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DATUM: Wednesday, 11.11.2009,  19:30 Uhr
ORT: St. Peter + Paul

"Unser Nachbar Hohenlohe"

Boris Birkert vom Weingut Birkert in Adolzfurt stellt uns an diesem Abend nicht nur das Anbaugebiet, sondern auch die feinen Weine dieser Region vor.

 

Unser Nachbar Hohenlohe
Die Weine aus Hohenlohe waren am 11.11.2009 Thema des Probenabends in der Weinbruderschaft Heilbronn e.V. Zu Gast war Boris Birkert, Mitinhaber des Weinguts Birkert in Adolzfurt, der nach einem Studium in Geisenheim, einem Stipendium-Aufenthalt in Kalifornien und Praktika in Südafrika und im Burgund über profunde Weinkenntnisse verfügt und zusammen mit dem stellvertretenden Bruderschaftsmeister, Eberhard Bauer, durch die Probe führte.
Das Gebiet Hohenlohe wird in Weinführern meist unterbewertet oder ganz vergessen und erst seit dessen Weine auf dem Heilbronner Weindorf vertreten sind, erfreut es sich größerer Bekanntheit. Zur Änderung dieses Tatbestandes könnte dieser Abend beitragen.
Die Verkostung der Weine erfolgte zum größten Teil paarweise und so wurden zunächst zwei Silvaner des Jahrgangs 2008 verkostet. Der erste „2 Feder“ QbA trocken vom Hohenloher Weinkontor, Niedernhall kam vom Muschelkalk, war klar strukturiert, cremig und fein; der zweite, eine Spätlese vom Weingut Birkert, auf Keuperboden gewachsen, war kräftiger und ausgeprägter im Duft. Zwei Rieslinge des Jahres 2008 folgten: „Gala“ Riesling – das „Flaggschiff“ der Fürstenfass Kellerei und Sieger des Hohenloher Weißwein-Preises, und ein „Elegance“ QbA trocken der WG Heuholz, der jedoch gegenüber seinem Vorgänger deutlich abfiel. Zwei sich sehr ähnelnde Chardonnay Spätlesen trocken vom Weingut Birkert und Weingut Ungerer überzeugten durch Struktur und Fülle – man muss nicht unbedingt nach Frankreich fahren, um guten Chardonnay zu kaufen. Zwei trockene Auslesen aus dem Weißweinsortiment des Weinguts Birkert überraschten sehr: Der 2007er weiße Burgunder, ein Wein von großem Potential und schönem Quittenduft und der 2008er Sauvignon blanc, der von Eichelmann hoch bewertet wurde.
Bei den Rotweinen wurden zunächst zwei trockene Lemberger aus dem Holzfass ganz unterschiedlichen Stils verkostet: Eine 2008er Spätlese des Weinguts Mai, weich und fruchtig und ein 2006er QbA des Weinguts Birkert, der sich erst noch entwickeln könnte und zum heutigen Zeitpunkt fast zu jung wirkt. Ein außergewöhnlicher Wein war die Cuvée 2006 des Weinguts Gaufer, Ingelfingen, der aus blauem Zweigelt und Cabernet Dorsa besteht und in ½-Liter-Flaschen abgefüllt wird. Vom Weingut Busch in Dimbach, das den Bundesehrenpreis 2009 erhielt, wurde ein Lemberger 2006 QbA trocken, Barrique probiert, dessen Holz sehr harmonisch eingebunden war, der fast schlank und filigran wirkte und der bei der Landesweinprämierung 5,0 Punkte erzielte. Nicht fehlen darf bei einer Hohenloher Probe natürlich ein Wein des Fürsten zu Hohenlohe Öhringen. Der Cabernet Franc 2006 QbA „Hades“ war stoffig, dicht, mit Aromen von Amarenakirschen und dunkler Schokolade mit langem Abgang – ein wahrer Genuss. Zum Abschluss wurde ein Merlot 2006 QbA Barrique des Weinguts Birkert verkostet, der mit angenehmer Fülle die Probe ausklingen ließ.
Dass die Hohenloher Weine bisher etwas verkannt wurden hat diese Probe ganz deutlich gezeigt. Hohenlohe kann nicht nur mit bemerkenswerten Rebsorten sondern auch mit Winzer aufwarten, die es verstehen, sehr gute Weine zu produzieren. Wozu also in die Ferne schweifen?
Ganz besonderer Dank an Boris Birkert und Eberhard Bauer für die Moderation des Abends.
RB  24.11.2009

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