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DATUM: Wednesday, 10.03.2010,  19:30 Uhr
ORT: St. Peter + Paul

"Die Anbaugebiete Languedoc und Roussillon - Frankreich Teil 1"

Thomas Kirchner wird uns als intimer Kenner dieser Regionen zeigen, dass heute nicht nur der "Vin de table" oder der "Vin de Pays" in den Kellern der Winzer reifen.

 

Die Weine des Languedoc-Roussillon
In einer zweiten Veranstaltung zum diesjährigen Schwerpunktthema „Frankreich“ wurden die Weine des Languedoc-Roussillon der Weinbruderschaft am 10.03.2010 von Thomas Kirchner präsentiert. Dieses größte Anbaugebiet Frankreichs hatte bis vor 10 Jahren noch eine Anbaufläche von 350.000 ha, die sich zwischenzeitlich auf  250.000 ha reduziert hat. Grund dafür sind ein erhöhtes Qualitätsbewusstsein und dadurch ein Rückgang an Betrieben.
Drei Weißweine wurden zu Beginn der Probe präsentiert: Die Domaine Gauby gilt als ein streng an biologischen Richtlinien arbeitender Betrieb und der 2008er VdP des Cotes Catalanes „Les Calcinaires“ aus alten Reben ließ sowohl den Schieferboden wie auch frische Zitrustöne schmecken. Der 2009er VdP des Cotes Catalanes Esquisse“ der Domaine Vaquer überzeugte durch seine dreimonatige Lagerung auf der Hefe durch Aprikosenduft. Sehr facettenreich wirkte der 2006er Coteaux du Languedoc Ares“ der Domaine Conte des Floris, die erst seit dem Jahr 2000 existiert und zu den 10 besten Weingütern des Languedoc gehört.
Auch bei den Rotweinen stammte der erste Wein von der Domaine Gauby, ein 2008er Cotes du Rousillon Villages „Les Calcinaires“, bei dem wie der Name schon sagt, der „Schießpulverton“ deutlich wahrnehmbar war. Clot de l’ Oum ist ein Betrieb, bei dem zwei Seiteneinsteiger mit sehr alten Rebstöcken seit 10 Jahren aus den Sorten Grenache, Carignan und Syrah Wein machen und damit sehr erfolgreich sind. Der 2007er „La Compagnie des Papillons“ und der 2005er „Saint Bart Vieilles Vignes“ waren beides weich wirkende Weine, bei denen das Holz gekonnt eingebaut war. Ein önologischer Abstecher ins Corbières war der 2007er Corbières „Atal Sia“ von Château Olieux Romanis, wo die Reben auf 500-700 m. Höhe wachsen. Dieser Wein war sehr fruchtig mit Nuancen von Bitterschokolade. Eine Cuvée, die nur in sehr guten Jahren gekeltert wird, und die auch entsprechend dicht wirkte war die 2005er „Cuvée Polère“ der Domaine Entretan aus dem Minervois, der Gegend, in der die Katharer einstmals Zuflucht fanden. Eines der berühmtesten Weingüter im Languedoc ist das Château de l’ Engarran, dessen 2005er Coteaux du Languedoc „Quetton“ 28 Monate im Barrique lagert um dann die ausgeglichene Reife zu erlangen, die diesem Wein seinen typischen Charakter verleiht. Eine seltene Rebsorte mit in Frankreich nicht allzu guten Ruf ist die Alicante, die früher hauptsächlich in der Gegend um Paris von den Arbeitern getrunken wurde. Die „Alicante cuvée N. 4“ der Domaine Leyris Maziere war 50 Tage auf der Maische, 18 Monate im Barrique und hat mit der ursprünglichen Bestimmung nichts mehr zu tun sondern ist ein dichter Wein mit Dörrpflaumenaromen, den man gerne zum Essen trinkt. Die Mourvèdre-Traube muss das Meer sehen, heißt es im Languedoc und so wachsen die Reben, aus denen der 2004er Cotes du Rousillon Villages „Saint Michel Château de Caladroy erzeugt wird, wirklich mit Blick aufs Meer und bringen einen vollmundigen, explosiv wirkenden Wein mit langem Abgang hervor. Umstritten hingegen waren die Geschmacksnuancen des 2002er VdP des Coteaux de Murviel Domaine de Ravanes „Les Gravieres du Taurou“.
Nicht fehlen darf in solch einer Probe natürlich der Dessertwein und ein 2001er „Rivesaltes 15/10“ von Château la Casenove bildete den delikaten Abschluss einer sehr interessanten Probe, bei der festzustellen war, dass aus diesem Gebiet zunehmend mehr Klasse statt Masse kommt.
Dies unterstreicht auch die Bewertung der Probe durch die anwesenden Mitglieder, die mit einem
Durchschnitt von 85,9 Punkten ein „Sehr gut“ erzielte.
Herzlicher Dank an Thomas Kirchner, der uns seine zweite Heimat auf angenehme Weise vorgestellt hat.
Regina Brendle, März 2010

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