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DATUM: Saturday, 12.06.2010,  Information folgt
ORT: Bustour

"Weinkulturelle Exkursion in das Anbaugebiet Rheinhessen"

Das größte deutsche Anbaugebiet hat nicht nur namhafte Weinbaubetriebe mit  exzellenten Kollektionen aufzuweisen, sondern darüber hinaus noch mehr zu bieten. 

 

                              „Weißweingenuss am Roten Hang“
Eine weinkulturelle Exkursion der Weinbruderschaft Heilbronn e.V.

Am 12. Juni 2010 starteten die Mitglieder der Weinbruderschaft Heilbronn e.V. zu einer weinkulturellen Exkursion in das Anbaugebiet Rheinhessen.
Erste Station war die Staatliche Weinbaudomäne Oppenheim, wo wir vom Leiter der Domäne, Herrn Otto Schätzel,  mit einem Glas Silvaner Sekt brut herzlich willkommen geheißen wurden. Rheinhessen, so erfuhren wir, ist mit 26.300 ha Anbaufläche das größte deutsche Weinbaugebiet und zu 68 % mit Weißwein, zu 32 % mit Rotwein bestockt. Bei der Staatsdomäne beträgt der Anteil von Riesling bei 50 %. Der Exportanteil ist relativ hoch, vor allem in den asiatischen und angelsächsischen Raum. Vielleicht mag auch Zuckmayer’ s „Fröhlicher Weinberg“ seinen Teil zum Bekanntheitsgrad der Weine dieses Bereiches beigetragen haben. Nach einem sehr schmackhaften Vesperteller begleitet von einem 2009er „Rivaner Classic“, widmeten wir uns weiteren „Classicern“, so dem 2009er „Rheinhessen Silvaner“ und dem 2009er Riesling, beides Weine mit Restsüße, zum alltäglichen Genuss bestens geeignet. Komplexer wurde der Probenverlauf bei der „Qualitätspyramide Riesling“. Unterste Stufe: Ein 2009er „Riesling Qualitätswein“ trocken, ein Gutswein mit Charakterzügen exotischer Früchte. Mittlere Stufe: Ein 2009er „Niersteiner Riesling vom Rotliegenden“, ein Wein vom Ortsterroir mit deutlicher Mineralität und als Spitze aus dem Lagenterroir, ein 2008er „Riesling GG vom Rothenberg“  der eine ganz unverwechselbare Note typischer Mineralität und feiner Frucht in sich vereinte. Hochinteressant das letzte zu verkostende Terzett: Trockene Qualitätsweine aus verschiedenen Bodenformationen, die am gleichen Tag gelesen wurden und bei gleichem Ertrag kellertechnisch dieselbe Behandlung erfuhren: 2008er „Dienheimer Silvaner“ vom Löß noch mit deutlicher Frucht, ein 2008er „Oppenheimer Silvaner“ vom Kalkmergel mit mehr Mineralität und 2008er „Niersteiner Silvaner“ vom Rotliegenden mit intensiverer Mineralität. Wie deutlich doch Terroir schmeckbar ist, wurde in dieser Verkostung eindeutig bewiesen, ebenso wie die hervorragende Qualität der Weine der Staatsdomäne.

Zweiter Teil unserer Exkursion war die Besichtigung des Kellerlabyrinths von Oppenheim, in das wir wohlbehelmt in 2 Gruppen unter sachkundiger Führung hinabstiegen. Die Altstadt von Oppenheim ist mit historisch gewachsenen Kellergewölben unterhöhlt, die miteinander verbunden sind. Im Mittelalter wurden die Kellersysteme zur Weinlagerung genutzt. In der Vergangenheit wurde die Stadt mehrfach zerstört und immer wieder aufgebaut. So entstanden weitere unterirdische Räume. In Krisenzeiten dienten sie den Menschen als Schutzräume, im Zweiten Weltkrieg wurden sie zu Luftschutzbunkern umfunktioniert.
Am Nachmittag besuchten wir eines der schönsten deutschen Weinevents  die „Weinpräsentation am Roten Hang“ in Nierstein, wo wir die Gelegenheit ausgiebig nutzten in diesem Weinweltkulturerbe  die berühmten Lagenweine dort zu probieren, wo sie wachsen. So wanderten wir entlang des Roten Hangs mit einem herrlichen Blick von Frankfurt bis weit hinter Darmstadt entlang der einzelnen Lagen, wie „Orbel“,„Kranzberg“, „Ölberg“, „Bergkirche“ , „Rehbach“, „Glöck“, „Schloss Schwabsburg“, „Heiligenbaum“, „Hipping“, „Pettental“ und den weltbekannten „Rothenberg“, um die Weine so bekannter Winzer wie Gunderloch , Schätzel, Strub, Guntrum und vieler anderer zu verkosten. Letzte Station war die Rieslinglounge, wo in lockerer Atmosphäre der Abend ausklang


Viel zu früh hieß es Abschied nehmen vom Roten Hang und Oppenheim, von wo wir mit reichlich neuer Weinerfahrung  und Geschmackserlebnissen bereichert die Heimfahrt antraten.
Herzlicher Dank an Otto Schätzel für seine hervorragende Weinprobe und die Führung durch den Roten Hang, Karl-Ernst Schmitt für seine unermüdliche Organisation und auch an unseren Fahrer, Herrn Novacovic, der unseren Bus bravourös durch die engen Gassen Niersteins bugsierte.
Juni 2010
RB / KES

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