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DATUM: Wednesday, 14.04.2010,  19:00 Uhr
ORT: Weingut E. Dautel

"Zu Gast im VDP-Weingut Ernst Dautel in Bönnigheim"

Wir besuchen das sehr renommierte VDP-Weingut Ernst Dautel in Bönnigheim, eines der führenden Weingüter in Württemberg. (Bustransfer!)

 

Besuch des VDP-Weinguts Ernst Dautel in Bönnigheim
Am 14.04.2010 besuchten die Mitglieder der Weinbruderschaft Heilbronn e.V. mit großem Auditorium das renommierte VDP-Weingut Ernst Dautel in Bönnigheim. Dautel, der auf eine lange Tradition zurückblicken kann, studierte Weinbau in Geisenheim, füllte 1978 seinen ersten Wein auf die Flasche und verfügt über 12 ha Anbaufläche, von der ein Drittel mit roten, zwei Drittel mit weißen Reben bepflanzt sind.
Der „Begrüßungsschluck“ war ein 2008er Bönnigheimer Sonnenberg Riesling **, der klar im Glase funkelte und mit eleganten Zitrusnoten erfrischte. Für die betriebsinterne Bewertung zählt bei Dautel keine Öchslegradation, sondern es werden Sterne vergeben. Der nächste Wein, der mit drei Sternen eine Qualitätsstufe weiter ist, der 2009er Weißburgunder derselben Lage, wirkte opulenter und weicher mit schöner Burgundernase. Ursprünglich wurde der Weißburgunder als Vergleichssorte zum Chardonnay gepflanzt, so Dautel, aber er erzielte immer die besseren Mostgewichte. Ein „VDP-typischer“ Wein ist der 2008er Riesling „Großes Gewächs“, dessen reife Frucht und Säurespiel doch fast an einen Rheingauriesling denken ließen. Die Lage des Weines wurde vom VDP klassifiziert, eine Mengenbegrenzung auf 50 l/ar ist Pflicht ebenso wie ein Minimum von 90° Oechsle, Handlese und das Verbot der technischen Schönung. Letzer Wein der zu probierenden Weissweine war der 2008er Chardonnay – S. Die langjährige Erfahrung im An- und Barriqueausbau von Chardonnay und die Klimaerwärmung tragen dazu bei, dass dieser Wein gekonnt gemacht daherkommt und überzeugend wirkt und sich zu einem wahren Trinkvergnügen entwickelt.
Die „Rotweinrunde“ wurde als Hommage an Württemberg mit einem 2008er Besigheimer Wurmberg Trollinger eröffnet. Dautel bekannte sich dazu, diese Sorte als regionale Sorte weiterhin pflegen zu wollen und wer diesen Trollinger probiert, sollte ihm Recht geben. Dabei versteht Dautel den Trollinger nicht als Rotwein, sondern als kräftigen Rosé, der zwar im Weinberg die besten Herzlagen „blockiert“, aber durchaus seine Daseinsberechtigung hat. Von ganz anderem Stil war der 2008er Bönnigheimer Sonnenberg Spätburgunder ***, der 14 Tage Maischegärung hinter sich gebracht hat und noch recht jung und frisch wirkte. Ein ähnliches Lagerungspotenzial wird man wohl auch dem 2006er Zweigelt – S noch zugestehen müssen, dessen unreife Kirschtöne sich wohl noch einige Zeit entwickeln müssen um zur Reife zu gelangen. Dass Regionalität manchmal besser ist als Internationalität zeigt sich deutlich beim 2006er Lemberger-S, der „württembergischen Königsdisziplin“. Ein Wein, der 2 Jahre im Barrique lagerte, mengenreduziert und selektiv handgelesen wurde überzeugt durch Frucht, Extrakt und Reife.
Die Zugabe von Ernst Dautel nach einem sehr informativen, langen Abend: 2007er Riesling Auslese vom Sonnenberg – Sonne im Glas, Reife und Süsse im Geschmack – ein herzliches Dankeschön an den renommierten Winzer.
Regina Brendle, April 2010

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