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DATUM: Wednesday, 18.03.2009,  19:00 Uhr !
ORT: Burg Ravensburg in Sulzfeld

"Besuch des Weingutes Burg Ravensburg in Sulzfeld"

Wir besuchen das traditionsreiche Weingut (Weinbau seit 1251) der Freiherren Göler von Ravensburg. Konstant hoch bewertete Kollektionen dieses VdP-Betriebes wecken zunehmend das Interesse der Fachwelt. (Bustransfer)

 

Besuch der Weingüter Heitlinger und Burg Ravensburg

Der diesjährige Besuch eines Weinbaubetriebes führte die Weinbruderschaft Heilbronn e.V. am 18.03.2009 zum Weingut Heitlinger, das seit Juni 2008 mit dem Weingut Burg Ravensburg zusammenarbeitet. Seit der Fusion gehört das Weingut mit einer Gesamtfläche von 63 ha zu den größten Privatweingütern Badens, die Weine werden nach wie vor getrennt nach Betrieben ausgebaut. Jan Dautert, Vertriebsleiter und Sommelier führte uns durch die Probe, die in der vornehmen „Grand Etage“ des Weinguts Heitlinger in Tiefenbach-Östringen stattfand.


Einstieg in die Weißweine des Jahrgangs 2007: Ein mineralischer „Burg Ravensburg Riesling“, trocken und ein "Burg Ravensburg Weißburgunder“ von großer Finesse mit deutlicher Zitrusaromatik. Während auf Burg Ravensburg, wo seit 1251 Weinbau betrieben wird, vor allem Lemberger, Trollinger und Riesling angebaut werden, verfügt das Weingut Heitlinger vor allem über Burgundersorten. Nach einer Stärkung mit einem deftigen Vesper probierten wir als nächstes zwei Weißweine des Jahrgangs 2008 vom Weingut Heiltlinger, einen frischen „Auxerrois“ und einen kräftigeren „Pinot Gris.“

Erstes Grosses Gewächs: Ein „2007er Husarenkappe Riesling“, trocken, dessen Rebsetzlinge von der Lage Klingelberg einem im 17. Jahrhundert im Husarenregiment dienenden Mitglied der Familie Freiherr zu Göler im badischen Durbach geschenkt wurden und die er dann in seiner Husarenkappe zur Ravensburg transportierte. Ein interessanter feiner Riesling, der Aromen von Weinbergpfirsich und Zitrus harmonisch vereint. Zwei weitere Grosse Gewächse des Jahrgangs 2004 aus der Lage ‚Löchle’, benannt nach einer Vertiefung in der Markung Ravensburg, waren der Abschluss der Weißweinverkostung. Ein „Weissburgunder“ und ein „Grauburgunder“, beide Weine in neuen Barriques ausgebaut, bereits leicht oxidativ, der Grauburgunder mit deutlichen Holznoten.. Vielleicht hätte man diese Weine schon früher trinken sollen? Zum „Neutralisieren“ und erneutem Anregen der Geschmacksknospen kredenzte Herr Dautert eine „Cuvée white“ vom Weingut Heitlinger, ein fruchtig-leichtes Cuvée aus Müller-Thurgau und Riesling. Ein sehr leckerer Sommerwein !

Einstieg in die Rotweinpräsentation: Ein „2007er Heitlinger Pinot Noir“, trocken, teils mit Maischegärung und Maischeerhitzung, im Stahltank ausgebaut unkomplizierten Weingenuss bot. Eine andere Stilistik dagegen trägt der „2007er Burg Ravensburg Spätburgunder“, trocken, der durch den Ausbau in gebrauchten Barriques mit Kraft und Volumen überzeugte. Dass Lemberger auch in Baden gedeiht bewies der „2007er Burg Ravensburg Lemberger“, trocken, dessen Vorgängerjahrgang wurde Sieger im Lemberger-Wettbewerb „Vaihinger Löwen“ Eine Steigerung solchen Genusses erfuhren wir dann mit dem „2006er DICKER FRANZ, Lemberger“, trocken aus der nach seinem ehemaligen korpulenten Besitzer benannten Paradelage der Burg Ravensburg „Dicker Franz“. Nach 12-monatiger Lagerung im neuen Barrique, macération carbonique, bei einem durch Traubenteilung erzieltem Ertrag von 25-30 hl/ha, hatte man einen voluminösen, dichten und harmonischen Lemberger im Glas wie ihn auch Schwaben zu schätzen wissen! Badischer Abschluss dieses Abends war nochmals ein Großes Gewächs, der „2004er Löchle Spätburgunder“, der 12 Monate im neuen Barrique lagerte und eine Ganztraubenpressung erfuhr, ein Wein, dem man im Glas einige Zeit gönnen musste, damit er zur vollen Entfaltung kam. Ein sehr überzeugender Tropfen! Zurück ‚auf den Boden’ brachte uns dann ein halbtrockener „2007 Trollinger mit Lemberger“, quasi der „Brot- und Butter-Wein“ des Weinguts.

Fazit des Abends: Fusionen scheinen auch im Weinbau Erfolg versprechend zu sein und auch im Baden gibt es guten Lemberger! Besonderer Dank an Jan Dautert für die Moderation des Abends und an die Herren Fleischmann und Kern für die Vorbereitung dieser gelungenen Weinprobe.

März 2009

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