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DATUM: Wednesday, 21.07.2010,  19:30 Uhr
ORT: Peter + Paul

"Weine mit reduziertem Alkoholgehalt"

Ein neuer Trend in der Weinszene? Weine bis max. 12 % Alkohol finden zunehmend ihre Abnehmer und Liebhaber. Wie präsentieren sich diese „Sommerweine“?

 

Weine mit reduziertem Alkoholgehalt
Passend zu den sommerlichen Temperaturen (35 ° Celsius abends!) wurden am 21.07.2010 von Eberhard Bauer und Karl-Ernst Schmitt den Mitgliedern der Weinbruderschaft Heilbronn Weine mit reduziertem Alkoholgehalt, d.h. mit weniger als 12 % alc. präsentiert. Prickelnde Abkühlung: ein kühler Cava rosé brut „Anna de Codorniu“ vom „Riesenweingut“ Codorniu, das über 6000 ha Rebfläche verfügt und auf eine 500 Jahre alte Tradition zurückblicken kann.
Die Methoden, um Alkohol im Wein zu reduzieren, sind vielfältig, erfuhren wir. So wird z.B. mit Kupfervitriol gespritzt, um die Reife zu verzögern, werden die Trauben entblättert, um den Zuckergehalt in der Traube zu reduzieren, oder – wie an der Mosel praktiziert – lässt man die Trauben länger hängen. Des Weiteren werden oft früh und spät gelesene Moste verschnitten, wird der Gärprozess gestoppt oder eine Vakuumdestillation oder Osmosefiltration durchgeführt. Es gibt aber auch Rebsorten, die weniger Alkohol produzieren, z.B. Müller-Thurgau und Elbling.
Zur praktischen Erfahrung probierten wir als nächstes einen 2009er Elbling Qba trocken vom Weingut Margarethenhof an der Mosel, der jedoch noch über eine hohe Säure verfügte, dafür aber recht würzig daherkam. Ein „Sommerterrassenwein“ war der 2009er Rivaner Qba, trocken des Weinguts Hofmann aus Röttingen in Franken, der mit 11% alc. und einem feinen Duft überzeugte. Ein typischer Moselriesling ist der 2008er „Winninger Brückstück“ Riesling Kab. trocken, dessen Terroir – nämlich Schiefer – noch deutlich schmeckbar war. Vom bekannten Weingut Dönnhoff kam der 2009er Riesling QbA, trocken, der durch eine ideale Nase und einen üppigen Geschmack einen leichten und doch intensiven Trinkgenuss bot. Auch hierzulande werden leichte Weine produziert, so vom Weingut Drautz-Able in Heilbronn ein 2009er „Le Petit Pigeon blanc, ein weiß gekelterter Schwarzriesling trocken mit sehr floralen Noten und eine 2009er Riesling Spätlese „Vier Jahreszeiten“ vom Weingut Wolfgang Kießling, dessen hoher Restzuckergehalt nicht so eindeutig schmeckbar war, aber durchaus trinkanimierend wirkte. Deutliche Schiefertöne waren feststellbar beim 2008er „Schloss Fürstenberg“ Riesling Kabinett vom Weingut Weingart in Spay am Mittelrhein.

Auch Rotweine können alkoholreduziert gut schmecken, was der 2009er Lambrusco „Reggiano Quercioli“, DOC, secco des Weinguts Medici Ermete schmecken ließ. Frisch, jung und noch etwas unreif wirkten die Rotweine aus der Rebsorte Gamay, so ein 2008er Côte de Brouilly und ein 2009er Moulin à Vent, beide aus Charnay im Beaujolais. Von ganz anderem Charakter war der 2007er Chinon „Beaumont“ von der Domaine Catherine & Pierre Breton an der Loire, ein Wein der an sich schon wenig Alkohol hat und von langer Tradition ist. Krönender Abschluss war ein 2009er Leiwener Riesling, der aufgrund der hohen Lage des Weinbergs, der hohen Reife der Trauben und der späten Lese wenig Alkohol bei viel Trinkgenuss bietet.
Eine spannende Probe alkoholreduzierter Weine war zu früh zu Ende. Besonderer Dank an Karl-Ernst Schmitt und Eberhard Bauer für die Präsentation derselben.
Regina Brendle
Juli 2009

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