die hessische Bergstraße"

„Klein aber fein“; Das gerade einmal 436 ha große Anbaugebiet steht mit einem Prädikatsanteil von fast 90 % an der Spitze der deutschen Anbaugebiete!
Über den Ablauf der Exkursion erfolgt eine separate Information!

 

Weinkulturelle Exkursion der Weinbruderschaft Heilbronn e.V. an die Hessische Bergstrasse
am 14. Juni 2008

Auf einer Exkursion ins vor allem durch den „Äppelwoi“ bekannte Hessen lernte die Weinbruderschaft Heilbronn e.V. an diesem Tag die Weine der ‚Hessischen Bergstrasse’, das mit ca. 470 ha Rebfläche kleinste deutsche Anbaugebiet, kennen. Pünktlich um 10:00 Uhr kamen wir bei den Hessischen Staatsweingütern Domäne Bergstrasse in Bensheim an und wurden dort von Heinrich Hillenbrand, dem früheren Domainenleiter im Holzfasskeller mit einem Glas Spätburgunder Perlwein empfangen. Wir erfuhren, dass auch Assmannshausen, Rüdesheim, Kloster Eberbach, die Zentralkellerei Eltville, Rauental, Neroberg Wiesbaden und Hochheim zu den Staatsweingütern gehören und diese mit einer Gesamtfläche von 212 ha das größte Weingut Deutschlands sind. Nach kurzer Besichtigung des Kellers durften wir die Weine kennen lernen. Der Rotweinanteil liegt bei etwa 10 % und so probierten wir gleich zu Beginn einen fruchtigen Spätburgunder mit leichter Barriquenote, den man nicht unbedingt dieser Gegend zugeordnet hätte. Der Riesling ist die weitaus größere Spezialität der Region, die Palette reicht von feinherb, trocken bis elegant und von exotischen Fruchtnoten geprägt; aber auch Weiß- und Grauburgunder sind fruchtig und fein strukturiert. Exklusiver Abschluss der Probe war eine 2005er Heppenheimer Steinkopf Chardonnay Beerenauslese, die durch viel Extrakt brillierte. Wir genossen eine kompetent kommentierte Weinprobe auf hohem Niveau.

Nach einem guten Mittagessen im Weingut Mohr kam auch der kulturelle Teil der Exkursion nicht zu kurz. Wir besuchten das Museumszentrum des Klosters Lorsch. Das im Jahre 764 gegründete Kloster war zur Karolingerzeit eines der größten und reichsten Reichsklöster überhaupt. Es diente zu seiner Zeit hauptsächlich als Bildungszentrum, um lesen und schreiben zu lernen. Aus dieser Zeit stammt auch das Lorscher Evangeliar, von dem 300 Handschriften erhalten sind, die den Titel des Weltkulturerbes begründen. Vom Kloster selbst sind nur noch die Torhalle, ein außergewöhnliches Gebäude, dessen Bedeutung bis heute noch nicht letztendlich geklärt ist und Reste der Kirche erhalten.

Letzte Station unserer Reise war das Restaurant „Bunter Löwe“ in Zwingenberg, gleichzeitig Sitz des Weinguts Simon-Bürkle. Der Besitzer des Weinguts, Winfried Bürkle empfing uns persönlich und erklärte uns bei einem Glas Riesling Sekt brut, dass dieses Haus schon im Jahre 1595 als Herberge so hieß und der weiß-rote Hessenlöwe Pate für dessen Namensgebung stand. Auch bei Simon-Bürkle dominieren trockene Rieslinge die Angebotspalette und selbst beim Silvaner war das Terroir deutlich schmeckbar. Bemerkenswert die nach seiner Tochter benannte und von ihr selbst kredenzte Wein „Susi“, eine Cuvée blanc de noir trocken aus den Rebsorten Spätburgunder und Cabernet Sauvignon. Tiefroter  Abschluss der Probe war die PAN Rotwein Cuvée trocken aus dem Barrique, welche sehr fruchtig mit Vanilletönen und Rösttönen schmeichelte. Wir haben Herrn Bürkle als qualitätsbewussten Winzer kennen gelernt, der großen Wert auf die Arbeit im Weinberg legt und geradlinig und konsequent seine Ziele verfolgt, zu denen auch gehört, dass die Hessische Bergstraße als weißer Fleck von der Weinlandkarte vieler Weinliebhaber verschwinden wird, was ihm in unserem Fall bestens gelungen ist.

Herzlichen Dank an Karl-Ernst Schmitt für die Organisation dieses gelungenen und lehrreichen Tages.

R.B. / KES
Juni 2008

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