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DATUM: Wednesday, 16.07.2008,  19:00 Uhr !
ORT: Weingut Rolf Willy, Nordheim

"Besuch des Weingutes Rolf Willy"

Unser jährlicher Besuch eines Weingutes führt uns diesmal zu dem weit über die württembergischen Grenzen hinaus bekannten Weingut in Nordheim.
Bustransfer!

 

Besuch des Weingutes Rolf Willy – „denn das Gute liegt so nah !“

Der diesjährige Besuch eines heimischen Weinguts führte die Weinbruderschaft Heilbronn e.V. ins nahe gelegene Nordheim zum Weingut Willy. “Einzig ist unser Wein – nicht artig“, so begrüßt den Besucher der Wahlspruch auf einem Plakat in der neuen, modernen Abfüllhalle, das die ganze Familie abbildet. Ein eigenwilliges Motto, dem der Erfolg (im Jahre 2006 bei der DLG-Prämierung 81 Medaillen, 52 davon in Gold) jedoch recht gibt. Jürgen Willy, der Önologe unter den drei Willy-Brüdern, die heute in Nachfolge ihres Vaters den Betrieb weiterführen, hieß uns mit einem Schluck frischen „2006er Lemberger Weißherbst Sekt brut“ willkommen und zeigte uns zunächst den Neubau des Betriebes und erklärte uns seine Philosophie vom Weinmachen. Bei einer Größe von 98ha müssen Preis, Leistung und Service zusammenpassen, höchster Wert wird auf Qualität gelegt und so werden auch die Vertragswinzer durch Schulungen und Informationen in die Qualitätsziele einbezogen.. Weiß- und Rotweine werden bei Willy in getrennten Kellern vergoren. Im neuen stilvollen Barriquekeller, wo wir eine viel versprechende Fassprobe des „2007er Lemberger Barrique“ verkosten durften, lagern derzeit über 300 Barriquefässer.

Nach einem kurzen Spaziergang durch Nordheim ging’ s ins „Stammhaus“ zur eigentlichen Weinprobe. Hier lernten wir die ganze Bandbreite eines Betriebes kennen, dessen Kunden zu 50 % Privatkunden sind. Beginnend bei der Literflasche mit einem leckeren „2007er Riesling mit Pinot blanc,Kabinett“ über die trocken ausgebauten Qualitäten wie ein „2007er Intensivo Riesling trocken“, oder gar ausgefallenen Cuvées wie Chardonnay mit Riesling trocken wurde schnell deutlich, dass im Hause Qualität von großer Bedeutung ist und auch im Glase schmeckbar wurde. Dazu wurde ein deftiges schwäbisches Vesper gereicht. Der „2006er Chardonnay trocken“ könnte durchaus einem internationalen Vergleich standhalten, leider wird hiervon nur eine begrenzte Menge in 5 Barriques erzeugt. Edelsüßer Abschluss der Weißweine war eine „2007er Kerner mit Gewürztraminer Spätlese“. Nachdem der Kerner als Rebsorte schon fast in Vergessenheit geraten war, haben die Gebrüder Willy diese Rebsorte weitergepflegt und so verfeinert sie nun diese feine Cuvée.
Die Verkostung der Rotweine brachte ebenfalls so manche Überraschung, vor allem im Bereich der Cuvées. Der „2007er Lemberger mit Merlot“ war noch relativ jung, schon etwas gereifter wirkte dagegen der „2007er Lemberger – S – trocken“. Der Wein des Monats im Hamburger Abendblatt war der „2007er Intensivo“, eine Cuvée aus Pinot Noir und Cabernet-Kreuzungen, mit markanten Taninen und einigem Potential.. Als kleines „Schmankerl zwischendurch“ kredenzte uns Jürgen Willy seinen „2005Leon d’ Oro“, eine Cuvée aus Acolon, Lemberger und Cabernet-Kreuzungen, einen Barriquewein für „Einsteiger“, der auch ohne Essensbegleitung sehr gut mundet. Weitere Steigerungen: der „2005er Lemberger trocken“ – im Barrique gereift – die Tatsache allein, dass dieser Wein praktisch ausverkauft ist spricht für sich. Und ein Höhepunkt des Abends : Ein „2004er Merlot trocken“ – im Barrique gereift – ein Flaggschiff des Gutes, ein Wein voller Kraft und Würze auf den der Kellermeister sein ganzes Können und Wissen angewendet hat und bei dem doch so mancher dachte – „warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah“ !
Erst spät am Abend ging diese sehr gute und interessante Weinprobe nach mehreren Zugaben, die uns Jürgen Willy noch kredenzte, zu Ende. Ganz herzlichen Dank der Familie Willy für den herzlichen Empfang und vor allem Jürgen Willy für die kompetente und eloquente Moderation der Probe.

Juli 2008
RB/KES

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