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DATUM: Wednesday, 22.04.2009,  19:30 Uhr
ORT: St. Peter + Paul

"Der Trollinger , ein Projekt der Vinissima Württemberg"

Vinissimae stellen ihr Projekt und die damit verbundenen Ziele vor. Aber auch dem Trollinger werden wir die ihm gebührende Beachtung schenken.

 

Der Trollinger, ein Projekt der „Vinissima Württemberg“.

Der Weinbruderschaftsabend des 22.4.2009 stand ganz im Zeichen der schwäbischen Traditionsrebsorte „Trollinger“. Zehn „Trollinger Evas“, die sich 2007 zum Projekt „der Trollinger“
zusammengeschlossen haben, wollen dieser Rebsorte zu neuem Glanz verhelfen . Der Trollinger, der derzeit „in aller Munde“ ist, erfährt in der deutschen Weinlandschaft derzeit eine immer höhere Wertschätzung und ist für viele Winzer der „Brot- und Butter-Wein“ schlechthin. So haben diese Winzerinnen ein „Trollingerprofil“ ausgearbeitet und bauen ihren Wein nach einheitlichen Vorgaben aus.
Doch bevor die Weine der „Wein-Evas“ zur Verkostung kamen, wurden unter der Moderation von Ute Bader und Dorothea Braun-Ribbat vier völlig unterschiedliche Trollinger zunächst blind verkostet, um so genannte „Ankerreize“ zu setzen und ein „Trollinger-Profil“ zu erarbeietn. Der erste Wein wirkte reif, und dicht mit leichten Burgundernoten in der Nase, Erdbeer- und Kirschtönen im Geschmack und entpuppte sich als 2008er Trollinger Edition Gourmet von der WZG in Möglingen. Der zweite war knackiger, frischer, mit Geschmack nach Drops und spürbarer Säure – ein 2008er Trollinger trocken des Weinguts Graf Neipperg. Der dritte Wein war von feinem Duft nach frischen Beeren, deutlicher Säurestruktur und taninreicher, es handelte sich um einen 2006er Trollinger trocken des Weinguts Wöhr, Untereisesheim. Der letzte Trollinger wirkte untypisch, von violetter Farbe, dunkel und konzentriert und entstammte als Trollinger trocken dem 2007er Jahrgang der Weinmanufaktur Untertürkheim.

Nach dieser Einführung in die Welt des Trollingers wurden die Weine der „Vinissima“ verkostet, die alle aus dem Jahrgang 2008 stammten und zum einheitlichen Preis von 6,90 € pro Flasche erhältlich sind. Die einheitlichen Vorgaben der Winzerinnen sehen vor, dass der Wein von heller, ziegelroter Farbe sein muss, die Rebanlagen mindestens 15 Jahre alt sein müssen, die maximale Erntemenge 120 kg/ar nicht übersteigen und der Alkoholgehalt nicht höher als 12,5 % sein darf.
Der erste Wein vom Weingut Golter in Ilsfeld, der von Christine Golter selbst besprochen wurde: Ziegelrot, mit Geschmack nach roten Johannisbeeren, roten Früchten und ohne deutliche Gerbstoffe und Bitterkeit. So gehört es auch zu den Prinzipien der Vinissima, die Weine nicht auf der Maische vergären zu lassen. Der Trollinger des Weinguts Gruber war von dunklerer Farbe, deutlichen Süßkirscharomen, und extrem fruchtig. Sehr „typisch“ wirkte der Wein von der Chefin des Projekts, Christina Drautz-Hengerer in Heilbronn; ein frischer, fruchtiger Trollinger mit leichtem Apfelkern- und Bittermandelton, der einfach zum weiter trinken einlädt. Als „ein Stück Heimat“ definiert Heidrun Hohl aus Willsbach ihren Trollinger, den sie bei der WG  Willsbach ausbaut und der doch recht dicht wirkte. Christina Knauer aus Remshalden, als Vertreterin des Remstals stellte ihren  Wein ebenfalls selbst vor, für sie ist Trollinger eine schwäbische Tradition, die sich bei ihrem Wein in ziegelroter Farbe, knackiger Säure und Geschmack nach roten Johannisbeeren und Sauerkirschen äußert. Ein weiteres Gewächs aus dem Remstal war der Trollinger von Margret Kuhnle aus Weinstadt-Strümpfelbach, der mit einer perfekten ziegelroten Farbe, toller Säurestruktur und Geschmack nach Johannisbeeren und Sauerkirschen den schwäbischen Gaumen erfreute. Für Sabrina Roth vom Weingut Roth in Happenbach ist Trollinger ein Lebensgefühl, das ganzjährig Genuss verspricht und ein Grundnahrungsmittel mit Tradition welches bei ihr den säurestrukturierten Trinkwein der Schwaben ergibt.
Bei diesen Weinen kann man sicher sein, dass der Trollinger vom Schlotzer- und Vesperweinimage wegkommt und – unterstützt durch das attraktive Etikett einer ‚Wein-Eva mit Trollingertraube’– auch bestimmt einem jüngeren Publikum zugänglich gemacht wird. Die Durchschnittsbewertung der angestellten Trollinger liegt mit 84,0 Punkten erfreulich hoch („Sehr Gut“ ab 85,0 Punkte).

Besonderer Dank an die Vinisimae Ute Bader und Dorothea Braun-Ribbat für die Moderation und das ‚Trollinger-Vesper’, sowie an Christine Golter und Angelika Knauer für die Co-Moderation.

Regina Brendle / Karl-Ernst Schmitt

April 2009

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