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DATUM: Wednesday, 23.09.2009,  19:30 Uhr
ORT: St. Peter + Paul

"„Deutsche Weiß- und Grauburgunder“ – Teil 2 des Burgunderjahres"

Wir widmen uns zwei Weinsorten, die in den letzten Jahren wesentlich zur Renaissance des deutschen Weißweins in der Weinwelt beitragen.

 

Deutsche Grau- und Weißburgunder
vorgestellt am 23.09.2009 von Eberhard Bauer
Dem diesjährigen Schwerpunktthema „Burgunder“ wurde in einer Grau-und Weißburgunderprobe von der Weinbruderschaft Heilbronn e.V. zum zweiten Mal Rechnung getragen. Beide Sorten stammen direkt ab vom Pinot noir; der Weißburgunder ist eine Mutation des Grauburgunders. Zwischen 2001 und 2007 erfuhr der Grauburgunder vor allem in Deutschland einen starken Aufschwung, in der Pfalz, in Baden und Rheinhessen verzeichnete der Weißburgunder einen deutlicheren Zuwachs. Insgesamt
8 % der Anbaufläche sind von weißen Burgundern deutschlandweit belegt.
Eberhard Bauer hatte die Probe zusammengestellt und präsentierte die Weine bis auf die letzten Proben jeweils paarweise. Zu Beginn der Vergleich zweier 2008er Grauburgunder Spätlesen, von denen eine vom Heilbronner Stiftsberg des Weinguts Albrecht-Kiessling, die andere vom Weingut Zimmermann stammte. Beide Weine trotz ihrer unterschiedlichen Lagen mit eindeutigem Birnengeschmack, Zitrustönen und golden glänzender Farbe. Welchen Einfluss das unterschiedliche Terroir beim Weißburgunder haben kann, zeigte sich bei der nächsten „Paarung“, als ein und derselbe weiße Burgunder S 2008 QbA des Weinguts Dr. Wehrheim, Birkweiler vom Buntsandstein und vom Muschelkalkboden verglichen wurde. Frisch mit Duft von grünen Äpfeln wirkte der Wein vom Buntsandstein, mineralischer, fülliger, dichter und mit dem bekannten Birnennoten war dagegen der Wein vom Muschelkalk. Sodann kamen zwei weiße 2007er Burgunder von traditionellen Rieslingweingütern zum Vergleich: Der weiße Burgunder vom Weingut van Volxem, Saar und sein Pendant vom Eitelsbacher Karthäuserhofberg vom Weingut Karthäuserhof, Trier-Eitelsbach. Der spontan im Stahltank vergorene Weißburgunder von van Volxem überzeugte durch mineralischen Duft und vollen Geschmack, während hingegen der Wein vom Kartäuserhof doch etwas neutraler daherkam. Eine weitere Vergleichsmöglichkeit: Baden – Rheinhessen. Der Weiße Burgunder 2007 Trio vom Weingut R+C Schneider in Endingen vereint in sich die Reben dreier verschiedener Lagen und wurde im großen Holzfass ausgebaut. Dies ergibt einen Wein von feiner Struktur, gereift und mit Birnen- und Melonenaroma. Durch sein Alter mehr gereift, nach Quitten und angenehm vollmundig schmeckte der von Herr Protz gespendete 2004er weiße Burgunder S QbA vom Weingut Wittmann, Westhofen, Rheinhessen.
Die folgenden Grauburgunder wurden einzeln verkostet. Vom Gault Millau erwähnt wurde das Weingut Milch und sein 2007er Monsheimer Silberberg Grauburgunder S QbA ist vollmundig und von langem Abgang, was bei einem Alkoholgehalt von 14,2 % wohl nicht verwunderlich ist. Fast zu breit dagegen wirkte der 2008er Grauburgunder Auslese vom Erpolsheimer Kieselberg des Weinguts Kallstadt aus der Pfalz, was sich natürlich auch durch die hohen Zuckerwerte erklären lässt. Vom renommierten Weingut Dr. Heger kam der 2007er Ihringer Winklerberg Grauburgunder Spätlese mit mineralischer Nase, Fruchtnote aber noch deutlichen Holztönen. Eleganter wirkte da doch der 2007er Grauburgunder Meersburger Sängerhalde des Weinguts Aufricht mit opulenter Kernobstnase, Birnenaromen und Stachelbeeraromen im späten Abgang. Ein weiterer filigraner und exzellent vinifizierter Vertreter seiner Sorte war der 2007er Grauburgunder S QbA vom Weingut Emrich-Schönleber, Nahe, duftig und von langem Abgang. Die Synthese aus beidem bildete dann auch den Abschluss des Probenabends: Ein Grau Weiß *** Cuvée QbA vom Weingut Schnaitmann Fellbach, 60 % Grauburgunder, 40 % Weissburgunder, 2/3 davon ausgebaut im Barrique. Füllige Frucht mit Apfel- und Quittentönen zeichneten diesen Wein aus, doch eine eindeutige Sortenzuordnung ist hier eben nicht mehr möglich. Ein hochinteressanter Probenabend ging damit zu Ende, an dem es sich zeigte, wie unterschiedlich diese beiden Burgundersorten aus den verschiedensten Anbaugebieten und Betrieben sich präsentieren können.
Ganz herzlichen Dank an Eberhard Bauer für die kompetente Kommentierung der Probe.
Regina Brendle, September 2009

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